{"id":1177,"date":"2010-07-01T00:00:45","date_gmt":"2010-06-30T23:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=1177"},"modified":"2013-06-02T10:28:17","modified_gmt":"2013-06-02T09:28:17","slug":"fruhjahrsputz-und-glaubenskonversion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=1177","title":{"rendered":"Fr\u00fchjahrsputz und Glaubenskonversion"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das Leben des Ed: Solo statt Live und Jesus statt Buddha.\u00a0<!--more-->Noch vor vier Jahren war Ed Kowalczyk S\u00e4nger und Frontmann einer Band, ein ruhiger Mittdrei\u00dfiger aus den Bergen S\u00fcdkaliforniens, der in seinen Songs \u00fcber Spiritualit\u00e4t sang, und \u00fcber die Wunder, die es im Leben \u00fcberall gibt. Mehr als zwanzig Jahre als Kopf der Band Live liegen jetzt hinter ihm, und der drahtige Mann, der eine so unglaublich ruhige Energie ausstrahlt muss lachen beim Gedanken an die Zeit danach: &#8222;Nach dem letzten Album haben wir einfach nicht mehr zusammen gefunden. Es gab einen Bruch und ich hatte das Gef\u00fchl kreativ total eingeengt zu sein. Da wusste ich, es bleiben mir zwei Optionen. Entweder ich h\u00f6re ganz auf, oder ich \u00e4ndere mein musikalisches Umfeld.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unn\u00f6tig zu erw\u00e4hnen, wie die Entscheidung ausging, denn mit &#8222;Alive&#8220; erscheint dieser Tage Ed Kowalczyks erstes Soloalbum. Er wirkt erleichtert, entspannt und eins mit sich selbst, wenn man das Klischee bem\u00fchen darf. &#8222;Das stimmt&#8220;, pflichtet er bei, &#8222;ich bin voller positiver Energie. Ich habe es geschafft meinem Leben eine neue Richtung zu verleihen und den Spa\u00df am Songwriting wieder zu entdecken. Die Arbeit am neuen Album, das war eine tolle Erfahrung und hat mich innerlich wachsen lassen. Die Jungs haben es geschafft in mir bislang unber\u00fchrte Kapazit\u00e4ten frei zu setzten. \u00dcberw\u00e4ltigend!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Album bemerkt man diese Unber\u00fchrtheit ganz besonders stark in den Momenten, in denen die Bandmitglieder Einfluss auf die Songs genommen haben, in denen Rhythmen oder Gitarrenriffs einfach nicht mehr nach Live sondern eben variabler klingen. Zwar ist ein Gro\u00dfteil von &#8222;Alive&#8220; dem letzten Live-Album &#8222;Songs from Black Mountain&#8220; \u00e4hnlich, aber immer wieder scheinen Elemente durch, die so bei Live nicht vorhanden waren. Kowalczyk lacht, pickt mit den Fingern an seinen Turnschuhen und meint dazu: &#8222;Ich habe auch bei Live den gr\u00f6\u00dften Teil der Songs geschrieben, und nat\u00fcrlich klingen die Songs auch jetzt noch nach mir. Und ich spiele immer noch mit einer vollen Rockband im Studio und auf der B\u00fchne. Aber mit anderen Musikern zu arbeiten hat mir auch neue M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet. Sie haben neue Ideen eingebracht, und sie haben mein Songwriting geh\u00f6rt und mir andere R\u00e4ume aufgezeigt, die hinter meiner Art zu schreiben lagen. Neue Erkenntnisse und Interpretationen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und auch inhaltlich hat sich nicht alles um 180 Grad gedreht, denn wie Kowalczyk bemerkt: &#8222;Mich interessieren ja noch die selben Themen. Nat\u00fcrlich hat sich mein Fokus ver\u00e4ndert, aber die Inhalte sind geblieben.&#8220; So zum Beispiel seine Spiritualit\u00e4t, die in den Songs immer wieder durchscheint. Beim letzten Interview zu &#8222;Black Mountain&#8220; hatte Kowalczyk jedoch noch erz\u00e4hlt, er schreibe von Spiritualit\u00e4t ohne eine bestimmte Religion oder gar kirchliche Institution im Hinterkopf zu haben. Er meditiere und sei wohl am ehesten noch als Buddhist zu bezeichnen. Doch das hat sich ge\u00e4ndert, denn Kowalczyk bezieht sich auf &#8222;Alive&#8220; ganz klar auf seinen Glauben an Jesus Christus. Er wird ernster und leiser, das Spielerische seiner Art verschwindet und er lehnt sich vor wie zur Beichte als er antwortet: &#8222;Die Songs sind immer noch offen gehalten, ich will den Leuten nicht vorschreiben, woran sie glauben sollen, aber f\u00fcr mich ist die Musik von meinem Glauben gepr\u00e4gt. Und ich habe eben in den letzten Jahren zu dem Glauben zur\u00fcck gefunden, in dem ich als Kind erzogen worden bin. Und das zeigt sich in den Songs.&#8220; So finden sich auf &#8222;Alive&#8220; deutlichere Bez\u00fcge auf Wunder in der Welt, auf christliche Werte wie N\u00e4chstenliebe und auf Gott &#8211; wie eben in der ersten Single &#8222;Grace&#8220;, in der es hei\u00dft: &#8222;Everytime I feel the sunshine \/ I thank the Lord up above&#8220;. \u00c4hnliche Zeilen waren zwar auch schon auf Live-Alben zu h\u00f6ren, doch nicht so christlich gepr\u00e4gt. Musikalisch wie auch textlich hat Ed Kowalczyk mit &#8222;Alive&#8220; versucht, die Balance zwischen Kontinuit\u00e4t und Ver\u00e4nderung zu halten &#8211; eine Gratwanderung, die schwer zu bewerkstelligen ist, in diesem Falle aber bravour\u00f6s gemeistert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich erschienen in Kulturnews 07\/2010.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben des Ed: Solo statt Live und Jesus statt Buddha.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1178,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_vp_format_video_url":"","_vp_image_focal_point":[],"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[18,311,310,31,33,24],"class_list":["post-1177","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-alternative","tag-ed-kowalczyk","tag-live","tag-musik","tag-singersongwriter","tag-stories"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1177"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1181,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1177\/revisions\/1181"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}