{"id":1194,"date":"2008-08-01T00:00:41","date_gmt":"2008-07-31T23:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=1194"},"modified":"2013-06-02T10:55:46","modified_gmt":"2013-06-02T09:55:46","slug":"reite-die-welle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=1194","title":{"rendered":"Reite die Welle!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der H\u00f6hepunkt ihrer Karriere war wohl zweifellos die Ver\u00f6ffentlichung von \u201eConnected\u201c 1992. Mit ihren Hits \u201eConnected\u201c und \u201eStep It Up\u201c waren sie damals \u00fcber Monate in den Charts. <!--more-->In der Zeit nach dem durchschlagenden Erfolg des Albums, haben die Stereo MCs die ganze Welt bereist. Sie waren Opener von U2 auf deren legend\u00e4rer Zooropa-Tour und spielten ein ganzes Jahr lang auf so vielen B\u00fchnen, dass sie sich kaum noch an Einzelheiten erinnern k\u00f6nnen. \u201eDas war damals wie beim Surfen. Wir waren mit \u201aConnected\u2019 weit raus geschwommen und hatten die Welle voll erwischt. Wir waren gar nicht darauf eingestellt, aber das bedeutete dann eben auch, dass wir nicht mehr aussteigen konnten. Wir mussten die Welle zu Ende reiten, bis zum Strand,\u201c erkl\u00e4rt Rapper Rob Birch in kalifornischen Bildern die Situation der Band damals. Warum aber nach dieser Mordsbrandung gleich f\u00fcr fast ein Jahrzehnt Ebbe herrschen musste, das erkl\u00e4rt sich dadurch nicht. \u201eNaja, wir waren total ersch\u00f6pft, wie erschlagen von dem Erfolg und musikalisch ein wenig ausgebrannt,\u201c berichtet Rob. Nick Hallam, der zweite MC, sieht aber auch eine allgemeine Ebbe in Sachen kreativer Musik als ma\u00dfgeblich verantwortlich f\u00fcr das lange Schweigen: \u201eDie 90er Jahren waren musikalisch einfach schei\u00dfe. Und zumindest im Dance war es damals total langweilig. Ich meine, die ganze TripHop-Schiene war so was von ausgelutscht. Jeder hat auf einmal schleppende Beats produziert und meinte, er m\u00fcsse daraus einen Song machen. Und der sonst verbreite Technostil war mir zu geradeaus, da fehlte f\u00fcr mich der Reiz.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diesem Grunde haben sich Rob und Nick dann eher mit DJing und Remixen \u00fcber Wasser gehalten. Das war f\u00fcr die beiden Musiker aus Brixton die ultimative M\u00f6glichkeit, weiter ein Teil der Szene zu bleiben, die Trends zu checken und auf den richtigen Moment zu warten, ohne selber ver\u00f6ffentlichen zu m\u00fcssen. Rob erkl\u00e4rt: \u201eDie Clubs sind f\u00fcr uns sehr wichtig, dort passiert im Dance doch alles. Und als DJ bist du mittendrin, bleibst am Geschehen.\u201c Und so haben sie ein Jahrzehnt vom Strand aus, den anderen beim Surfen zugeschaut, immer auf die Killerbrandung wartend. Doch seit dem Millennium sind sie wieder voll da, haben ihren Groove gefunden und sind erneut auf das offene Meer geschwommen. Erstmal zaghaft, mit einem DJ-Mixalbum, doch dann folgte Schlag auf Schlag, 2001 \u201eDeep, Down and Dirty\u201c, dann ein Best Of und 2005 schlie\u00dflich \u201eParadise\u201c. Jetzt im Jahre 2008 scheinen sie wieder voll auf einer neue Welle zu reiten, oder etwa nicht? \u201eJa, so in der Art,\u201c lacht Rob, \u201eseit ein paar Jahren ist die Musik jedenfalls wieder interessanter geworden. Das hat uns dazu bewegt, wieder zu experimentieren. Es scheint, als sie alles m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Potential jedenfalls bietet auch \u201eDouble Bubble\u201c, das neue Album der Stereo MCs. Von ruhiger aber eindringlicher Kraft, tanzbar aber nie in Schubladendenken verhaftet, bieten die MCs ein Album, dass ganz wunderbar auf der neuen Welle reiten kann. \u201eEs ist, als sei die Kreativit\u00e4t wiedergekehrt. In der Musikszene bewegt sich was. Die Leute experimentieren. Und man achtet darauf, was die anderen machen. Es gibt einen Austausch. Ich h\u00f6re in den Clubs st\u00e4ndig neue Musik, oder ich finde Sachen im Internet, von denen ich noch nie geh\u00f6rt habe. Die Vielfalt ist einfach enorm und es gibt keine Regeln mehr, keine festen Strukturen. Alles ist einfach offener.\u201c Nick ist begeistert von der momentanen Perspektive im Dance, die auch auf \u201eDouble Bubble\u201c transportiert wird. Das Album befindet sich ganz im Jetzt und tr\u00e4gt diese Energie schlummernden Potentials in sich. Ganz so wie die Welle, die darauf wartet geritten zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich erschienen in <em>Loop<\/em> 08\/2008.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der H\u00f6hepunkt ihrer Karriere war wohl zweifellos die Ver\u00f6ffentlichung von \u201eConnected\u201c 1992. 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