{"id":1197,"date":"2010-09-01T00:00:02","date_gmt":"2010-08-31T23:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=1197"},"modified":"2013-06-02T10:26:22","modified_gmt":"2013-06-02T09:26:22","slug":"das-monster-in-dir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=1197","title":{"rendered":"Das Monster in Dir"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Sein f\u00fcnftes Album sei sein pers\u00f6nlichstes, sagt Andy LaPlegua und spricht von &#8222;Making Monsters&#8220; als sei es ganz nat\u00fcrlich aus seinem eigenen Leben geboren, so nebenbei auf Tour und ganz ohne Wehen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit mehr als 7 Jahren arbeitet LaPlegua an seinem kreativen Outlet Combichrist, hat Erfolge gefeiert, aus dem Studioprojekt eine ganze Band erhoben und nun mittlerweile das f\u00fcnfte Album vorgelegt. Doch erst jetzt, sagt er, habe er die Mu\u00dfe gehabt, diese Entwicklung zu betrachten: &#8222;Das Album ist ganz pers\u00f6nlich geworden, denn es reflektiert mein Leben und die Akzeptanz, die ich gebraucht habe, es so anzuerkennen, wie es eben ist.&#8220; Und weil es so pers\u00f6nlich ist, eine Entwicklung und deren Reflektion darstellt, ist es vielseitig geworden, schnellt nicht mehr nur nach vorne, reiht neben die Aggression und die Verzerrung auch melodi\u00f6sere Momente, dunkle wie auch helle Stimmungen erg\u00e4nzen sich. Die Monster, die der Titel uns verspricht sind das Pers\u00f6nliche des Albums, wie LaPlegua erkl\u00e4rt: &#8222;Die Menschen haben Angst vor dem Leben. Sie f\u00fcrchten, wenn sie es auskosten, dann w\u00fcrden sie ein Monster erschaffen. Ich m\u00f6chte sie aber ermutigen, genau das zu tun. Erschafft die Monster, lebt euer Leben, so wie ihr es wollt! Es gibt keinen Gott, der euch beurteilt, es gibt keinen Himmel und keine H\u00f6lle. Es gibt nur das Jetzt.&#8220; Das klingt sehr danach als w\u00e4re Dorian Gray sein Lieblingsmonster &#8211; ein Mensch, der in voller Dekandenz sein Leben auskostet und alle seine S\u00fcnden auf sein Bildnis \u00fcbertr\u00e4gt. Doch LaPlegua lacht nur, denn diese Art k\u00fcnstlerischer Absolution hat er nicht n\u00f6tig: &#8222;Mein Lieblingsmonster ist Godzilla, das ist das ultimative Monster und lebt nur nach seinen eigenen Regeln.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch ist es wirklich so, gibt es nur die eigenen Regeln, keine Konsequenzen? Nicht ganz, wie die Anfeindungen aus dem fundamentalistischen Lager amerikanischer Christlichkeit beweisen: &#8222;In den USA, wo ich jetzt lebe, werde ich immer noch stark wegen der Band angegangen, aber das zeigt ja nur, dass ich die Leute aufzur\u00fctteln vermag. Die sind sauer, weil ich mich nicht anpassen will.&#8220; Denn darum geht es schlie\u00dflich auf &#8222;Making Monsters&#8220;, um den kompromisslosen Weg, sich selbst zu erkennen und nur so zu sein, wie man es will. LaPlegua meint, wir seinen zu leicht beeinflussbar von Regeln: &#8222;Die Menschen sehen sich als Monster, weil ihre Wahrnehmung sie zum Anderen macht. Sie wollen das monstr\u00f6se Bild loswerden und distanzieren sich von sich selbst, weil sie den Erwartungen nicht entsprechen. Ihren eigenen und denen anderer. Das ist abgefuckt &#8211; seit doch einfach so, wie es euch gef\u00e4llt!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andy LaPlegua jedenfalls hat mit Combichrist und &#8222;Making Monsters&#8220; sein monstr\u00f6ses Selbst entdeckt, hat es ins Herz geschlossen, lieben gelernt und dabei die Lektion verinnerlicht, die Victor Frankenstein nicht zu lernen bereit war. Du musst deine Sch\u00f6pfung lieben und ihr helfen zu gedeihen, nur dann wird sie dich nicht auf ewig verfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Combichrist &#8211; &#8222;Making Monsters&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich erschienen im <em>Piranha<\/em> 09\/2010.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sein f\u00fcnftes Album sei sein pers\u00f6nlichstes, sagt Andy LaPlegua und spricht von &#8222;Making Monsters&#8220; als sei es ganz nat\u00fcrlich aus<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1198,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_vp_format_video_url":"","_vp_image_focal_point":[],"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[675,104,103,31,24],"class_list":["post-1197","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-combichrist","tag-electro-metal","tag-industrial","tag-musik","tag-stories"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1197","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1197"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1197\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3079,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1197\/revisions\/3079"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1198"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1197"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1197"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}