{"id":1703,"date":"2012-08-09T00:00:01","date_gmt":"2012-08-08T23:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=1703"},"modified":"2013-06-02T08:51:51","modified_gmt":"2013-06-02T07:51:51","slug":"the-time-tunnel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=1703","title":{"rendered":"The Time Tunnel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\">DVD Booklet der Neuver\u00f6ffentlichung der Serie \u201cThe Time Tunnel\u201d<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">Irwin Allen Biografie<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irwin Allen wurde 1916 in New York geboren, doch es zog ihn bereits im Alter von 22 Jahren nach Hollywood, wo er dank seines Journalismus-Studiums schnell als Schreiber t\u00e4tig wurde. Doch Allen war ein Mann der gro\u00dfen Show, liebte die Maschinerie Hollywoods und wechselte schnell auf die Seite der Filmemacher. Zuerst realisierte er Dokumentationen, wie etwa den Oscar-pr\u00e4mierten <em>The Sea Around Us<\/em> von 1950, fand dann aber schnell zu fiktionalen Themen und auff\u00e4lligen Spezialeffekten, die mehr seinen Erwartungen von Spektakel und Unterhaltung entsprachen. So vereinte sein Film <em>The Animal World (1956) <\/em>Dokumentation mit seinem im sp\u00e4teren Schaffen immer wiederkehrenden Markenzeichen an Sensation ausgerichteter Szenen, wie in diesem Fall die in Stopmotion animierten Dinosaurier. Von da war es also nur noch ein kleiner Schritt zu fantastischeren Filmwelten, wie etwa Sir Arthur Conan Doyles <em>The Lost World<\/em> (1960), in dem wiederum Dinosaurier eine Hauptrolle spielten \u2013 diesmal jedoch in Form trickreich kost\u00fcmierter Leguane und Krokodile. Die Szenen dieses Films verdeutlichen symbolisch noch ein weiteres Kennzeichen seiner Arbeit, denn sie erscheinen in Form von Archivmaterial in jeder von Allens TV-Serien der 1960er Jahre. Der bekennende Wiederverwerter nutzte Szenen aus dem reichbest\u00fcckten Filmfundus der Studios, um seine Fernsehserien wie <em>The Voyage to the Bottom of the Sea<\/em> (1964-68) innerhalb akzeptabler Kostengrenzen zu halten und dennoch spektakul\u00e4re Geschichten erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Er galt als sparsam bis hin zur Geizigkeit, schaffte es aber dennoch immer wieder die gr\u00f6\u00dften Produktionsbudgets f\u00fcr seine Serien zu verhandeln (u.a. f\u00fcr <em>Land of\u00a0 the Giants<\/em> [1968-70] $250.000 Budget pro Folge) und nahm lieber die Einstellung einer Serie in Kauf, als auf Sparpl\u00e4ne der Studios einzugehen. In den 1960er Jahren konnte Allen so vier erfolgreiche und bis heute mit Kultstatus bewertete Science Fiction-Serien verwirklichen: neben <em>Voyage<\/em> und <em>Giants<\/em> noch <em>Lost in Space<\/em> (1965-68) und eben <em>The Time Tunnel<\/em> (1966-67), seiner bis heute mit gr\u00f6\u00dfter Begeisterung verehrten Serie. Die 1970er Jahre Sahen Allen teilweise zur\u00fcck am Filmset, wo er mit <em>The Poseidon Adventure<\/em> (<a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/1972_in_film\">1972<\/a>) und <em>The Towering Inferno<\/em> (<a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/1974_in_film\">1974<\/a>) Erfolge feierte, w\u00e4hrend aber seine TV-Produktionen wie <em>The Swiss Family Robinson<\/em> (1975) nicht an die Hits der 1960er Jahre ankn\u00fcpfen konnten. Sein Faible f\u00fcr Action- und Katastrophenfilme, von denen er in den 1970er Jahren knapp ein Dutzend produzierte, brachte ihm allerdings in Hollywood den unumst\u00f6\u00dflichen Ruf des &#8222;Master of Disaster&#8220; ein. In den 1980er Jahren versuchte er noch einmal eine R\u00fcckkehr zur Science Fiction, die aber nur wenig \u00fcberzeugen konnte. Sein letzter gr\u00f6\u00dferer Erfolg war eine TV-Produktion von <em>Alice in Wonderland<\/em> (1985). Seinen Fans wird er jedoch auch nach seinem Tod im Jahre 1991 vor allem f\u00fcr seine innovativen TV-Serien, seine spektakul\u00e4ren Action-Szenen und den Ausspruch &#8222;Wenn ich die Welt nicht in den ersten zehn Minuten des Films in die Luft jagen kann, dann ist es ein Flop!&#8220; im Ged\u00e4chtnis bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>The Time Tunnel<\/em> \u2013 Geschichte der Produktion<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Serie am 09. September 1966, an einem Freitagabend, auf dem amerikanischen Sender ABC Premiere feierte, da musste sie bereits einige Hindernisse \u00fcberwinden. Im Gegensatz zu Allens bisherigen Serien <em>The Voyage to the Bottom of the Sea<\/em> und <em>Lost in Space<\/em>, die beide einen unproblematischen Start zu relativ konkurrenzlosen Sendeter\u00adminen erreicht hatten, war der Freitagabend fest in der Hand der Konkurrenz von CBS und NBC, die mit <em>The Wild Wild West<\/em> (1965-69) und <em>Tarzan<\/em> (1966-69) zwei \u00fcberaus erfolgreiche Serien auf diesem Platz etabliert hatten. Hinzu kam, dass ABC die Serie im Gegensatz zu den anderen Sendern auf den &#8218;Halbstundenplatz&#8216; nach <em>The Green Hornet<\/em> (1966-67) platzierte und so die Konkurrenzsituation noch versch\u00e4rfte, da potentielle Zuschauer der Sendung nicht nur das Ende der erstgenannten Serien verpassen w\u00fcrden, sondern auch noch den Anfang der nachfolgenden <em>Hogan&#8217;s Heroes<\/em> (1965-71, CBS) oder <em>The Man from UNCLE<\/em> (1964-68) \u2013 alle vier waren hochbewertete Sendungen und eine schwere B\u00fcrde f\u00fcr <em>The Time Tunnel<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was aber zum Zeitpunkt der Sendung niemand wissen konnte, war, dass gerade einen Tag zuvor bereits ein Science Fiction-Franchise angelaufen war, was aus historischer Perspektive allen Allen Produktionen den Rang ablaufen sollte: Gene Roddenberrys <em>Star Trek<\/em>. Und dennoch konnte sich ein treues Publikum f\u00fcr die Zeitreise-Abenteuer von Dan und Tony begeistern. <em>The Time Tunnel<\/em> war zwar im Gegensatz zu allen anderen Irwin Allen-Serien kein sofortiger kommerzieller Erfolg, hatte aber im Laufe der ersten Staffel gen\u00fcgend Publikum in der relevanten Zielgruppe jugendlicher Zuschauer erlangt, um von ABC f\u00fcr eine zweite Staffel verl\u00e4ngert zu werden. Dass es die zweite Staffel niemals geben sollte, lag also weder an Allen (der bei <em>Lost in Space<\/em> lieber die Absetzung in Kauf nahm, als Budget-K\u00fcrzungen) noch an fehlendem Interesse der Zuschauer. Im Gegenteil, die von der kurz zuvor neu eingesetzten ABC-F\u00fchrung revidierte Entscheidung zur Fortsetzung der Serie (aus programmpolitischen Gr\u00fcnden) wurde 1967 von den Fans mit einer Flut an Protestbriefen und \u2013anrufen quittiert und die Serie gilt bis heute als absolutes Kultobjekt des 1960er Jahre Fernsehens in den USA. Wiederholungsausstrahlungen haben in den folgenden Jahren hohe Quoten erzielt und laufen zum Teil noch bis heute, ganz abgesehen vom kulturellen Einfluss der Serie und des Zeitreisekonzeptes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Grund f\u00fcr den andauernden Erfolg der Serie d\u00fcrfte in der Zielgruppe liegen, die in den 1960er Jahren von Fernsehmachern gezielt angesprochen werden sollte. W\u00e4hrend die TV-Geschichte die 1950er Jahre als die &#8222;Adult Westerns&#8220; \u00c4ra bezeichnete, war in den 1960er Jahren erstmals bemerkte worden, dass ein weitaus j\u00fcngeres Publikum das Medium f\u00fcr sich entdeckt hatte. Entsprechend wurden Sendungen f\u00fcr Jugendliche entwickelt, die vor allem unterhaltend und wenig anspruchsvoll sein sollten, die auf Effekte, Spektakel und Showqualit\u00e4ten setzten statt auf glaubw\u00fcrdige Charakter- und Handlungsentwicklungen. Wie man sich unschwer denken kann, war Allen der ideale Mann f\u00fcr Sendungen, die das sensationswillige junge Publikum mit grandiosen Spezialeffekten und sensationellen Begebenheiten \u00fcberzeugen konnten. In der Science Fiction gilt bis heute die Binsenweisheit, das die Frage nach dem goldenen Zeitalter, dem\u00a0 &#8222;Golden Age&#8220; der SF, wortspielerisch leicht mit &#8222;12&#8220; zu beantworten ist. Zw\u00f6lf ist das Alter, in dem die meisten SF-Fans gewonnen werden und in dem man von Aliens, Raumschiffen, Robotern und fremden Welten tr\u00e4umt. Und eben genau diesem Aphorismus folgend sind Allens Serien ein Fest f\u00fcr die Sensationslust des Teenagers, wird in ihnen die Sehnsucht nach exotischen Orten, fremden und fernen Zeiten, nach Abenteuer und Realit\u00e4tsflucht befriedigt. Und eben diese Teenager, die letzte Welle der Babyboomer der Nachkriegszeit, sind im Laufe der Jahre zur ersten Generation SF-Fans geworden, die mit dem Fernsehen als Medium gro\u00dfgeworden sind. Sie haben die Pulp-Hefte der 1940er und 50er Jahre durch die abendliche, serielle TV-Unterhaltung ersetzt und in ihrem Heranwachsen ein nostalgisches Gef\u00fchl f\u00fcr ihre Lieblingsserien erhalten. Ihr anhaltendes Interesse hat aus <em>The Time Tunnel<\/em> einen Kultklassiker des SF-Fernsehens werden lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Deutsche \u00dcbersetzung<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Das deutsche Fernsehen der 1960er Jahre war vor allem von der Diskussion um den Nutzen und die Aufgabe der ausgestrahlten Sendungen gepr\u00e4gt (Stichwort: Bildungsauftrag) und es dauerte relativ lange bis sich die Sender trotz der industrialisierten Produktionsbedingungen von einer reihenweisen Herstellung und Ausstrahlung von Unterhaltungsserien \u00fcberzeugen lie\u00dfen. Zu gro\u00df waren die Vorurteile, dass TV-Serien das Fernseh-\u00c4quivalent zum Groschenheft seien und den Zuschauer nur mit massenproduzierter Realit\u00e4tsflucht bedienten. Entsprechend vorsichtig wurden Serien aus dem US-Fernsehen eingekauft und synchronisiert und so erkl\u00e4rt sich auch, die eingeschr\u00e4nkte Auswahl der ARD, die von 30 bestehenden US-Folgen nur 13 f\u00fcr die Ausstrahlung in Deutschland ausw\u00e4hlten. Allens \u00fcberschw\u00e4ngliche Sensationslust, der Einsatz abstruser Au\u00dferirdischer und die teils skurrilen Handlungsverl\u00e4ufe der Sendung wurden durch die Beschr\u00e4nkung auf 13 Folgen in Schach gehalten \u2013 man konzentrierte sich auf Episoden mit welthistorisch relevante Ereignissen und ignorierte zu US-lastige Themen und all die Folgen, die zu deutlich dem ARD-Verst\u00e4ndnis einer anspruchsvollen Unterhaltung zu wider liefen. So wurden dem deutschen Zuschauer beispielsweise die Eskapaden einer Schar Au\u00dferirdischer vorenthalten, die Ende des 19. Jahrhunderts eine Kleinstadt im Westen der USA unsicher machten (in der Folge &#8222;Visitors from Beyond the Stars&#8220;).<\/p>\n<p>Als die ARD sich also 1971 dazu entschloss, <em>The Time Tunnel<\/em> dem deutschen Publikum zu pr\u00e4sentieren, da wurden die 13 geeignetsten Folgen ausgew\u00e4hlt und dank der besten Sprecher Deutschlands synchronisiert. Peter Kirchberger (Tony Newman), Horst Stark (Dan Philips), Helmo Kindermann (General Heywood Kirk), Renate Pichler (Dr. Ann MacGeregor) und G\u00fcnther Jerschke (Dr. Raymond Swain) konnten als Stimmen f\u00fcr die Hauptcharaktere gewonnen werden. Kirchberger war Zuschauern vor allem als die markante Stimme Elvis Presleys bekannt, w\u00e4hrend Stark dank seiner Rolle als Adam Cartwright aus Bonanza besonders beliebt war. Und auch Kindermann (als Stimme von Charlton Heston und Marshall Thompson aus der TV-Serie <em>Daktari<\/em>), Pichler (als Schauspielerin in beliebten deutschen Serien wie der <em>Hafenpolizei<\/em>) und Jerschke (als bekannter Film- und Fernsehschauspieler der 1950er Jahre) waren dem deutschen Publikum keine Unbekannten. Ihrer hervorragenden Arbeit ist es wohl auch zu verdanken, dass sich die Original-ARD-Synchronisation bis heute so gro\u00dfer Beliebtheit erfreut und im Gegensatz zu einer alternativen Neubearbeitung von den Fans f\u00fcr ihre Authentizit\u00e4t und Gravit\u00e4t gelobt wird.<\/p>\n<p>Den Neuversuch der Synchronisation unternahm 1997 der Privatsender Sat.1, in diesem Falle sogar f\u00fcr alle 30 Folgen. Doch die mit 30 Jahren Abstand betrachtete Serie, vor allem die bereits erw\u00e4hnten \u00fcbertrieben sensationellen Folgen, die die ARD ausgespart hatte, forderten in der Neufassung ihren Tribut. Die mit Gernot Endemann (Tony Newman) und Edgar Hoppe (Dan Phillips) besetzte Synchronisation ist gegen\u00fcber der ARD-Version modernisiert und umgangssprachlicher ausgestaltet, was aber die Serie sp\u00fcrbar farcenhaft wirken l\u00e4sst und mitunter zu unpassender Komik f\u00fchrt. Die Fassung von 1971 nimmt Allens Serie hingegen ernst und verweist durch ihren sicheren Stil auf die in den Sendern so stark diskutierte Frage um den Anspruch von TV-Serien. Denn trotz aller Action, Spezialeffekte und Sensationslust war Allen nicht daran gelegen eine Comedy zu produzieren, sondern gro\u00dfe Fernsehunterhaltung und eben Abenteuer f\u00fcr den Freitagabend. Gerade die Sorgfalt mit der historische Fakten erarbeitet und in der Sendung transportiert wurden ist bezeichnend f\u00fcr die Bewertung der Sendung und eine modernisierte mit Jargon und ironischem Tonfall produzierte Synchronisation konnte diesem Anspruch in den Augen vieler Fans nicht gerecht werden.<\/p>\n<p>Wie oft im Bereich der Science Fiction, gerade in Deutschland, wurde auch bei <em>The Time Tunnel<\/em> allzu schnell das Groschenheft-Vorurteil einer Billigproduktion best\u00e4tigt gesehen und so erschien vor einigen Jahren eine DVD-Box, die sich der 1997er Synchronfassung bediente, aber ansonsten leider nur durch mindere Bildqualit\u00e4t auffiel. Die Relevanz der Serie f\u00fcr Irwin Allen, f\u00fcr das Science Fiction-Fernsehen und vor allem f\u00fcr die Fans, die ihrer Lieblingssendung bis heute treu geblieben sind, wurde diese Box kaum gerecht. Entsprechend formierte sich Widerstand in Fankreisen gegen diese Form der Abwertung der Serie, den die vorliegende Ver\u00f6ffentlichung der Originalserie in der Fassung von 1971 nun zu entkr\u00e4ften sucht. Zum ersten Mal ist nun also die vor mehr als 40 Jahren in der ARD ausgestrahlte Version der Serie wieder hergestellt und dem Publikum in Form dieser DVD-Box zur Verf\u00fcgung gestellt worden \u2013 ganz so als sei sie selbst durch den Zeittunnel zu uns gekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zeitreisen<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Idee, eine Reise durch die Zeit zu machen, findet sich schon in antiken Geschichtensammlungen, zumeist in Form magischer Reisen oder jahrelanger Schlafperioden, die den Reisenden \u00fcberrascht in der Zukunft erwachen lassen, oder in Form von Geistern herbeigef\u00fchrter Reisen in die Vergangenheit, wie etwa in Charles Dickens <em>A Christmas Carol<\/em> (1843). Doch die technologisch-kontrollierbare Zeitreise d\u00fcrfte der Imagination H.G. Wells entsprungen sein, der 1895 explizit die Erfindung einer Zeitmaschine und die damit verbundenen Gefahren in seinem Roman <em>The Time Machine<\/em> festhielt. Seit dieser Pionierleistung hat die Reise in Zukunft oder Vergangenheit der Menschheit eine unb\u00e4ndige Faszination auf Autoren der Science Fiction ausge\u00fcbt. Genre-Giganten wie Robert A. Heinlein (in &#8222;By His Bootstraps&#8220; oder <em>A Door into Summer<\/em>), Ray Bradbury (in <em>A Sound of Thunder<\/em>) oder Poul Anderson (in seiner Time Patrol-Reihe) haben sich der Idee literarisch angenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der literarischen Science Fiction, war die Zeitreise insbesondere f\u00fcr Hollywood in Film- aber auch Fernsehproduktionen eine besonders ergiebige Quelle, die bis heute nicht versiegt ist. W\u00e4hrend Filmstudios aber insbesondere eine Reise in die d\u00fcstere, wohlm\u00f6glich strahlenverseuchte Zukunft der Menschheit f\u00fcr deutlich story-w\u00fcrdiger hielten, wie etwa in Ib Melchiors <em>The Time Travelers<\/em> (1964) oder sp\u00e4ter im weltber\u00fchmten <em>Planet of the Apes<\/em> (1968) von Frank Schaffner, waren die Fernsehproduktion h\u00e4ufiger an Reisen zu historischen Ereignissen interessiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M\u00f6glichkeit, Science Fiction in historischen Epochen anzusiedeln bot sparsamen Studios n\u00e4mlich die ideale Gelegenheit Sets wiederzuverwerten und Geld f\u00fcr teure futuristische Technologien zu sparen. So wundert es denn auch nicht, dass bereits fr\u00fche fantastische US-Serien wie <em>Captain Z-Ro<\/em> (1955), <em>The Twilight Zone<\/em> (1959-64) oder <em>The Outer Limits<\/em> (1963-65) sich des Themas in einzelnen Episoden angenommen hatten. Einzig die britische SF-Serie <em>Doctor Who<\/em> (1963-) war Irwin Allen ein paar Jahre voraus, als dieser mit <em>The Time Tunnel<\/em> die erste US-Serie schuf, deren gesamten Handlung auf der Pr\u00e4misse der Zeitreise basierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Unterschied zwischen beiden Serien lag hier aber darin, dass <em>The Time Tunnel<\/em> zumindest anf\u00e4nglich auf extraterrestrische Wesen und Raumschiffe verzichtete und statt dessen Wells Konzept einer genialen menschlichen Erfindung deutlich n\u00e4her stand. Doch wo SF-Literaten wie Heinlein sich der komplexen Physik und der philosophischen Weite hinter dem Konzept bewusst waren, verschiedene Theorien zum Aufbau der Zeit und vor allem unterschiedliche L\u00f6sungsstrategien f\u00fcr das Gro\u00dfvater-Paradox durchspielten, da war Hollywood plumper. <em>The Time Tunnel<\/em> verfolgt jedenfalls keine durchg\u00e4ngige Theorie zu Zeitreisen, zu parallelen Zeitstr\u00e4ngen oder der Ver\u00e4nderung der Geschichte. Diskussionen \u00fcber die Nicht-Einmischung, wie sie sp\u00e4ter im Star Trek-Franchise der Fall sind, fehlen hier v\u00f6llig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kulturelle Einflussnahme, die Allen mit <em>The Time Tunnel<\/em> erreicht hat, ist jedoch un\u00fcbersehbar: von billigen B-Produktionen wie <em>Journey to the Centre of Time<\/em> (1968), Allens TV-Neustart-Versuch mit <em>Time Travelers<\/em> (1976), \u00fcber Blockbuster wie Robert Zemeckis <em>Back to the Future<\/em>-Reihe (1985-90) bis hin zu so erfolgreichen Serien-Highlights wie <em>Quantum Leap<\/em> (1989-93) hat<em> The Time Tunnel<\/em> viele Nachfolger entscheidend mit gepr\u00e4gt. Und auch das Konzept des Tunnels, als Portal in fremde Welten wurde dank Allens genialem Set-Design pr\u00e4gend f\u00fcr zuk\u00fcnftige Film- und Serienproduktionen, wie man an Roland Emmerichs Film <em>Stargate<\/em> (1994) und den ihm folgenden gleichnamigen TV-Serien <em>SG-1 (1997-2007)<\/em>, <em>Atlantis<\/em> (2004-09) und <em>Universe<\/em> (2009-11) sehen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich in Teilen erschienen als DVD-Booklet f\u00fcr die Studio Hamburg <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/The-Time-Tunnel-Remastered-Original-Synchro\/dp\/B007R36KUC\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1344072534&amp;sr=8-1\" target=\"_blank\">Neuver\u00f6ffentlichung<\/a> der Serie. Der Abschnitt &#8222;Zeitreisen&#8220; ist bisher unver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DVD Booklet der Neuver\u00f6ffentlichung der Serie \u201cThe Time Tunnel\u201d<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1704,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_vp_format_video_url":"","_vp_image_focal_point":[],"footnotes":""},"categories":[184],"tags":[154,190,99,183,518,181],"class_list":["post-1703","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pr","tag-dvd","tag-pr-2","tag-science-fiction","tag-studio-hamburg","tag-time-tunnel","tag-tv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1703","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1703"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1703\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2934,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1703\/revisions\/2934"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1704"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}