{"id":1982,"date":"2012-12-28T00:00:52","date_gmt":"2012-12-27T23:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=1982"},"modified":"2013-06-02T08:19:28","modified_gmt":"2013-06-02T07:19:28","slug":"willkommen-in-der-zombie-apokalypse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=1982","title":{"rendered":"Willkommen in der Zombie-Apokalypse"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\"><b>Was tun, wenn der Untote vor der T\u00fcr steht?<\/b><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Actionspiel PC:\u00a0<\/b><b>Die \u201eArmA 2\u201c-Mod \u201eDay Z\u201c ist kein Spiel im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein \u00dcberlebenstraining der besonderen Art.<!--more--><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie stehen auf einer Stra\u00dfe irgendwo im Nichts. Sie haben Hunger, Durst und Ihnen ist kalt. In weiter Entfernung ersp\u00e4hen Sie eine Tankstelle \u2013 Zivilisation! Dort gibt es Essen, Wasser und vielleicht ein Dach \u00fcber dem Kopf. Sie gehen darauf zu, doch irgendetwas stimmt nicht. Wo ist der Tankwart? Warum ist alles so heruntergekommen? Pl\u00f6tzlich h\u00f6ren Sie ein Gurgeln, ein Schlurfen. Und dann sehen Sie sie: Zombies. Gierige Augen fixieren Sie, als die zerfallenden K\u00f6rper aus einer H\u00fctte hinter der Tankstelle hervorkriechen. Und dann rennen Sie um Ihr Leben, doch es ist zu sp\u00e4t. Blutige H\u00e4nde greifen nach Ihnen. Sie gehen zu Boden, sehen nur noch die Schatten \u00fcber Ihnen, dann ist es dunkel. Sie sind tot.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Survival-Simulator statt Ego-Shooter<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Szenario d\u00fcrfte in groben Z\u00fcgen etwa der Erfahrung der meisten Spieler von \u201eDay Z\u201c entsprechen, der wohl beliebtesten Fan-Modifikation (\u201eMod\u201c) zum Milit\u00e4r-Shooter \u201eArmA 2\u201c. Die Mod versetzt den Spieler in das 225 Quadratkilometer gro\u00dfe Gebiet des Landes Chernarus, das von einem unbekannten, t\u00f6dlichen Virus getroffen wurde. Infizierte bleiben aber nicht tot, sie kehren zur\u00fcck \u2013 als Zombies. Sie \u00fcbernehmen die Rolle eines der letzten gesunden Menschen und haben nur ein Ziel: \u00dcberleben! Und genau da liegt das Problem, denn \u201eDay Z\u201c sorgt nicht einfach f\u00fcr eine Spielumgebung in typischer Shooter-Manier, sondern f\u00fcr eine echte \u00dcberlebenssimulation, die Sie auf ganz neue und ungewohnte Proben stellen wird (siehe Kasten). Sie ben\u00f6tigen immer wieder Nahrung und Wasser; auch Schutz vor dem Wetter ist notwendig. Und vergessen Sie blo\u00df nicht die vielen Untoten, die Sie bei lebendigem Leibe auffressen wollen. Doch Waffen und Munition sind rar und jedes Haus kann \u2013 wie eingangs verdeutlicht \u2013 zur t\u00f6dlichen Zombie-Falle werden. Jeder Schritt in der Welt von \u201eDay Z\u201c birgt eine Gefahr, und der Tod ist unausweichlich. Bleibt also nur die Frage: Wie lange werden Sie \u00fcberleben?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Der Macher von &#8222;Day Z&#8220;<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau diese Frage musste sich der Entwickler der Mod, Dean Hall, vor einigen Jahren auch stellen, als er im Dienste der neuseel\u00e4ndischen Armee zu einem \u00dcberlebenstraining im Dschungel von Brunei ausgesetzt wurde. Die 30 Tage Kampf mit dem Urwald hinterlie\u00dfen ihn halb verhungert, schwer verletzt und v\u00f6llig entkr\u00e4ftet \u2013 er ben\u00f6tigte mehrere Monate im Krankenhaus, um sich zu regenerieren. Doch die Erfahrung war zugleich auch Inspiration f\u00fcr \u201eDay Z\u201c. Hall programmierte die Mod im Alleingang und konnte binnen k\u00fcrzester Zeit mehrere hunderttausend Fans f\u00fcr sein Survival-Spiel begeistern. Ein Vertrag mit Bohemia Interactive, dem \u201eArmA 2&#8243;-Entwickler, folgte umgehend, da der Erfolg der Mod auch das drei Jahre alte \u201eArmA 2\u201c wieder in die Verkaufscharts der Download-Plattform Steam hievte. Und so wuchs die \u201eDay Z\u201c-Community stetig an. Die Fans lobten die Herausforderung und begannen schnell Anforderungen an die Weiterentwicklung zu stellen. Mittlerweile gibt es 1,4 Millionen Nutzer, die am Spiel teilnehmen. Im Oktober 2012 entschied Hall sich dann, die Entwicklung in Teilen an die Fan-Community zu \u00fcbergeben und sich mit seinem Entwicklerteam st\u00e4rker einer Stand-Alone Version zu widmen. Die Mod wird nun parallel von vielen Teams weiterentwickelt, w\u00e4hrend man bei der Stand-Alone-Fassung vor allem daran arbeitet, die Spielerfahrung \u00fcber die urspr\u00fcnglichen \u201eArmA 2\u201c-Begrenzungen hinaus wachsen zu lassen, wie Hall im Interview sagt (siehe Kasten). In seinem Blog gab er Anfang Dezember bekannt, die Stand-Alone-Version d\u00fcrfte wohl erst 2013 auf den Markt kommen \u2013 noch seien ein paar Probleme zu beheben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Menschliche Extremsituationen &#8211; eine Mod sie alle zu erleben<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hall wollte mit &#8222;Day Z&#8220; nicht vornehmlich die Action in den Mittelpunkt des Spiels stellen, sondern die extreme menschliche Situation. Es ging ihm darum, die Bedrohung deutlich sp\u00fcrbar zu machen und so psychologisch angespannte Momente herbeizuf\u00fchren. Er wollte die Folgen des Krieges und die Folgen von Entscheidungen \u00fcber Leben und Tod simulieren. Menschen reagieren in diesen Momenten instinktiv und f\u00fcr Hall war es genau dieser Aspekt, der &#8222;Day Z&#8220; so innovativ machte. Deswegen sterben Spielercharaktere in &#8222;Day Z&#8220; endg\u00fcltig und deswegen ist die Welt so gnadenlos. Laut dem Psychologen Alexander von Bethmann-Hollweg, 37, wird der Spieler quasi an eine evolution\u00e4re Vorstufe erinnert: &#8222;Wir sind seit Jahrtausenden genetisch darauf programmiert Bedrohungen wahrzunehmen. In au\u00dfergew\u00f6hnlichen Situationen reagieren wir ganz besonders sensibel und interpretieren vieles als bedrohlich. Dann setzt reflexartig unser Flucht- oder Kampfverhalten ein.&#8220; Und weil die Spielwelt persistent ist \u2013 es also weder Neustarts gibt, noch ein zweites Leben \u2013 kann einmal Geschehenes nicht wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann. Flucht- oder Kampfverhalten bringen im Spiel dauerhafte Konsequenzen mit sich und machen gerade deswegen die anderen Spieler und nicht die Zombies zum gef\u00e4hrlichsten Moment des Spiels. Der Mensch das Raubtier.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Kooperation oder Konfrontation &#8211; &#8222;Day Z&#8220; f\u00fcr Individualisten<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spielerreaktionen best\u00e4tigen dies deutlich. Da gibt es die Kollaborateure, die sich in Gruppen zusammenschlie\u00dfen und so den Gefahren der Welt zu trotzen versuchen. Gerade unter Anf\u00e4ngern ist dies eine verbreitete Taktik, um die \u00dcberlebenschancen zu steigern. So suchen Spieler wie <i>slahs<\/i> beispielsweise \u00fcber Foren Kontakt: &#8222;Wir sind keine Banditen aber auch keine Heroes sondern eine nette Gruppe, die Spa\u00df am Spiel und Gemeinschaft hat.&#8220; (day-z.de) Der gemeinsame \u00dcberlebenskampf verbindet und die Gruppe bietet Schutz \u2013 vor Zombies aber auch vor den Banditen. Als solchen werden in &#8222;Day Z&#8220; Spieler bezeichnet, die zum eigenen \u00dcberleben andere Spieler t\u00f6ten und sie pl\u00fcndern. Dabei ist der Kreativit\u00e4t keine Grenze gesetzt und Spieler entwickeln sehr elaborierte Techniken. So berichtet <i>xnixonx<\/i> in einem Forum, dass er sich in eine Gruppe eingeschlichen habe und drei Tage mit ihnen gespielt h\u00e4tte, um diese in einen Hinterhalt seiner Banditen-Gang zu locken: &#8222;Ihr seid ja aber auch so was von leichtgl\u00e4ubig! Jetzt seid ihr tot und wir haben eure Waffen und Ausr\u00fcstung. Ihr Loser!&#8220; (dayzmod.com) Der Tod durch andere Spieler ist nicht un\u00fcblich, wie auch COMPUTERBILD SPIELE beim Test immer wieder feststellen musste (s.u. Zeitleiste).<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Realismus Light &#8211; die T\u00fccken der &#8222;ArmA II&#8220;-Mod<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lobeshymnen der Hardcore-Spieler sind enorm, bietet &#8222;Day Z&#8220; doch eine einzigartige psychologische Erfahrung, die erfahrene Spieler vor ganz neue Herausforderungen stellt. Doch nicht alles an der Mod ist \u00fcberzeugend. Vor allem die durch das Original-Spiel &#8222;ArmA II&#8220; gesetzten Rahmenbedingungen sind f\u00fcr eine umfangreiche Survival-Simulation teilweise zu restriktiv. So kann der Spieler in &#8222;Day Z&#8220; beispielsweise nicht auf Geb\u00e4ude oder B\u00e4ume klettern \u2013 eine Handlungsweise, die angesichts der Horden von Zombies nicht unwahrscheinlich w\u00e4re. Auch sind im Moment nur sehr wenige Geb\u00e4ude \u00fcberhaupt betretbar und Objekte befinden sich immer auf dem Boden des Eingangsraums, nicht etwa in Schr\u00e4nken oder Truhen. Improvisierte Waffen gibt es nicht, Werkzeuge (wie ein Beil) k\u00f6nnen nicht &#8222;missbraucht&#8220; werden, und &#8222;echte&#8220; Waffen sind unglaublich rar. Und das umst\u00e4ndliche und v\u00f6llig unlogische Inventar-System treibt Spieler reihenweise zur Wei\u00dfglut. Doch die gr\u00f6\u00dfte Kritik von Gamern wie dem 15-j\u00e4hrigen Gymnasiasten Fabrice Christ zielt vor allem auf die technische Umsetzung: &#8222;Das Spiel ruckelt und die Verz\u00f6gerung von Handlungen macht das T\u00f6ten von Zombies fast unm\u00f6glich, selbst bei geringer Grafikeinstellung.&#8220; Doch all dies, so zumindest Entwickler Dean Hall, soll sich bei der Stand-Alone Variante nun \u00e4ndern.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Fazit &#8211; Wie gelungen ist &#8222;Day Z&#8220;?<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich selbst an die psychologischen Grenzen der Belastbarkeit bringen und dabei mehr \u00fcber eigene Tiefen und Abgr\u00fcnde erfahren m\u00f6chte, der ist bei &#8222;Day Z&#8220; genau richtig (s. Kasten &#8222;Was Day Z aus mir machte&#8220;). Insbesondere Shooter-Veteranen werden die extremen Herausforderungen des Spiels und die unglaublich dichte, bedrohliche Atmosph\u00e4re des Spiels in vollen Z\u00fcgen genie\u00dfen k\u00f6nnen. Wichtig hierf\u00fcr sind eine High-End Ausr\u00fcstung in Sachen Computer und jede Menge Frustrationstoleranz, die das Spiel jedem \u00dcberlebenden abfordert. F\u00fcr Gelegenheitsspieler jedoch ist die Mod enorm anstrengend. Das Fehlen jeglicher Spielmechanismen wie etwa einer Lernkurve oder einer Zielsetzung machen &#8222;Day Z&#8220; zu einer einzigartigen Erfahrung, die eben nicht f\u00fcr jeden gleicherma\u00dfen geeignet scheint. Die reichhaltigen Ergebnisse des Mod-Feldversuchs werden nun aber in eine Stand-Alone Version einflie\u00dfen und es bleibt zu hoffen, dass Hall und sein Team einige Imperfektionen ausbessern konnten. Vielleicht wird &#8222;Day Z&#8220; so dann doch noch zur echten Survival-Simulation, die von allen Spielern erfahrbar ist.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich erschienen in Computer Bild Spiele.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was tun, wenn der Untote vor der T\u00fcr steht? 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