{"id":1985,"date":"2012-12-30T00:00:54","date_gmt":"2012-12-29T23:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=1985"},"modified":"2013-06-02T08:18:28","modified_gmt":"2013-06-02T07:18:28","slug":"spielen-im-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=1985","title":{"rendered":"Spielen im Netz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Riesenauswahl, einfach Bedienung, kaum technische Voraussetzungen und dazu noch kostenlos \u2013 BROWSERSPIELE revolutionieren den Spielemarkt. COMPUTER BILD erkl\u00e4rt, was dahinter steckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Spielen \u00fcberall und (fast) kostenlos<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Google zum 30. Geburtstag von &#8222;Pac-Man&#8220; eine Version des Spiels auf seiner Homepage platzierte, da spielten 500 Millionen Menschen f\u00fcr eine kurze Zeit &#8222;Pac-Man&#8220;. Das wohl erfolgreichste Browserspiel aller Zeiten war geboren. Doch der Markt ist weit gr\u00f6\u00dfer, vielf\u00e4ltiger und interessanter, denn Browserspiele sind mittlerweile \u00fcberall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gr\u00f6\u00dfte Reiz eines Browserspiels ist der Mangel an technischem Wissen und teurer Technik, den ein Spieler mitbringen muss. Die Spiele werden n\u00e4mlich, wie der Name schon verr\u00e4t, mittels eines einfachen Internet-Browsers (z.B. Firefox, Safari, Internet Explorer oder Chrome) gespielt. Weil die Software f\u00fcr das Spiel im Gegensatz zu handels\u00fcblichen Spielen nicht erst auf Ihrem Rechner installiert werden muss, ben\u00f6tigen Sie einzig Zugriff auf die Website des Spiels. Das funktioniert mit jedem Computer, unabh\u00e4ngig vom Betriebssystem (Mac OSX, Windows, Linux). Somit k\u00f6nnen Sie immer und \u00fcberall spielen \u2013 zu Hause, im B\u00fcro, auf Reisen im Hotel oder mittels Smartphone jederzeit mobil unterwegs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Browsergames spielen zu k\u00f6nnen, bedarf es zumeist nicht viel. Die meisten Spiele erfordern einzig eine kurze Anmeldung (wie in einem Forum, mit Namen und Email) und schon kann es los gehen. Bei einigen Spielen ist noch nicht einmal das notwendig. Ein weiterer, gro\u00dfer Pluspunkt: 99% dieser Spiele sind kostenlos spielbar, was den Reiz Neues auszuprobieren erh\u00f6ht. Browserspiele finanzieren sich etwa zur H\u00e4lfte durch Werbebanner, die auf den Seiten eingeblendet werden. Die andere H\u00e4lfte wird durch Zusatzinhalte verdient, die ein Spieler im Spiel selbst erwerben kann. Dies k\u00f6nnen zus\u00e4tzliche Level sein, bessere Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde oder Spielmodifikationen, die einem das Spiel erleichtern \u2013 der Fantasie der Entwickler sind hier keine Grenzen gesetzt. Bei diesen Kosten sollten Sie also gut nachrechnen, damit unachtsame Eink\u00e4ufe das kostenloses Spiel nicht auf einmal zum Kostenmagneten werden lassen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Damals und Heute<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten Browserspiele kamen Mitte der 1990er Jahre auf den Markt und boten haupts\u00e4chlich textbasierte Abenteuer und Strategie. So etwa das Science Fiction-Handelsspiel &#8222;SOL&#8220;, das von Hamburger Entwicklern 1995 ver\u00f6ffentlicht wurde und auch jetzt noch spielbar ist. Aus heutiger Sicht wirken diese fr\u00fchen Spiele aber antiquiert, da sie nahezu vollst\u00e4ndig auf Text basieren. Erst mit der Entwicklung von Grafikplugins wie Java oder Flash (kleine Programme, die Ihrem Browser hinzugef\u00fcgt werden und dort interaktive Grafiken erzeugen) wurden Spiele optisch interessanter und vielseitiger. Heute teilt sich der Browserspielemarkt daher auch in zwei grundlegende Segmente: Flashgames und soziale Spiele-Netzwerke.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Knobeln, H\u00fcpfen, Schie\u00dfen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Flashgames eignen sich gut f\u00fcr kleine grafische Herausforderungen wie etwa Denk- und Knobel-, 3-Gewinnt oder Geschicklichkeitsspiele. Auch Actionspiele, wie das legend\u00e4re &#8222;Moorhuhn&#8220; von 1999, bei dem man mit einem Fadenkreuz auf Jagd ging, sind denkbar. Die Bandbreite der angebotenen Spiele ist gro\u00df und w\u00e4chst stetig. Findige Entwickler haben beispielsweise alle fr\u00fchen Spieleentwicklungen der 1980er Jahre wie eben &#8222;Pac-Man&#8220; oder &#8222;Tetris&#8220; in Flashgames umgesetzt. Sie k\u00f6nnen diese auf speziellen Spieleportalen f\u00fcr Retro-Spiele im Netz kostenlos zocken. Aber auch aktuell werden viele Casual-Games (also &#8222;Spiele f\u00fcr die Freizeit&#8220; f\u00fcr Zwischendurch) als Browsergames konzipiert, die sich ideal als Pausenf\u00fcller f\u00fcr einige Minuten eignen, weil sie keinerlei zeitliche Verpflichtung mit sich bringen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Strategie, Management und Sport<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz dazu stehen Browserspiele, deren vornehmliches Ziel die Bildung einer Spielergemeinschaft ist. Diese Spiele entwickeln eigenst\u00e4ndige soziale Netzwerke oder werden mittels bestehender sozialer Plattformen wie Facebook gespielt. Inhaltlich steht Ihnen dabei\u00a0 ebenfalls eine riesige Auswahl an Spielen zur Verf\u00fcgung. Prinzipiell gibt es auch hier f\u00fcr jedes Genre eine Browser-Variante, doch bieten sich aufgrund der technischen Voraussetzungen und der sozialen Ausrichtung vor allem Spielformen an, die auf Interaktion gro\u00dfer Gruppen und Wettbewerb untereinander setzen. Dazu kommt, dass Grafik- und Rechenleistung bei Browserspielen an \u00e4ltere und kleinere Rechner angepasst sind, so dass Actionspiele eher eine Ausnahme darstellen. Die gr\u00f6\u00dfte Auswahl am Markt hat man im Bereich von Klick-Managements oder Strategietiteln, aber auch Sportspiele sind nicht un\u00fcblich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig \u00fcbernimmt der Spieler einen Charakter, eine Stadt, ein Land, einen Verein oder \u00e4hnliches und sorgt fortan im Spiel f\u00fcr kontinuierliche Verbesserung durch die Erf\u00fcllung von Aufgaben. Die Spielwelten variieren stark und die Entwickler bieten meist \u00e4hnliche Spielkonzepte (Aufbau, Management, Wettbewerb, milit\u00e4rische Strategie) f\u00fcr unterschiedliche Szenarien: Sie k\u00f6nnen wahlweise als Mafioso (MafiaWars) siegreich sein, als Ritter (Stronghold Empires), als Pirat (Seafight), als B\u00fcrgermeister (SimCity Social), als antiker Herrscher (Grepolis), als General (Wargame 1942), als Farmer (Farmville) oder Superheld (Hero Zero).<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Zeitaufwand und Gemeinschaft<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zentral f\u00fcr diese Form der Browserspiele ist die soziale Komponente. Ob Sie \u00fcber Facebook, MySpace und Co. spielen oder bei einer der eigenst\u00e4ndigen Spiele-Seite angemeldet sind, Titel wie &#8222;Forge of Empires&#8220;, &#8222;Die Siedler Online&#8220; oder &#8222;Farmerama&#8220; sind zumeist so konzipiert, dass Kooperation mit anderen Spielern nicht nur m\u00f6glich sondern teilweise sogar notwendig ist. Je gr\u00f6\u00dfer die Interaktion, die gegenseitige Hilfestellungen, desto besser und erfolgreicher ist die Spielerfahrung. Da das Spiel auch ohne die Anwesenheit des Spielers voranschreitet, ist eine regelm\u00e4\u00dfige Teilnahme am Spiel notwendig. Beim Spieler entsteht so zwar einerseits ein starker Gemeinschaftssinn andererseits aber auch ein Gef\u00fchl der Abh\u00e4ngigkeit. Sie sollten also Faktoren wie Internet-Sucht oder einen starken Zeitverlust durch die Spiele\u00a0 ber\u00fccksichtigen. Nicht umsonst sch\u00e4tzten Volkswirte, dass die 500 Millionen Google-Nutzer insgesamt \u00fcber 550 Jahre an Zeit mit dem kleinen &#8222;Pac-Man&#8220;-Spiel verschwendet haben. Wer aber die Kontrolle \u00fcber die verspielte Zeit beh\u00e4lt, kann hier eine freundschaftliche Gemeinschaft finden, die dank realer Treffen auch mitunter \u00fcber das Spiel und das Internet hinausgehen kann.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Macher der Browsergames<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spielerzahlen und der relative Erfolg von Browsergames untereinander sind nur schwer zu bestimmen, da im Gegensatz zu verl\u00e4sslichen Abverkaufszahlen von Spielen im Handel im Fall von Browserspielen nur die Zahlen der Betreiberfirmen selbst vorhanden sind und diese nicht reale Spieler messen, sondern Anmeldungen am System. Diesen Zahlen zufolge jedoch spielen mehr als 18 Millionen Menschen weltweit &#8222;Evony&#8220;, das als eigenst\u00e4ndiges Spiel von Evony LLC betrieben wird. Eine der gr\u00f6\u00dften international agierenden Firmen im Sektor ist Zynga, die laut eigenen Aussagen mehr als 330 Millionen Nutzer pro Monat haben und insbesondere Facebook-Spiele wie Zyngas erfolgreichstes Spiel &#8222;Chefville&#8220; (7,2 Mio. Nutzer) \u2013 eine Art Restaurant-Managementspiel \u2013 betreiben. Aber auch deutsche Firmen konnten sich international gut platzieren und schicken diverse Spiele ins Rennen, die zwischen sehr schwankenden 1 und 5 Millionen Spieler verzeichnen.\u00a0 Die Karlsruher Firma Gameforge kann auf mehr als 300 Millionen Spieler (ein gro\u00dfer Teil davon jedoch nicht f\u00fcr Browserspiele) blicken, u.a. f\u00fcr die Antike-Aufbausimulation &#8222;Ikariam&#8220; und die Weltraum-Strategie &#8222;OGame&#8220;. Die Hamburger Bigpoint Games haben laut eigenen Angaben bei mehr als 70 Titeln \u00fcber 290 Millionen Spieler, die zum Beispiel die Bauernhof-Simulation &#8222;Farmerama&#8220; oder das Piratenspiel &#8222;Piratestorm&#8220; spielen. Mit einem weit kleineren Portfolio gerade mal sechs Spielen aber dennoch 100 Millionen Nutzern ist die Hamburger Firma InnoGames auf Erfolgskurs. Mit den Strategie-Titeln &#8222;Forge of Empires&#8220;, &#8222;Die St\u00e4mme&#8220; und &#8222;Grepolis&#8220; stellen sie gleich drei der in Deutschland beliebtesten Titel.\u00a0 Doch auch eigenst\u00e4ndige Entwicklungen wie &#8222;Travian&#8220; (von Travian Games, 5 Mio Nutzer) oder &#8222;Die Siedler Online&#8220; (Ubisoft, 3 Mio Nutzer) k\u00f6nnen immer wieder \u00fcberzeugen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Fazit<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Browsergames sind ein stetig wachsender Markt, der immer mehr Spieler f\u00fcr sich gewinnen kann. Der gro\u00dfe Reiz ohne Kosten und technischen Aufwand Teil einer engen Spielergemeinschaft zu werden lockt auch diejenigen Nutzer an, die sich selbst nicht als Gamer bezeichnen w\u00fcrden. Vom 5-Minuten Zwischendurch-Spiel bis zur Mitgliedschaft in einer sozialen Spielergemeinschaft, vom einfachen Zahlenr\u00e4tsel bis zum weltumfassenden Strategiespiel \u2013 mit Browserspielen ist alles m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich erschienen in Computer Bild.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Riesenauswahl, einfach Bedienung, kaum technische Voraussetzungen und dazu noch kostenlos \u2013 BROWSERSPIELE revolutionieren den Spielemarkt. 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