{"id":2178,"date":"2013-03-08T00:00:04","date_gmt":"2013-03-07T23:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=2178"},"modified":"2013-06-02T08:09:00","modified_gmt":"2013-06-02T07:09:00","slug":"neuanstrich-fur-das-house-of-blues","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=2178","title":{"rendered":"Neuanstrich f\u00fcr das House of Blues"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der amerikanische Blues hat nicht gerade den Ruf, modern und jung zu sein. Zwar wird jeder New Yorker Hipster ein paar obskure Referenzen dar\u00fcber im Repertoire haben, doch so richtig frisch und jung wirkt das Genre nicht unbedingt \u2013 zumindest bis jetzt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den USA jedenfalls gilt der 28-J\u00e4hrige Texaner Gary Clark, Jr. als eine moderne Ikone des Blues, aber eben eine, die es geschafft hat, die Musik zu revolutionieren. Der sch\u00fcchterne Musiker stand schon mit Eric Clapton auf einer B\u00fchne, mit B.B. King, Buddy Guy und John Mayer. Er durfte f\u00fcr Pr\u00e4sident Obama im Wei\u00dfen Haus spielen \u2013 und der war begeistert und schw\u00e4rmte von der &#8222;Zukunft des Blues&#8220;. Denn Clarks Musik ist zwar Blues durch und durch, doch keinesfalls traditionell und puristisch. &#8222;Ich liebe es, mich ein wenig zu strecken, nach anderen Stilen zu greifen und die Grenzen auszudehnen&#8220;, sagt Clark und schaut l\u00e4ssig \u00fcber seine Ray Ban-Sonnenbrille. &#8222;Der Blues ist ein ganz wichtiger Teil meines Lebens, ohne ihn ginge es nicht. Aber ich mag auch andere Musikstile und m\u00f6chte diese nutzen, um meine eigene Ausdrucksform zu finden, ohne Filter oder Reglements. So gehe ich eigentlich alles in meinem Leben an.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon als Teenager stand er in Austin auf der B\u00fchne und ver\u00f6ffentlichte bereits mit 20 seine erste Platte \u2013 auf seinem eigenen Label, lokal in Texas, wo er als Wunderkind des Blues gefeiert wurde. Mit seinem Majorlabel-Deb\u00fct, das nun in die L\u00e4den kommt, wagt er es nun, Blues neu zu definieren: mal krachen die Gitarren im punkigen Garage-Sound, dann heult eine Hendrix-Gitarre (ein Vergleich, der durchaus kalkuliert ist \u2013 eine Coverversion ist auf dem Album). Im n\u00e4chsten Moment jedoch wechselt das Tempo, tiefe B\u00e4sse und HipHop-Beats vermischen sich mit sanften Bluesgitarren, dann wieder wird ein Mid-Tempo Motown-Sound deutlich, der Erinnerungen an Marvin Gaye oder Otis Redding weckt. Clark lacht und zuckt mit den Schultern: &#8222;Ich habe keine vorgefertigten Muster oder Vorlieben. Ich will einfach wissen, was mit einer Gitarre alles m\u00f6glich ist. In der Musikgeschichte haben so viele Menschen so unterschiedliche Dinge mit diesen sechs Saiten angestellt, dass ich mich einfach nicht entscheiden kann, was ich cooler finde. Und ich muss es ja auch nicht. Ich kann alles nehmen und f\u00fcr mich nutzen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um dieser Vielfalt Herr zu werden, hat Clark sich f\u00fcr das Deb\u00fct gleich von zwei Produktionsgr\u00f6\u00dfen inspirieren lassen und ist mit Rob Cavallo (Green Day, My Chemical Romance) und Mike Elizondo (Dr. Dre, Fiona Apple) ins Studio gegangen. &#8222;Das war gro\u00dfartig. Die Songs, die mehr Rhythm &amp; Blues-Elemente hatten, die HipHop-Beats brauchten, die hat Mike mit mir aufgenommen. Bei den h\u00e4rteren, rockenden St\u00fccken hat Rob die Mischung gemacht. So hatte ich das beste aus beiden Welten und brauchte mich nicht entscheiden.&#8220; Wieder schaut Clark sch\u00fcchtern und leicht verschmitzt \u00fcber die Sonnenbrille \u2013 ganz unschuldig und so, als h\u00e4tte er nicht gerade eigenh\u00e4ndig ein Musikgenre radikal verj\u00fcngt und mit einem kr\u00e4ftigen Schwung ins neue Jahrtausend gehieft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Gary Clark, Jr. &#8211; \u201eBlak and Blu\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich erschienen im Piranha 03\/2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der amerikanische Blues hat nicht gerade den Ruf, modern und jung zu sein. 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