{"id":2330,"date":"2006-12-01T00:00:46","date_gmt":"2006-11-30T23:00:46","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=2330"},"modified":"2013-06-02T13:26:04","modified_gmt":"2013-06-02T12:26:04","slug":"frohes-fest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=2330","title":{"rendered":"Frohes Fest!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><i>Es ist wieder diese Jahreszeit. Wenn man durch die Einkaufspassagen der St\u00e4dte geht, dann schallt es von \u00fcberall her ein frohes Fest. Mit &#8222;Happy Holiday&#8220; outet sich Billy Idol nun ganz unerwartet als ein Weihnachtsfan.<!--more--><\/i><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Piranha<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwann im November ist es soweit, ich rechne eigentlich jeden Tag mit dem musikalischen Tiefschlag. Meistens kann ich dem Ganzen noch bis zum Dezember ausweichen, doch es kommt unweigerlich. Ich stehe im Supermarkt, kaufe Biok\u00e4se und ganz unerwartet schallt aus der Lautsprecheranlage &#8222;Last Christmas&#8220; von Wham! Und damit ist die Saison eingel\u00e4utet, ich wei\u00df, ab jetzt gibt es mindestens einen Monat lang kein Entkommen. Weihnachten ist f\u00fcr mich musikalisch ein Horrortrip. Immer die gleichen sanften Schmalzstimmen, die einem s\u00fc\u00dfe Schneefl\u00f6ckchenreime um die Ohren seiern. Bing Crosby bei meinem Bruder, Engelbert bei Oma und Wham! im Radio oder Club. Das geht gar nicht!<br \/>\n\u00c4hnliche Gedanken m\u00fcssen auch dem Punkrock-Urget\u00fcm der 80er-Jahre Billy Idol allj\u00e4hrlich zum Fest durch den Kopf gegangen sein, oder wie sonst ist der Release von &#8222;Happy Holiday&#8220; zu erkl\u00e4ren? &#8222;Jedes Jahr zu Weihnachten war ich f\u00fcr die Musikauswahl zust\u00e4ndig, habe die \u00fcblichen CDs aus dem Schrank gekramt und aufgelegt. Irgendwann hatte ich einfach Lust meine eigene Stimme dem hinzuf\u00fcgen&#8220;, sagt Mr. Idol dazu und erspart sich die Kommentare zur Konkurrenz.<br \/>\nDass ausgerechnet der einstige Schock-Punker des ber\u00fcchtigten Sex Pistol Fanclubs Bromley Contigent sich als Fan von Santa Claus outen w\u00fcrde, ist mehr als unerwartet. Schlie\u00dflich war seine Karriere bis heute eher von Skandalen und Kratzb\u00fcrstigkeit gepr\u00e4gt. Anfang der 80er Jahre lie\ufb02 er die original Punkattit\u00fcde sausen und griff zur Kommerzialisierung des Anti-Sounds, feierte in den 80er Jahren zig Erfolge, die ihm viele Fans einbrachten. Anfang der 90er Jahren wurde es still um den Mann mit den platin-blondierten Haaren und der rauchigen Stimme, zu wenig Innovation bot sein immer noch an Punkrock angelehntes Rockkonzept. Schlie\u00dflich war er mehr mit Skandalen privater Natur in den Schlagzeilen, bis man ihn dank VH-1 Storyteller und Greatest Hits in den 2000ern wieder entdeckte. Letztes Lebenszeichen war dann &#8222;Devil&#8217;s Playground&#8220;, ein furioses und hartes Comeback-Album, im Jahre 2005. Das sein neuestes Werk sich dagegen an ganz klassische und erzkonservative Weihnachtssongs herantraut, die Mr. Idol nicht etwa durchgepunkt hat, ist ein sehr selbstbewusster Schritt. Er wei\u00df um die Ironie und schmalzt in rauchigem Sound die Songs, unterlegt von Swing, Rockabilly oder einfach nur Klavier. Da finden sich kaum Gitarren und wenn der Blondie sich an &#8222;Frosty The Snowman&#8220; oder &#8222;Winter Wonderland&#8220; heranwagt, dann m\u00f6chte man sich in Ehrfurcht vor so viel Real-Satire verbeugen. Wer h\u00e4tte schon gedacht, er k\u00f6nnte Weihnachten Oma mal einen Punkrocker vorspielen, ohne dass die das \u00fcberhaupt mitbekommen w\u00fcrde. Nur ab und zu kommt es dann doch vor, dass Mr. Idol sich an einen Song wagt, der so gar nicht \u00fcber die von Alk und Rauch angenagten Stimmb\u00e4nder will. Wenn &#8222;Blue Christmas&#8220; oder &#8222;God Rest Ye, Merry Gentlemen&#8220; ert\u00f6nt, dann fragt man sich, ob er das nicht wohl doch todernst meint. &#8222;Es sollten einfach Songs sein, die ich mag und die mir Spa\u00df machen&#8220;, erkl\u00e4rt er nur kurz dazu und man ist mit der eigenen Interpretation zur\u00fcckgelassen. Egal, Spa\u00df macht &#8222;Happy Holiday&#8220; auf jeden Fall, und Hauptsache er hat nicht &#8222;Last Christmas&#8220; gecovert. Frohes Fest!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Der Artikel ist erschienen im Piranha Magazin Ausgabe 12\/06.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<h3 style=\"text-align: justify;\">King<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weihnachtsmusik, das sind doch Chorknaben, die von Schneeflocken oder von stillen N\u00e4chten singen, oder? Klar, bislang ist die Auswahl an Musik f\u00fcr das allj\u00e4hrliche Familienfest nicht gerade mit Frische gesegnet. Wie gut, dass die Abhilfe jetzt aus g\u00e4nzlich unerwarteter Richtung kommt.\u00a0Der 80er-Jahre-Schocker Billy Idol outet sich als Fan von Santa Claus. Trotz seiner bislang von Skandalen und Widerspenstigkeit gepr\u00e4gten Karriere, die zuletzt das Comeback-Album &#8222;Devil&#8217;s Playground&#8220; hervorbrachte, versucht sich der platinblondierte Punker jetzt an ganz klassischen Weihnachtssongs. Nicht durch den Rockfleischwolf gedreht, nein, Mr. Idol schmalzt in rauchschwangerem Sound die Songs, unterlegt von Swing, Rockabilly oder Klavier. Egal ob &#8222;Frosty The Snowman&#8220;, &#8222;White Christmas&#8220; oder &#8222;Silent Night&#8220;, Mr. Idol bietet uns seine Version der bekanntesten Xmas-Klassiker im stilvollen Gewand. So k\u00f6nnte man die CD Weihnachten Oma vorspielen, ohne dass die \u00fcberhaupt mitbekommen w\u00fcrde, dass man Billy Idol h\u00f6rt. Na denn, Frohes Fest!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Der Artikel ist erschienen im KING Ausgabe 12\/06.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist wieder diese Jahreszeit. 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