{"id":2369,"date":"2006-11-01T00:00:38","date_gmt":"2006-10-31T23:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=2369"},"modified":"2013-06-02T13:36:43","modified_gmt":"2013-06-02T12:36:43","slug":"chaotische-findung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=2369","title":{"rendered":"Chaotische Findung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vorank\u00fcndigung der neuen Deftones Scheibe versprach eine hartes und kompromissloses St\u00fcck Rockmusik, so rau und aggressiv wie sie seit &#8222;Adrenaline&#8220; schon nicht mehr geklungen haben. Und die Deftones liefern tats\u00e4chlich ein Gegenst\u00fcck zu der atmosph\u00e4risch eher dunklen und getragenen &#8222;Deftones&#8220; von vor drei Jahren.<!--more--> Doch so brachial und ungeschliffen wie das Debut ist &#8222;Saturday Night Wrist&#8220; nun auch nicht geworden, da blitzen doch tats\u00e4chlich so einige Elektronikelemente durch, die mehr an Chino Morenos Sideproject Team Sleep erinnern. Was also ist im Studio passiert? &#8222;Mann, wir wissen doch nie was zum Teufel wir tun&#8220;, lacht Bassist Chi Cheng und verweist auf den kreativen Prozess der Band. &#8222;Im chaotischen Sinne stimmen die Punkte am Anfang einer Albumproduktion und am Ende einfach nie \u00fcberein. Wir k\u00f6nnten im voraus gar nicht genau sagen, wie das Album am Ende klingt. Manchmal erscheint es mir sogar Wunschdenken, dass wir \u00fcberhaupt ein Album fertig bekommen.&#8220; Chi lacht bei diesen Worten, doch noch vor einigen Jahren schien die Prognose nicht so weit entfernt zu liegen. Bereits auf &#8222;White Pony&#8220; war zu sp\u00fcren, dass die Band nicht voll harmonierte und das selbstbetitelte Album von 2003 wirkte schwerm\u00fctig und zersplittert. Chi erkl\u00e4rt das mit der Situation der Band: &#8222;Wir waren damals alle Einzelk\u00e4mpfer, haben die Aufnahme wie Satelliten im Orbit gemacht. Da kann nat\u00fcrlich kein lineares und gemeinsames Album entstehen.&#8220; Es schien, als sei es unm\u00f6glich die Band auf Kurs zu bringen. Doch wie kam es dann nach dieser Durststrecke wieder zu einem Album? &#8222;Wir sind einfach f\u00fcnf sture, bockige Arschl\u00f6cher. Aber wir sind so leidenschaftlich mit Musik besch\u00e4ftigt, dass wir sie bis in Kleinste auseinandernehmen. Das ist unsere Schw\u00e4che, aber auch unsere gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke. Bei diesem Album waren wir wieder angefeuert und hatten diesen Hunger nach neuer Musik. Wir waren wieder gl\u00fccklich dar\u00fcber, mit den anderen arbeiten zu d\u00fcrfen.&#8220;<\/p>\n<p>Diese neu entdeckte Leidenschaft und Energie gilt sogar f\u00fcr den introvertierten Chino, der auf einigen Songs sogar wieder zu Geschrei und Aggression neigt. Diese Entwicklung \u00fcberraschte sogar die anderen Bandmitglieder: &#8222;Wir waren gepl\u00e4ttet, Chino schien wieder eine tiefe Leidenschaft zu haben. Als wir die Songs h\u00f6rten, da waren wir aus dem H\u00e4uschen. gro\u00dfartig, er ist stinksauer, total angepisst.&#8220; Ironischerweise ist der musikalische Einfluss den Chino mit auf das Album bringt aber nicht die Aggression, die mehr in Stephen Carpenters Bereich f\u00e4llt, sondern die Elektronik. So sind auf &#8222;Saturday Night Wrist&#8220; Chinos Vorlieben f\u00fcr experimentelle Songstrukturen und die Bleeps und Clongs dieser Welt deutlicher sp\u00fcrbar als auf allen anderen Alben. &#8222;Das liegt daran, dass wir jetzt mehr Sicherheit damit haben. Wir trauen uns einfach mehr. Jedes Album ist ein Sprungbrett ins Kreative. Wir wollen uns nicht einfach zufrieden geben sondern uns selbst erneuern und herausfordern. Und das haben wir auch geschafft.&#8220; Was sollte man da noch hinzuf\u00fcgen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Der Artikel ist erschienen im WOM Magazin Ausgabe 11\/06.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorank\u00fcndigung der neuen Deftones Scheibe versprach eine hartes und kompromissloses St\u00fcck Rockmusik, so rau und aggressiv wie sie seit<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2367,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_vp_format_video_url":"","_vp_image_focal_point":[],"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[18,761,31,108,24],"class_list":["post-2369","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-alternative","tag-deftones","tag-musik","tag-numetal","tag-stories"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2369","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2369"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2369\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3217,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2369\/revisions\/3217"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}