{"id":3370,"date":"2013-08-02T12:54:48","date_gmt":"2013-08-02T11:54:48","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=3370"},"modified":"2013-08-04T13:00:46","modified_gmt":"2013-08-04T12:00:46","slug":"das-grosse-tattoo-lexikon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=3370","title":{"rendered":"Das gro\u00dfe Tattoo-Lexikon"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Kennen Sie sich aus bei Tribals, Dotwork, Scratchern oder Sleeves? Wissen Sie, was die Begriffe bedeuten und worum es beim T\u00e4towieren geht? Wenn nicht, dann erkl\u00e4rt Ihnen PERFECT INK hier die wichtigsten Begriffe.<!--more--><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Definition<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine T\u00e4towierung, aus dem Englischen \u00fcbernommen auch Tattoo genannt, ist ein in die Haut zumeist mit Hilfe von Nadeln und Farbmitteln eingebrachtes permanentes Motiv. Wichtig ist dabei die Stichtiefe, bei der die zweite Hautschicht gef\u00e4rbt wird, so dass die Farbe ohne Komplikationen in der Haut bleibt. Eine T\u00e4towierung in der obersten Hautschicht w\u00fcrde mit den Hautzellen abgesto\u00dfen und somit &#8222;ausbleichen&#8220;, w\u00e4hrend eine zu tiefe T\u00e4towierung zu Blutungen f\u00fchrt und die Farben &#8222;auslaufen&#8220; l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Begriff<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn der Begriff &#8222;T\u00e4towierung&#8220; (wie auch &#8222;Tattoo&#8220;) sich aus dem polynesischen Begriff &#8222;tatau&#8220; entwickelt hat, wei\u00df man heute doch, dass die Hautkunst ein weltweites Ph\u00e4nomen bei Naturv\u00f6lkern war, und sich beispielsweise schon der 5000 Jahre alte \u00d6tzi mit Farbe Markierungen in die Haut geritzt hatte. Das Stechen oder Ritzen der Haut aus religi\u00f6sen, \u00e4sthetischen oder sozial kennzeichnenden Gr\u00fcnden ist also weit verbreitet und so lie\u00dfen sich historisch gesehen die Maori, die Ureinwohnern Japans, die antiken \u00c4gyptern aber auch die Pikten (Schottland) oder die Skythen (Russland) zeremoniell t\u00e4towieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Technik<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Techniken der Einbringung variieren dabei ebenso, wie die genutzten Materialien. Bei den Maori wurde das <i>tatau<\/i> beispielsweise mit aus Knochen hergestellten K\u00e4mmen an langen St\u00e4ben und mit Aschefarben unter die Haut gestochen. Die traditionelle japanische Methode nutzt d\u00fcnne Nadeln an Bambusst\u00e4ben, die manuell in die Haut gestochen werden und so eine sehr pr\u00e4zise Arbeit zulassen. Bei uns ist hingegen die T\u00e4towiermaschine mit elektrischem Antrieb am h\u00e4ufigsten verbreitet. Hierbei werden zusammengel\u00f6tete Nadeln (Anzahl und St\u00e4rke der Nadeln variieren nach Motiv und Art des Tattoos) mit einer Geschwindigkeit von irgendwo zwischen 800 und 4000 Stichen pro Minute automatisch in die Haut gestochen. Inzwischen gibt es spezielle T\u00e4towiertinte, die europaweit einer Pr\u00fcfung unterliegen und somit gesundheitlich unbedenklich sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h3>Lexikon<\/h3>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Arschgeweih<\/strong>: Der verunglimpfende Name einer T\u00e4towierung auf oder \u00fcber dem Stei\u00df. Ende der 1990er Jahren besonders h\u00e4ufig bei jungen Frauen zu finden gewesen, insbesondere als symmetrisches schwarzes Tribal-Muster (in Form eines &#8222;Geweihs&#8220; \u00fcber der Po-Ritze). Das Tattoo galt aufgrund der gro\u00dfen Beliebtheit schnell als Modetrend und wurde deswegen verspottet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Asia<\/strong>: Asiatische Tattoo sind vorn\u00e4mlich farbig und ineinander vermischt, so dass keine klaren Abgrenzungen zu erkennen sind. Beliebte Motive sind G\u00f6tter, D\u00e4monen, Drachen und Tiere (u.a. der ber\u00fchmte Koi-Karpfen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Back- bzw. Chestpiece<\/strong>: Eine T\u00e4towierung, die den gesamten R\u00fccken oder die gesamte Brust in einem St\u00fcck abdeckt, also vollst\u00e4ndig ausf\u00fcllt. Motive und Stile k\u00f6nnen hier variieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Blackwork<\/strong>: Generell jede Art von T\u00e4towierung, die vollst\u00e4ndig aus rein schwarzer Farbe erstellt wird und auch auf graue Schattierungen verzichtet. Viele Tribals werden traditionell in Schwarz gestochen, es gibt aber weit mehr Motive und Varianten des Blackwork.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Blowout<\/strong>: T\u00e4towierungen werden in einer ganz bestimmten Hauttiefe aufgebracht, die ideal f\u00fcr den dauerhaften Verbleib ist. Sticht der T\u00e4towierer zu flach, bleibt die Farbe nicht in der Haut und verblasst. Sticht er jedoch zu tief, kann es zu einem ungewollten Verlaufen der Farben kommen. Diesen Effekt nennt man Blowout.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bodysuit<\/strong>: Als Bodysuit bezeichnet man eine T\u00e4towierung, die den ganzen K\u00f6rper<i> <\/i>wie ein Anzug bedeckt, ausgenommen sind hier also die H\u00e4nde, F\u00fc\u00dfe und der Kopf. Bodysuits stammen aus Japan. Aber Achtung, dort werden Tattoos traditionell von der Yakuza, der japanischen Mafia, als Statussymbole getragen: ein Bodysuit bedeutet eine wirklich erfolgreiche Karriere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Celtic<\/strong>: Diese Motive sind eine Teilgruppe der Tribals und beziehen sich auf Ornamente der keltischen St\u00e4mme. Diese sind meist abgeschlossen und spielen oft mit verflochtenen Knoten und geometrische Formen in starker Symmetrie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Con \/ Convention<\/strong>: Wie auch bei anderen Fan-Veranstaltungen sind Conventions oder Messen regelm\u00e4\u00dfig abgehaltene Treffen der Szene, bei denen man Tattoos zeigt, sich \u00fcber neueste Trends informiert und spezielle K\u00fcnstler treffen kann, die sonst nicht vor Ort leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Cover Up<\/strong>: Ob Jungends\u00fcnde oder Geschmacksverirrung \u2013 bevor es Laser-Entfernung gab, blieb nur eine M\u00f6glichkeit das h\u00e4ssliche Ding loszuwerden: das \u00dcbert\u00e4towieren mit einem anderen Motiv. Diese verdeckende Arbeit nennt man Cover Up, und nur wahre Tattoo-K\u00fcnstler beherrschen sie so, dass man hinterher nichts mehr sieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dotwork<\/strong>: Eine T\u00e4towierung, die nicht vollst\u00e4ndig ausgef\u00fcllt wird, sondern aus unendlich vielen kleinen Punkten zusammengesetzt ist und so ein Gesamtbild ergibt. Statt Fl\u00e4chen auszuf\u00fcllen, werden hier Punkte zu Mustern gereiht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ink<\/strong>: Englischer Begriff f\u00fcr Tinte, steht sinnbildlich f\u00fcr jegliche Form der T\u00e4towierung. Eingedeutscht wird der Begriff als &#8222;Inken&#8220; f\u00fcr das T\u00e4towieren benutzt, das alternativ gerne auch als &#8222;Stechen&#8220; bezeichnet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kanji<\/strong>: Bezeichnung f\u00fcr chinesische Schriftzeichen, die zu den beliebtesten Tattoo-Motiven \u00fcberhaupt z\u00e4hlen. Wichtig: auch die japanische Schrift verwendet chinesische Zeichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Knast<\/strong>: Als Knast-T\u00e4towierungen bezeichnet man zumeist krude, nicht mit einer Maschine gestochene T\u00e4towierungen, die den Tr\u00e4ger als H\u00e4ftling identifizieren und die h\u00e4ufig gegen seinen Willen angebracht waren. Andere H\u00e4ftlinge stachen kleiner Punkte oder Symbole an prominenten Stellen wie H\u00e4nde oder Gesicht, um jemanden zu brandmarken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lettering<\/strong>: Als Lettering bezeichnet man eine T\u00e4towierung, die aus Schriftzeichen besteht. Gerne genommen sind hier Namen (z.B. der Kinder, der Heimatstadt) oder aber Zitate und Aphorismen. Bei diesen Motiven sollte man besonders sicher sein, ob man sie sich stechen lassen m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Manga<\/strong>: Modernere Variation der Asia Tattoos, die im selben Stil aber mit anderen Motiven gestochen werden. Hier werden vor allem japanische Comic-Motive gew\u00e4hlt, insbesondere die Hauptcharaktere der Comics,\u00a0 etwa Kriegerfiguren, Drachen, Helden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Moko<\/strong>: Traditionelle T\u00e4towierungen der Maori aus Polynesien. Aufbauend auf Spiralformen werden diese Tattoos f\u00fcr bestimmte Leistungen im Stamm angebracht. Ber\u00fchmt sind sie im Westen vor allem, weil sie oft auch im Gesicht gestochen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>New School<\/strong>: Dies ist eine Variation der Old School, bei der moderne Motive, insbesondere aus der Popkultur im Stile der alten Traditionals gestochen werden. Motive k\u00f6nnten etwa aus dem TV oder Filmen entliehen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Old School<\/strong>: Diese auch Traditionals genannten Motive waren bis 1970 insbesondere bei Seeleuten beliebt und umfassen vor allem nautische Motive aber auch Pin-Up Girls, Herzen, Banderolen, Kreuze und Tiere wie Schwalben oder Tiger. Stilistisch sind Old School Tattoos kr\u00e4ftig schwarz umrandet und sehr farbenfroh.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Scratcher<\/strong>: Ein T\u00e4towierer, der keine &#8222;ordentliche&#8220; Ausbildung hatte und nicht nach mittlerweile \u00fcblichen Standards arbeitet. Dadurch kann es schnell zu Fehlern in der Stichtiefe oder bei der Hygiene kommen. Fr\u00fcher in jeder Hafenspelunke zu finden, gelten Scratcher heute als schwarze Schafe der Branche. Unbedingt meiden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Shader\/Liner<\/strong>: Man unterscheidet beim Stechen mit der T\u00e4towiermaschine zwei unterschiedliche Techniken. Lines (also Au\u00dfenlinien) werden mit weniger Nadeln und einer h\u00f6heren Geschwindigkeit gestochen, hier spricht man vom Liner. Als Shader bezeichnet man einen gr\u00f6\u00dferen F\u00e4cher, der f\u00fcr das &#8222;Ausf\u00fcllen&#8220; fl\u00e4chiger Tattoos benutzt wird und der mit geringerer Geschwindigkeit betrieben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sleeve<\/strong>: Eine T\u00e4towierung, die den gesamten Arm abdeckt. Sie umfasst \u00fcblicherweise alle Seiten des Arms (auch innen), aber nicht die H\u00e4nde, und wird meist mit einem Ansatz an der Schulter gestochen. Motive und Stil k\u00f6nnen variieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tat-Gun<\/strong>: Bei uns werden zum T\u00e4towieren spezielle elektrische Maschinen benutzt, die man auf aufgrund ihrer Form auch gerne als Gun oder Pistole bezeichnet. Bei den meisten Guns kann man unterschiedliche Geschwindigkeiten (ca. 800 Stiche pro Minute f\u00fcr Shader und bis zu 7000 Stiche f\u00fcr Liner) und Stichtiefen einstellen. Alternative Tattoo-Techniken werden weltweit verwendet (s. Kasten rechts).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tribal<\/strong>: Eines der beliebtesten Tattoo-Motive weltweit. Besteht heutzutage meist aus ornamentalen Mustern ohne tiefere Bedeutung. Traditionell wurden diese Motive bei Stammesv\u00f6lkern wie den amerikanischen Ureinwohnern oder den Maori aber mit symbolischer Bedeutung aufgeladen und zeigten einen bestimmten Status, wie etwa die Vollj\u00e4hrigkeit an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Alternative Tattoo-Methoden<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ink Rubbing<\/strong>: Ist eine Form des &#8222;self-made tattoo&#8220; und wird gerne in der der S\/M-Szene von Fans des rituellen Vernarbens verwendet. Hierbei schneidet oder kratzt man sich Motive mit Nadeln oder Rasierklingen in die Haut und reibt dann Farbe (etwa Tattoo-Tinte oder auch Asche) in die Haut. Die entstehende Narbe wird dann farbig eingef\u00e4rbt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nadel &amp; Faden<\/strong>: Ebenfalls eine Form des &#8222;self-made&#8220;, bei der die T\u00e4towierung mittels einer herk\u00f6mmlichen Nadel und eines in Tinte getr\u00e4nkten Fadens unter die Haut gebracht wird. So wurden beispielsweise unter Punks Tattoos angebracht, weil diese kein Geld hatten, um sich professionell stechen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>T\u00e4towierkamm<\/strong>: Bei den Maori wird mit einem Tatau-Kamm die Farbe unter die Haut gebracht. Hierf\u00fcr verwendete man traditionell Knochen, die spitz zugefeilt auf einer Holzplatte angebracht waren. Bei dieser Technik werden die &#8222;Nadeln&#8220; aber nicht gestochen sondern eher geschlagen, um die aus Asche und Wasser gemischte Farbe einzubringen. Heutzutage sind durchaus auch Metallk\u00e4mme \u00fcblich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bambuspinsel<\/strong>: In der japanischen T\u00e4towier-Tradition werden die Nadeln am Ende eines langen Stabes, meist aus Bambusholz, in der Form eines Pinsels befestigt, und die T\u00e4towierung wird dann per Hand in die Haut gestochen. Diese Technik ist \u00e4u\u00dferst schwierig zu beherrschen, gilt aber unter Puristen nach wie vor als die pr\u00e4ziseste Tattoo-Art.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">In editierter Form erschienen in Perfect Ink #1.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie sich aus bei Tribals, Dotwork, Scratchern oder Sleeves? 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