{"id":3525,"date":"2013-10-25T00:00:09","date_gmt":"2013-10-24T23:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=3525"},"modified":"2014-09-23T10:44:51","modified_gmt":"2014-09-23T09:44:51","slug":"game-tipp-batman-arkham-origins-ps3-xbox-360","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=3525","title":{"rendered":"Game-Tipp: Batman: Arkham Origins"},"content":{"rendered":"<p>Heiligabend, es regnet. In Gotham City ist der Weihnachtsmann nicht der Einzige, der sich still und leise durch die Nacht stiehlt. Es gibt viele dunkle Ecken und d\u00fcstere Gassen, wo das Verbrechen regiert. Marodierende Stra\u00dfengangs, korrupte Polizeibeamte und verbrecherische Gesch\u00e4ftsleute geh\u00f6ren in Gotham zum Alltag. Nur einer wagt es, sich ihnen entgegen zu stellen.<\/p>\n<div>\n<div><!--more--><\/div>\n<div>\n<h1>Stille Nacht in Gotham City<\/h1>\n<p>\u00bbBatman: Arkham Origins\u00ab beginnt etwa f\u00fcnf Jahre vor den Ereignissen von \u00bbArkham Asylum\u00ab, das zu dieser Zeit noch eine verlassene Insel vor der Stadt ist. Bruce Wayne hat sich erst zwei Jahre zuvor dazu entschlossen, sein Lackleder-Outfit anzulegen und des N\u00e4chtens dem Verbrechen einen Riegel vorzuschieben. Bislang ist er nur ein Mythos, ein Angst einfl\u00f6\u00dfendes Fl\u00fcstern in den Ohren der Schl\u00e4ger, Halsabschneider und Diebe der Stadt. Seine Gegner sind Einbrecher, Schl\u00e4ger und Drogenschmuggler. Nichts Besonderes f\u00fcr Batman, der als einsamer R\u00e4cher f\u00fcr Selbstjustiz sorgt, weil er die Polizei f\u00fcr einen korrupten Apparat h\u00e4lt. Au\u00dfer Alfred, seinem treuen Butler, hat er keine Verb\u00fcndete, keine Helfer oder Freunde. Sein Auftreten ist grimmig und harsch. Schlag erst, frag sp\u00e4ter \u2013 das ist seine Devise, und bislang hat das gut geklappt.<\/p>\n<p>Doch ausgerechnet an Heiligabend gibt es einen Vorfall im Blackgate Gef\u00e4ngnis und der Mafioso Black Mask ist darin involviert. Bei seinen Untersuchungen stellt Batman fest, dass er den B\u00f6sewichten der Stadt einmal zu oft mit dem Lederstiefel in den Hintern getreten hat. Black Mask hat ein Kopfgeld auf die Fledermaus ausgesetzt. Ergo wollen mehrere fiese Meuchelm\u00f6rder dem schwarz gekleideten Recken an die Gurgel: Deathstroke, Deadshot, Firefly und noch f\u00fcnf weitere. Nebenbei nutzen Gangs, korrupte Polizisten, aber auch Schurken wie Waffenh\u00e4ndler Pinguin oder Mediahacker Enigma die Gunst der Stunde, um ihre Gesch\u00e4fte voranzutreiben. Es bleibt Batman also nichts anderes \u00fcbrig, als Alfreds Weihnachtsbraten links liegen zu lassen. Er nimmt sich der Probleme von Gotham City an. Je n\u00e4her er jedoch Black Mask und seinen Spie\u00dfgesellen kommt, desto un\u00fcbersichtlicher wird die Situation. Es scheint, als habe jemand anderes, jemand weitaus gef\u00e4hrlicheres die Finger im Spiel und ziehe die F\u00e4den aus dem Dunkel. Batman steht vor der gr\u00f6\u00dften Herausforderung seines jungen \u00bbHeldendaseins\u00ab und schon bald muss der R\u00e4cher sich entscheiden, aus welchen Gr\u00fcnden er das Verbrechen bek\u00e4mpft und wie er sich gegen die eskalierende Gewalt zur Wehr setzt.<\/p>\n<h3>Die Erschaffung eines Superhelden<\/h3>\n<p>\u00bbBatman: Arkham Origins\u00ab ist eine Entstehungsgeschichte. Nicht die Geschichte des kleinen Bruce, dessen Eltern ermordet werden und der sp\u00e4ter beschlie\u00dft, zur Fledermaus zu werden. \u00bbOrigins\u00ab erz\u00e4hlt vielmehr die Geschichte, wie aus einem egozentrischen Million\u00e4r mit Bindungs\u00e4ngsten ein waschechter Superheld wird, der es sich zur Aufgabe macht, f\u00fcr das Gute in Gotham zu k\u00e4mpfen und seine Stadt zu retten. Das Spiel portr\u00e4tiert Batman ungew\u00f6hnlich einsiedlerisch, es zeigt ihn blindlings handelnd und ohne Reflexion f\u00fcr das gro\u00dfe Ganze \u2013 das ist eine Lektion, die er im Spiel durch die Konfrontation mit den Killern und durch die immer mehr au\u00dfer Kontrolle geratenden Ereignisse des Abends erlernen muss. Batman lernt seine Grenzen kennen, er ist auf Hilfe angewiesen und muss sich erstmals in seiner Arbeit als Verbrechensbek\u00e4mpfer in eine Kooperation begeben. Er braucht Alfreds Weisheit, Oracles \u00dcberblick und Informationen, Gordons festen moralischen Kompass, dessen Unterst\u00fctzung und vieles mehr, was zu Spielbeginn jedoch alles fehlt. Aber genau hier liegt der Reiz von \u00bbOrigins\u00ab, der wie ein Bildungsroman Batman erst ungest\u00fcm und impulsiv in die falsche Richtung rennen l\u00e4sst. Eine Konfrontation im Gotham City Police Department geh\u00f6rt zu den ersten Leveln des Spiels. Nach und nach jedoch entdeckt Batman Verb\u00fcndete, die ihm helfen, den wahnsinnigen Machenschaften eines Superschurken auf die Spur zu kommen. Und so wird aus dem R\u00e4cher ein Held.<\/p>\n<h3>Altes bewahren, Neues erg\u00e4nzen<\/h3>\n<p>Spielmechanisch steht \u00bbBatman: Arkham Origins\u00ab aus genau diesem Grund vor einem Dilemma. Denn in der Welt von Gotham darf sich nicht zu viel ver\u00e4ndern, schlie\u00dflich will das Spiel die Vorgeschichte zu bestehenden Produkten sein. Batman muss Batman bleiben \u2013 ein radikaler Bruch w\u00fcrde die Fangemeinde der \u00bbVorg\u00e4nger\u00ab verschrecken. Und so hat sich Warner Games Montreal, die f\u00fcr Rocksteady Studios die Entwicklung \u00fcbernommen haben, dazu entschlossen, an der grundlegenden Mechanik des Spiels nicht zu r\u00fctteln. Immer noch gleitet Batman sicher und leise \u00fcber die dunklen D\u00e4cher, schnellt er F\u00e4uste schwingend zwischen zig Gegnern hin und her und pr\u00fcgelt diese bewusstlos, um sie dann der Polizei zu \u00fcbergeben. Die Basis des Spiels ist und bleibt die Action \u2013 K\u00e4mpfe im Freeflow, unterschiedliche Kombos f\u00fcr die diversen Gegnerarten und jede Menge \u00bbUnsichtbarer J\u00e4ger\u00ab-Momente, in denen Batman die B\u00f6sen einzeln und heimlich durch Spezialattacken ausschaltet.<\/p>\n<p>Trotzdem will ein neues Spiel auch immer etwas Neues bieten. \u00bbOrigins\u00ab soll ja nicht nur eine erweiterte Levelkarte f\u00fcr \u00bbArkham City\u00ab sein. So umfassen die Kulissen gegen\u00fcber der Rocksteady-Produktion aus dem Jahr 2011 fast die doppelte Fl\u00e4che. Und die f\u00fcllt Warner Games Montreal mit neuen Inhalten. Man erg\u00e4nzt ein Schnellreise-System, einige neue Gadgets wie die Elektro-Handschuhe oder die Fernlenkkralle \u2013 Achtung, Logikl\u00fccke: Warum hat Batman dann sp\u00e4ter in \u00bbAsylum\u00ab keinen Zugriff auf diese Dinge? \u2013 sowie ein neues Trainingssystem und neue Herausforderungen. Auch in der Variabilit\u00e4t der Aufgaben Batmans wird das Spiel erweitert. F\u00fcr die Action sorgen die K\u00e4mpfe, das Geschick ist in Sachen \u00bbJ\u00e4germodus\u00ab gefragt und R\u00e4tsel muss man dank Enigmas Puzzle-Einlagen zuhauf bew\u00e4ltigen. Neu im Verbund ist der Ausbau des Adventure-Aspekts, bei dem Batman deduktiv Verbrechen aufkl\u00e4ren muss. Die Fallakten von Verbrechen, die in Gotham begangen wurden, lassen sich mit Hilfe der Detektivsicht eindrucksvoll l\u00f6sen. Neben der Spielmechanik f\u00e4llt vor allem in Sachen Grafik auf, dass sich \u00bbBatman: Arkham Origins\u00ab allzu nah am Vorg\u00e4ngerspiel orientiert. Klar, die Stadt hat teilweise andere Geb\u00e4ude, weil ja zum Beispiel Arkham noch gar nicht existiert. Aber was Atmosph\u00e4re und Texturen betrifft, trennt die beiden wenig \u2013 hier w\u00e4re mehr Differenzierung sch\u00f6n gewesen. Warum nicht zum Beispiel mal Passanten \u00fcber die Stra\u00dfe scheuchen, wie das in einer \u00bbnormalen\u00ab Stadt ja zu erwarten w\u00e4re? Das alles ist zwar in Hinblick auf die Stimmung nicht problematisch, aber das Potenzial der aktuellen Konsolengeneration sch\u00f6pft das Ganze nicht aus. Auch das Sounddesign bleibt bew\u00e4hrten Konzepten treu. Wiederum sprechen mit David Nathan alias Christian Bale und J\u00fcrgen Thormann alias Michael Caine die bekannten Synhronsprecher der \u00bbDark Knight\u00ab-Reihe die Rollen von Batman und Alfred. Das funktioniert f\u00fcr Fans nat\u00fcrlich blendend.<\/p>\n<h3>Wo es hakt<\/h3>\n<p>Im Vergleich mit dem H\u00f6hepunkt, der \u00bbArkham City\u00ab seit zwei Jahren zweifelsohne war und ist, fehlt allerdings der letzte Feinschliff. So bleibt die Steuerung zwar im Wesentlichen gleich, doch gerade bei Szenen in engen R\u00e4umen mit vielen Interaktionsgegenst\u00e4nden und Gegnern ist die Pr\u00e4zision nicht so gut wie im Vorg\u00e4ngerspiel. Auch und gerade die Kameraperspektiven, die automatisch wechseln, tun dies teilweise ungeschickt oder gar spielst\u00f6rend. Die Leveldesigns sind sehr linear, was angesichts der offenen Welt Gothams irritiert. Manchmal sind die Enigma-Puzzle oder die Fallakten extrem einschr\u00e4nkend programmiert und der Spieler muss bestimmte, sehr willk\u00fcrlich gesetzte Aktionen abwarten, bevor eine Handlung ausf\u00fchrbar wird. Das geht in einem Fall sogar so weit, dass Batman an einer langen Balustrade, die mit einem Gitter in zwei Abschnitte unterteilt ist, seine Batclaw rechts vom Gitter nutzen kann, links jedoch nicht. Solche Logikbarrieren findet man h\u00e4ufiger im Spiel. Auch hinsichtlich der Dialoge mit anderen Charakteren oder der Animationen von Nebenfiguren gibt es kleinere Unstimmigkeiten. Nichts Weltbewegendes und kaum den Spielfluss hemmend, doch es zeigt, dass hier in der Produktion respektive der Testphase die eine oder andere Abk\u00fcrzung genommen wurde. Problematischer, zumindest f\u00fcr unerfahrene Spieler, ist der Schwierigkeitsgrad, der sich selbst in der Einstellung \u00bbnormal\u00ab stellenweise schon ziemlich knackig pr\u00e4sentiert. Da \u00bbOrigins\u00ab kein Umschalten der Herausforderungsstufe innerhalb des Spiels f\u00fcr bestimmte Szenen zul\u00e4sst, kann es schon frustrierend sein, sich durch 50 Prozent der Story gek\u00e4mpft zu haben, nur um dann an einem verflixten Bosskampf zu scheitern und nicht weiter zu kommen. Eine flexible Einstellung \u2013 zumindest zwischen \u00bbleicht\u00ab und \u00bbnormal\u00ab \u2013 w\u00e4re hier freundlicher gewesen, statt Einsteiger zu zwingen, alles erneut durchspielen zu m\u00fcssen. K\u00f6nner werden sich jedoch freuen, denn nebst der Einstellung \u00bbschwer\u00ab bietet das Spiel mit dem \u00bbIch bin die Nacht\u00ab-Modus einen vierten, im wahrsten Sinne des Wortes brutal harten Schwierigkeitsgrad. Hier verf\u00fcgt Batman nur \u00fcber ein Leben. Speicherm\u00f6glichkeiten sind nicht vorgesehen.<\/p>\n<h3>Fan-Welten<\/h3>\n<p>Am Ende entscheidet \u00fcber den Unterhaltungswert eines Spiels aber nicht, ob eine Logikl\u00fccke oder ein neues Gadget das Spa\u00dfbarometer nach oben oder unten gedr\u00fcckt haben. Viel wichtiger ist, dass \u00bbBatman: Arkham Origins\u00ab \u2013 wie auch seine Vorg\u00e4nger \u2013 eine packende Geschichte zu erz\u00e4hlen wei\u00df und einen von Anfang bis Ende nicht mehr los l\u00e4sst. Wir Fans fiebern mit; wollen Firefly beim Z\u00fcndeln erwischen; Deadshot ein Auge zudr\u00fccken und leise wissend in uns reinl\u00e4cheln, wenn man Harleen Quinzel als sch\u00fcchterner Jungdoktorin begegnet. Wir lieben versteckte Hinweise auf Queen Industries, die auf einen Crossover hoffen lassen oder einfach nur dem Zweck dienen, eine falsche F\u00e4hrte zu legen. Und wir sehen Batman gerne zu, wie er sich ver\u00e4ndert und zu dem wird, den wir kennen und lieben. Das ist es, was den Kick von \u00bbOrigins\u00ab ausmacht. Es bietet dem Fan-Herz genug Ankn\u00fcpfpunkte und ver\u00e4ndert gerade soviel, dass wir begierig mehr haben wollen. Und das kriegen wir dann auch: eine zehn bis zw\u00f6lf Stunden umfassende Story, die von etlichen Schurken berichtet und ihren Pl\u00e4nen zur Vernichtung von Gotham City. Dazu kommen unz\u00e4hlige Kampf- und J\u00e4gerherausforderungen, ein System zur Verbesserung der eigenen Fertigkeiten, Dutzende Puzzles, jede Menge aufzukl\u00e4rende Fallakten und ein brandneuer Mehrspieler-Modus. Na dann: Frohes Fest!<\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Artikel im Original erschienen bei <a href=\"http:\/\/www.ps3m.de\/tests\/test\/ps3-test-batman-arkham-origins.html&amp;sid=77c33acb36222cd6694df42a8f1c3bcf\" target=\"_blank\">PS3M.de<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiligabend, es regnet. 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