{"id":4762,"date":"2014-05-15T00:00:41","date_gmt":"2014-05-14T23:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=4762"},"modified":"2014-09-22T11:44:30","modified_gmt":"2014-09-22T10:44:30","slug":"intimitaet-mit-dem-kontrabass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=4762","title":{"rendered":"Intimit\u00e4t mit dem Kontrabass"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Dinge zu ver\u00e4ndern und einen Neuanfang zu wagen, das kann Risiken in sich bergen. Das hat die Ulita Knauss mit ihrem 2010er Album &#8222;Tambor&#8220; deutlich zu sp\u00fcren bekommen. Auf dem neuen Album verarbeitet sie die Erfahrung von damals.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ich hatte mich damals festgefahren und habe eine gro\u00dfe Unzufriedenheit in mir versp\u00fcrt. Ich wollte was ver\u00e4ndern und etwas Neues machen. Ich hatte eine sehr gro\u00dfe Sehnsucht nach Leichtigkeit \u2013 anders kann ich es nicht beschreiben \u2013 und dieses Gef\u00fchl habe ich auf &#8218;Tambor&#8216; ausgedr\u00fcckt. Aber leider ist das zum Teil falsch aufgefasst worden&#8220;, sagt Knaus \u00fcber die Zeit des letzten Albums. Der Vorwurf, sich vom Jazz abgewendet zu haben, vor allem aber der Fokus auf die deutschen Texte, wurden f\u00fcr sie zum Problem: &#8222;Sobald man auf Deutsch schreibt, dreht sich alles gleich um die Texte \u2013 dabei vergisst man schnell, dass es auch um die Musik geht. Ich wollte an einer Stelle in meinem Leben etwas ver\u00e4ndern und habe dabei gleich ganz viel anderes mit gezogen. Das war \u00fcberraschend und nicht abzusehen. Es wurde nicht besser, es wurde schlimmer dadurch.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das neue Album &#8222;The Moon on my Doorstep&#8220; repr\u00e4sentiert diesen Moment im Schaffen der Jazz-S\u00e4ngerin, an dem vieles kaputt gegangen zu sein schien. Aber es ist auch repr\u00e4sentativ f\u00fcr diesen Augenblick in dunkelster Nacht, bei dem der Anblick des Mondes einen leitet und Hoffnung gibt: &#8222;Als ich das Album schrieb, da war innerlich Herbst in mir. Der Mond hat eine gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr mich, er ist das Licht im Dunkel und repr\u00e4sentiert diesen Moment, ab da an es besser wird. Das ist f\u00fcr mich die zentrale Bedeutung des Titels \u2013 das ist ein Licht, aber ich stehe noch im Dunkel.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Musikalisch hat Knaus diesen Moment genutzt, f\u00fcr ein eindrucksvoll ruhiges, aufger\u00e4umtes Album. Mit nur wenigen Instrumenten hat sich die Hamburgerin den Raum selbst einger\u00e4umt, der ihr zuvor gefehlt hatte. Piano, Gitarre, Kontrabass und dezente Percussion \u2013 aber meist nur ein oder zwei Instrumente zur Zeit. &#8222;Ich habe mich getraut, mir den Raum zu nehmen, um mich zu entfalten. Die kleinere Besetzung war dabei wichtig. Ich wage Duette auf dem Album, mal mit dem Kontrabass, dann wieder mit der Marimba. Zwei Stimmen, gemeinsam.&#8220; Vielleicht ist das Album gerade deswegen so vielseitig, weil es so reduziert ist. Dank der Instrumentierung achtet man auf die Varianz der Stimme und entdeckt die tiefe Emotion, die Auseindersetzung mit dem Moment im Leben der K\u00fcnstlerin. Die &#8222;Duette&#8220;, wie Knaus sagt, sind dabei wie Partnerschaften, wenn beide eine Verbindung eingehen und das gleiche wollen \u2013 die selbe Melodie verfolgen, den gemeinsamen Song finden. Der Prozess des Schreibens hat ihr Selbstvertrauen gegeben, den man dem Album anh\u00f6rt \u2013 und er hat es ihr erm\u00f6glicht, die Erfahrungen zu verarbeiten: &#8222;Beim Schreiben habe ich gemerkt, wie es bergauf ging und ich langsam einen besseren Weg gefunden habe. Die Songs haben mir geholfen und pl\u00f6tzlich lief alles wieder rund. Auf allen Ebenen, nicht nur musikalisch. Das ist schon erstaunlich.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulita Knaus \u2013 &#8222;The Moon on my Doorstep&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich erschienen im Piranha 05\/2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Dinge zu ver\u00e4ndern und einen Neuanfang zu wagen, das kann Risiken in sich bergen. 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