{"id":4923,"date":"2015-03-07T00:00:23","date_gmt":"2015-03-06T23:00:23","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=4923"},"modified":"2015-03-07T10:24:26","modified_gmt":"2015-03-07T09:24:26","slug":"die-entdeckung-der-langsamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=4923","title":{"rendered":"Die Entdeckung der Langsamkeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Drei Jahre zwischen erster EP und Deb\u00fctalbum sind eine lange Zeit, doch f\u00fcr Rob Goodwin, S\u00e4nger der britischen Band The Slow Show ist die Bed\u00e4chtigkeit eine wichtige Tugend, die man allzu oft vergisst.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ein Grund f\u00fcr die lange Produktionszeit des Albums ist sicher unsere Obsession, allem den bestm\u00f6glichen und authentischen Klang zu verleihen. Wir haben deswegen viel Zeit in die musikalischen Texturen investiert und am Klang gefeilt. Aber das Album ist deswegen nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig dicht geworden. Wir hatten das Gef\u00fchl, es unseren Fans zu schulden, ein Album abzuliefern, auf das wir Stolz sind und das alle gl\u00fccklich macht.&#8220; Goodwin beschreibt hier allerdings keineswegs typischen Manchester-Sound, kein Brit-Pop-Album, sondern vielmehr eine Melange aus unterschiedlichen Musikeinfl\u00fcssen, die sich vor allem durch in Moll gehaltenes Songwriting und eine variable minimalistische Instrumentierung auszeichnet. &#8222;Die Gef\u00fchlsebene der Songs ist uns wichtig. Die Intention ist dabei nie, einen melancholischen Song zu schreiben, aber wir f\u00fchlen uns emotional davon einfach angezogen, sowohl in den Lyrics als auch bei der Instrumentierung. Die Musik ist aber nicht zwangsl\u00e4ufig traurig, es gibt auch erhebende Momente.&#8220; So etwa, Goodwin seinen samtenen Bariton von minimalistisch eingesetzen Streichern tragen l\u00e4sst und \u00fcber die Liebe singt. Dann wieder klingen The Slow Show nach Johnny Cashs &#8222;American Recordings&#8220; und ein Hauch Americana wehen \u00fcber Manchester. Goodwin bezeichnet K\u00fcnstler wie Tom Waits oder Neil Young als Vorbilder, sieht aber die Inspiration f\u00fcr die Musik nicht an einen regionalen Sound gebunden: &#8222;Die Inspiration ist \u00fcberall um uns herum, du musst nur hinsehen. Wir sind alle recht unterschiedlich in unseren Geschm\u00e4ckern und haben sehr verschiedene Stile mit in die Band gebracht. Klar, wir m\u00f6gen die amerikanische Songwriter-Tradition, aber sie ist auch nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig deutlich auf dem Album zu h\u00f6ren.&#8220; Das stimmt, denn neben klassischen Streicher-Ensembles, den sanften Gitarren der Band und bereits erw\u00e4hnter Stimme Goodwins, klingen auf &#8222;White Water&#8220; auch britisch-regionale Kl\u00e4nge durch. Auf einmal sind die Ch\u00f6re und Blaskapellen des englischen Nordens h\u00f6rbar, wie ein heimatlicher Anker, der die Band an ihre Wurzeln bindet: &#8222;Wir stammen nicht mal alle von hier. Aber wir haben uns in Manchester getroffen und lieben die Stadt einfach. Die Blechbl\u00e4ser sind ein Salut an diese Region, an die Bergarbeiter und die Stadt, die uns zur &#8218;Heima&#8216; geworden ist. Die Textur der Blechinstrumente ist so wundervoll, dass wir das einfach nicht missen wollten und nun f\u00fchlt es sich eben wie ein wichtiger Teil von unserem Sound an, wie alles andere auch.&#8220; Insgesamt ist &#8222;White Water&#8220; damit ein im Klang variables Deb\u00fct, das in leisen T\u00f6nen und in aller Ruhe die Band einem neuen Publikum vorstellt und gerade wegen der Bed\u00e4chtigkeit des Sounds f\u00fcr die Zukunft viel Gro\u00dfes verspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich erschienen im Piranha 03\/2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Jahre zwischen erster EP und Deb\u00fctalbum sind eine lange Zeit, doch f\u00fcr Rob Goodwin, S\u00e4nger der britischen Band The<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4924,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_vp_format_video_url":"","_vp_image_focal_point":[],"footnotes":""},"categories":[933,4],"tags":[18,31,52,33,24,999],"class_list":["post-4923","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-musikalisch","category-unkategorisiert","tag-alternative","tag-musik","tag-rock","tag-singersongwriter","tag-stories","tag-the-slow-show"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4923","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4923"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4923\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4925,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4923\/revisions\/4925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4924"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4923"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4923"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortraub.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4923"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}