{"id":4945,"date":"2015-04-10T00:00:12","date_gmt":"2015-04-09T23:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=4945"},"modified":"2016-02-03T17:04:38","modified_gmt":"2016-02-03T16:04:38","slug":"game-tipp-the-order-1886","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=4945","title":{"rendered":"Game-Tipp: The Order: 1886"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: justify;\">Bildgewaltige Historie<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was muss ein Videospiel leisten, um Spieler zu begeistern? Diese Frage stellt sich angesichts des Steampunk-Abenteuers \u00bbThe Order: 1886\u00ab mit Vehemenz.<!--more--> Das Spiel bietet rein mechanisch eher (unter)durchschnittliche Actionkost: gerade einmal f\u00fcnf bis sechs Stunden Spieldauer, eine etwas unhandliche Steuerung und vor allem nur wenig Ansporn f\u00fcr Spieler, die hier vergeblich nach Charakterentwicklung oder spielerischer Varianz suchen m\u00fcssen. Man schie\u00dft, erkundet Level, und reagiert h\u00e4ufiger mal in Cut-Scenes mit Quick-Time-Events auf unvorhergesehene Angriffe. Schlecht ist das nicht, nur eben nicht neu und aufregend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der anderen Seite bietet \u00bbThe Order\u00ab aber eine dichte und atmosph\u00e4rische Welt, hochkar\u00e4tige Grafik, detaillierte Schaupl\u00e4tze und eine packende Story mit viel Potential f\u00fcr Entwicklung. \u00bbThe Order: 1886\u00ab l\u00e4sst Spieler in ein alternativ-geschichtliches London eintauchen und die Rolle des Tafelritters Sir Galahad \u00fcbernehmen, der im Krieg gegen Lykaner und Vampire in ein Netz aus Intrigen ger\u00e4t und daf\u00fcr des Hochverrats angeklagt wird. Das Spiel bedient sich dabei eines verwobenen Geflechts aus Mythos, Fantasy, Horror, Science Fiction und realer Historie. Das viktorianische London von \u00bbThe Order\u00ab ist trotz der wilden Versatzst\u00fccke dennoch eine eigenst\u00e4ndige und stimmige Welt, in der die Magie der Arthus-Sage und des Heiligen Gral gleichberechtigt neben historischen Anspielungen wie den Ripper-Morden und dem Konflikt von Tesla und Edison steht, in der Monstren wie Werw\u00f6lfe mit Hilfe hochentwickelter Technologien wie Sonarbomben aus am Himmel schwebenden Luftschiffen bek\u00e4mpft werden. In Sachen Ideenreichtum jedenfalls kann \u00bbThe Order: 1886\u00ab protzen, ebenso in Hinsicht auf die Atmosph\u00e4re. Selten hat ein Spiel die dunkle Seite Londons so versiert in Szene gesetzt und dabei die Slums von Whitechapel ebenso \u00fcberzeugend ins heimische Wohnzimmer transportiert, wie sp\u00e4ter Herrenh\u00e4user in Kensington, die dunklen Sch\u00e4chte der U-Bahn, die Docks oder das Innere der gro\u00dfen Transportzeppeline, die den weltweiten Verkehr in dieser wunderbar steampunkigen Welt bestimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende bleibt also die Frage, ob ein Spiel nun vor allem durch seine Spielmechanik oder durch seine Erz\u00e4hlung gepr\u00e4gt ist. \u00bbThe Order: 1886\u00ab beantwortet diese Frage eindeutig zu Gunsten der Narration. Spieler lenken hier einen Charakter durch eine Welt in Aufruhr, sind Spielball von Intrigen und machiavellischen Schachz\u00fcgen \u2013 da kann ein einzelner Mann wie Sir Galahad kaum Einfluss nehmen. Das transportiert auch die Spielmechanik und so gleicht das Spiel eher einem elaboriert auf Interaktion getrimmten Film. Die Macht des Spielers auf die Geschichte ist nicht zentraler Moment des Spiels, sondern vielmehr seine Ohnmacht. Dazu kommt die Wucht der Bilder und der Ereignisse, die \u00fcber einen hereinbricht. So kommt das Ende nach f\u00fcnf Stunden recht \u00fcberraschend und hinterl\u00e4sst einige Fragen \u2013 die, so kann man der cineastischen Ader der Produzenten entsprechend vermuten, dann wohl in DLCs oder im n\u00e4chsten Teil beantwortet werden. \u00bbThe Order: 1886\u00ab ist ideal f\u00fcr Fans des interaktiven Kinos und der gepflegten visuellen Narration, d\u00fcrfte aber Hardcore-Actiongamer eher entt\u00e4uschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich erschienen im Kreuzer 04\/2015 &#8211; hier das Layout:<a href=\"http:\/\/wortraub.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Review-The-Order.png\" rel=\"attachment wp-att-5010\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5010\" src=\"http:\/\/wortraub.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Review-The-Order.png\" alt=\"PNG\" width=\"909\" height=\"844\" srcset=\"https:\/\/wortraub.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Review-The-Order.png 909w, https:\/\/wortraub.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Review-The-Order-300x279.png 300w, https:\/\/wortraub.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Review-The-Order-768x713.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 909px) 100vw, 909px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildgewaltige Historie Was muss ein Videospiel leisten, um Spieler zu begeistern? 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