{"id":5446,"date":"2015-01-01T00:00:58","date_gmt":"2014-12-31T23:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/wortraub.com\/?p=5446"},"modified":"2018-08-05T07:56:51","modified_gmt":"2018-08-05T06:56:51","slug":"text-fuer-corporate-publishing-grohe-magazin-japanische-baderituale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortraub.com\/?p=5446","title":{"rendered":"Text f\u00fcr Corporate Publishing (Grohe Magazin): Japanische Baderituale"},"content":{"rendered":"<p>Nicht umsonst f\u00e4ngt f\u00fcr die meisten Menschen der Tag mit einer erfrischenden Dusche an. Eine Reinigung des K\u00f6rpers steht f\u00fcr die Wiederbelebung der Sinne, f\u00fcr ein Gef\u00fchl von Erneuerung. Und das ist eigentlich universell so, in jeder Gesellschaft dieser Welt. Zwar sind die Details unterschiedlich, doch die Verbreitung von Badekulturen zeigt, wie eng unser Bed\u00fcrfnis nach Reinheit mit unserem Wohlbefinden verbunden ist. Badezimmer und Toilette k\u00f6nnen f\u00fcr den Menschen zum R\u00fcckzugsort werden, zu einem Ort der Ruhe und der Besch\u00e4ftigung mit sich selbst.<\/p>\n<p>In Europa etwa startet die Badekultur in der Antike mit den ersten \u00f6ffentlichen B\u00e4dern, die zugleich auch Orte des Zusammentreffens waren. Der K\u00f6rper und die sozialen Kontakte wurden bei den Waschungen zugleich gepflegt. Die R\u00f6mer waren f\u00fcr heutige Verh\u00e4ltnisse dabei sehr offenherzig und verrichteten sogar ihr Gesch\u00e4ft ins Gespr\u00e4ch vertieft gemeinsam auf langen Marmorb\u00e4nken sitzend, die geschickt \u00fcber rauschenden Wasserl\u00e4ufen positioniert waren. Die Reinigung erfolgte mit der Hand oder mit Holzst\u00f6cken, an denen Schw\u00e4mme befestigt waren und die in Salzwassereimern ges\u00e4ubert wurden.<\/p>\n<p>Spezielle Orte zum Sitzen oder Reinigungsutensilien hatten aber gerade die meist \u00e4rmeren Landbewohner nicht. Hier waren praktischere Gesichtspunkte wichtiger, so dass K\u00f6rperpflege immer dann und dort stattfand, wo es sinnvoll erschien und etwa Wasser zur Waschung vorhanden war. In Sachen Hygiene danach mussten Stroh, Laub, Gras, Stoff oder sp\u00e4ter auch Papier (aus Zeitungen gerissen) herhalten. Das blattweise abzurei\u00dfende Klopapier kam erst Ende der 1920er Jahre dank des schw\u00e4bischen Industriellen Hans Klenk auf den Markt und pr\u00e4gt seither den westlichen Reinigungsstil.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu setzten andere Kulturen ausschlie\u00dflich auf Wasser als nat\u00fcrliches und schonendes Reinigungsmittel. In der arabischen Kultur etwa, aber auch in vielen Teilen Asiens wurde lange Zeit fast ausschlie\u00dflich auf diese Art gereinigt. Die (meist linke) Hand und Wasser werden bis heute in diesen L\u00e4ndern zur K\u00f6rperreinigung nach dem Gesch\u00e4ft genutzt. In den westlichen Kulturkreisen r\u00fcmpft man dar\u00fcber zwar die geruchsempfindliche Nase, doch in den arabischen L\u00e4ndern etwa ist der in der N\u00e4he der Toiletten angebrachte Wasserschlauch Usus. Auch in Indien oder Japan bevorzugt man die Reinigung mit Wasser, was als deutlich hygienischer empfunden wird. Hier gilt die westliche Nutzung von trockenem Papier als unrein.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt verbinden viele Kulturen Wasser und Reinlichkeit geradezu rituell miteinander, was etwa die religi\u00f6se K\u00f6rperreinigung gl\u00e4ubiger Muslime oder Buddhisten vor dem Gebet erkl\u00e4rt. K\u00f6rperliche und spirituelle Reinigung sind hier symbolisch eng miteinander verkn\u00fcpft. Eine Einsicht, die auch im Westen immer h\u00e4ufiger vertreten ist und im Wasser Reinigung, Heilung und Wohlbefinden verortet. Der anhaltende Boom von Wellness-Zentren und Spas d\u00fcrfte dies belegen, auch wenn letzterer Begriff auf das belgische Heilbad Spa zur\u00fcckgeht und nicht auf die nachtr\u00e4glich eingef\u00fchrte lateinische Formel &#8222;sanus per aquam&#8220; \u2013 also &#8222;Gesundheit durch Wasser&#8220;.<\/p>\n<p>Wie wohltuend und entspannend das Baden sein kann, wissen auch die Japaner, in deren Badekultur es bereits seit der Nara-Zeit (ca. 710-780) \u00f6ffentliche Badeh\u00e4user gab, die zuerst religi\u00f6sen, sp\u00e4ter auch weltlichen Nutzen fanden. Nach Geschlechtern getrennt konnten hier B\u00fcrger baden, die selber aufgrund enger Wohnverh\u00e4ltnisse kein eigenes Bad zur Verf\u00fcgung hatten. In Sent\u014d, kleineren Badeh\u00e4usern, die \u00fcberall platziert werden konnten und Onsen, die durch nat\u00fcrliche Hei\u00dfquellen gespeist wurden, dienten die B\u00e4der aber auch zum sozialen Austausch und zur Kr\u00e4ftigung der Gemeinschaft. Die physische N\u00e4he und Intimit\u00e4t der \u00fcblicherweise nackt genutzten B\u00e4der f\u00fchre zu einer emotionalen und spirituellen N\u00e4he.<\/p>\n<p>Als besonders wichtig gilt in der japanischen Kultur die Trennung von reinen und unreinen Bereichen, was sich unter anderem darin zeigt, dass vor Betreten einer Privatwohnung unbedingt die unreinen Stra\u00dfenschuhe zu entfernen sind. Auch in der Badekultur ist diese Trennung dringend zu beachten. Ein Bad wird in Japan n\u00e4mlich nicht zur k\u00f6rperlichen Reinigung genutzt, sondern dient der inneren, seelischen Reinigung und Entspannung. Entsprechend sind Badende aufgefordert sich vor der Nutzung des Sent\u014d abzuduschen und gr\u00fcndlich abzuseifen. Im Bad selbst ist Seife verp\u00f6nt, vielmehr werden \u00d6le oder andere Zus\u00e4tze genutzt, um zu noch gr\u00f6\u00dferer Entspannung zu verhelfen.<\/p>\n<p>Mit dem finanziellen Aufstieg der Mittelklasse in den 1970er Jahren wuchs auch in Japan das Interesse an privaten Badezimmern, in denen Familienangeh\u00f6rige ihren eigenen intimen R\u00fcckzugsraum finden konnten. Vor allem das Fehlen von T\u00fcren und die relative Enge der Wohnungen machten Badezimmer zum idealen Refugium der Einsamkeit. Da B\u00e4der aber reine R\u00e4ume, Toiletten hingegen unreine R\u00e4ume darstellen, sind diese in Japan eigentlich immer getrennt. Der Wunsch, auch an diesen Orten Reinheit und Wohlbefinden zu versp\u00fcren, f\u00fchrte in Japan zu einer regelrechten Innovationswelle in Sachen Toilettenkultur, die im Westen oft als eigent\u00fcmlich oder gar l\u00e4cherlich missverstanden wird.<\/p>\n<p>So erkl\u00e4rt sich etwa die Nutzung von Toilettenpantoffeln durch die Trennung von reinen und unreinen R\u00e4umen und die traditionell im Boden eingelassenen WCs, die eine kauernde Hocke verlangen (und die wir etwa auch aus \u00f6ffentlichen R\u00e4umen in Frankreich oder Italien kennen). Um reine und unreine R\u00e4ume von einander zu trennen, betritt man entsprechend nur mit unreinen Pantoffeln das WC und streift diese sofort nach Verlassen wieder ab.<\/p>\n<p>Weil ein Besuch auf einer \u00f6ffentlichen Toilette schambehafteten Japanerinnen als zu intim gilt, und diese Angst vor vom K\u00f6rper produzierten Ger\u00e4uschen haben, die in der \u00d6ffentlichkeit akustische Aufmerksamkeit erregenk\u00f6nnten, haben die Damen dauerhaft bei der Nutzung gesp\u00fclt. Der hohe Wasserverbrauch (von bis zu 20 Litern extra) f\u00fchrte zur Erfindung der sogenannten &#8218;Ger\u00e4uschprinzessin&#8216; als Gegenma\u00dfnahme. Die Otohime, nach der Tochter des Meeresgottes Ry\u016bjinbenannt, sorgt f\u00fcr ein dauerhaftes Wasserrauschen, das aktiviert werden kann, um die potentiell peinliche Akustik zu \u00fcbert\u00f6nen.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte sanit\u00e4rtechnische Innovation stellen aber wohl die sogenannte <em>Washlets<\/em>dar, die in Deutschland unter dem Namen Dusch-WCs bekannt sind, und die in Japan heutzutage in fast 80% aller Haushalte und sogar im \u00f6ffentlichen Raum Verwendung finden.<\/p>\n<p>Bei diesen Wunderwerken der Technik stehen Hygiene, Wohlbefinden und erschwinglicher Luxus im Vordergrund. Zentrales Element der praktischen K\u00f6rperpflege ist ein ausfahrbarer Duschkopf, der sanft und ohne die Notwendigkeit von Klopapier reinigt. So bestimmt der Benutzer per Knopfdruck (digital gesteuert) den Druck, die Temperatur und den Abspritzwinkel des Wassers. Moderne Ger\u00e4te wie das GROHE Sensia k\u00f6nnen sogar Wunscheinstellungen f\u00fcr die Nutzer speichern. Zus\u00e4tzlich verf\u00fcgen die Dusch-WCs \u00fcber eine Warmluftd\u00fcse, die nach der Reinigung eine Trocknung und somit den h\u00f6chsten hygienischen Standard erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Die Japaner, glaubt man den Expertenmeinungen von hiesigen Proktologen, machen in Sachen K\u00f6rperpflege und Reinlichkeit alles richtig. Das Dusch-WC, so die Meinung vieler Fach\u00e4rzte, b\u00f6te die hygienischste, reiz\u00e4rmste und gr\u00fcndlichste Reinigung. Die komfortablen technischen L\u00f6sungen des GROHE Sensia bieten rundum Wohlgef\u00fchl f\u00fcr Jedermann, die dabei hilft sich gesund, rein und frisch zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht umsonst f\u00e4ngt f\u00fcr die meisten Menschen der Tag mit einer erfrischenden Dusche an. 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