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Mit TikTok zurück aus der Pause

Lange Zeit war es still um die britischen Neo-Grunger Basement, doch dann kam der virale Erfolg ihres 2012er Hits „Covet“ und plötzlich war die Band wieder in aller Ohren und das neue Album nicht mehr so abwegig.

Eigentlich hatten sich die fünf Musiker von Basement schon 2019 auf eine längere Pause eingestellt und als dann die Pandemie kam, da hing die Zukunft der Band an einem seidenen Faden. „Wir haben tatsächlich komplett aufgehört über die Band zu sprechen“, sagt Lead Sänger Andrew Fisher über diese Zeit, „und die einjährige Pause ging einfach immer weiter.“ Weil die Bandmitglieder nicht miteinander sprachen, waren sich alle unsicher, wo die anderen in Bezug auf den weiteren Weg standen. Eine solche Unsicherheit braucht einen Katalysator, um überwunden zu werden. Und der kam mit dem viralen Erfolg ihres Songs „Covet“ vom 2012er Album Colormeinkindness, der plötzlich als Sound auf TikTok in hunderten Videos zu sehen war und dann später sogar von Steven Soderbergh für seinen Film Presence eingesetzt wurde. „Ich habe gar kein TikTok“, gesteht Gitarrist Alex Henery amüsiert, „also war ich darauf angewiesen, dass mir Freunde kleine Memes und Videos auf Insta schickten.“ Der Erfolg des Songs war für ihn überraschend, aber gerne gesehen: „Ich war froh, dass der Song ein neues Leben erfuhr, neue Leute ihn zu hören bekamen. Das war ein schöner Bonus, etwas seltsam zu sehen aber schön.“

Auf jeden Fall hat der Erfolg von „Covet“ die Band wieder an einen Tisch gebracht und Fisher dazu gezwungen, die Frage nach der Zukunft neu zu stellen. „Es war mit Angst behaftet. Wenn du die Frage nie stellst, dann kannst du auch kein ‚Nein‘ als Antwort bekommen. Aber wir wussten alle, dass wir irgendwas machen wollten, nur dass eben keiner sich getraut hat darüber zu reden.“ Als sie sich gefunden hatten, da klickte alles zusammen wie bei einem Puzzle-Spiel. Das neue Album ist roh und authentisch, ganz wie in den Anfangszeiten der Band, weiß auch Fisher zu berichten: „Die Natur der Sache ist, dass wenn du größer wirst, dann wollen immer mehr Leute ihre Meinung gehört wissen. Das war uns aber nicht recht, wir wollten, dass es sich ehrlich anfühlt, genuin Basement. Ganz als würden wir wieder zu Zeiten von 7-Inch-Singles produzieren.“ Abgesehen vom durchaus hochwertigen Sound, scheint die Energie der frühen Tage wieder da. Und mit „Wired“ klingen Basement als wollten sie direkt wieder ansetzen, am Erfolg der frühen Alben. Dabei ging es nie um den „Nostalgie-Core“ und den „Cash Grab“, wie Fisher es nennt, „Eine Zeit lang war unser alter Sound so gefragt, wie ja auch ‚Covet‘ zeigt, aber das wollten wir nicht. Wir wollten etwas Neues produzieren, um die Leute zu überzeugen.“ Neue Fans haben sie ja bereits – mit dem neuen Album in der Tasche können sie den Vorschuss-Erfolg nun unterfüttern, mit 12 krachenden, rockenden Songs, die sich für jeden Grunger ebenso lohnen, wie für alternative Influencer-Kids.

Basement – „Wired“

Ursprünglich erschienen im Classic Rock 06/2026