CD-Tipp: The Pretty Reckless – Dear God
Wie mag wohl ein Album klingen, das ein inniges Gebet ist? Wenn man The Pretty Reckless glaubt, dann wie „Dear God“ – zumindest wenn die Betende die Rocklegende Taylor Momsen ist. Typische Pretty Reckless Rockkracher wie die Singles „For I Am Death“ oder „When I Wake Up“ werden da zu laut herausgeschrieenen Confessionals, während ein Song wie „Dark Days“ an ein akustisches Zwiegespräch mit dem verstorbenen Mentor Chris Cornell von Soundgarden erinnert. Momsen ist auf dem Album zugleich tief im Blues („Dragonfire“) als auch im klassischen Rock’n’Roll („About You“) unterwegs. Immer aber sind die Songs persönlicher und irgendwie intimer als auf den Vorgängern, dabei aber voller Intensität und Dringlichkeit. Dadurch wird „Dear God“ zu einem Album voller energetischer Emotionen, die sich aus Momsen Bahn brechen und ihren Weg zum Hörer finden müssen. Mit Religion hat dies zum Glück nicht allzu viel zu tun, auch wenn Gott durch visuelle Anspielungen und Titel präsent ist, ist er nie wirklich Thema, Gebet hin oder her.
The Pretty Reckless
Dear God
Fearless Records
26. Juni 2026
Ursprünglich erschienen im Classic Rock 06/2026
