Was für ein Theater

Der Wirbel ist groß. Ein Star kommt am Berliner Flughafen an. Ein amerikanischer NASCAR-Fahrer mit eigener Rockband. Da steht die Limo. Und da die Groupies. Und der rote Teppich sowieso. Ist ja klar, dass halb Berlin Kopf steht. Schließlich kommt Roman Johnson.

Hä? Who the fuck is Roman Johnson? Genau. Roman Johnson ist ein Kunstprodukt. Ebenso fake wie der Weihnachtsmann oder der deutsche Superstar. Und darum geht es bei den Aktionen der Berliner Gruppe ‚Eagle of Justice‘, es geht um ‚Theater (in) der Wirklichkeit‘. Eine satirische, aber furchtbar witzige Aufarbeitung des Medienhype um Superstars. Roman Johnson ist frei erfunden. Ebenso wie seine Rockband, seine Sportkarriere, sein Erzfeind, seine Freundin oder sein Filmprojekt. Letzteres heißt ‚UFOs Above Berlin‘ und wurde letzten Sommer in Berlin mit Beteiligung des Supermodels Sophie Meister gedreht. Am 28. April findet die Premiere statt, im vollem Umfang einer Berlinale-Show, jedoch für einen 12-minütigen Kurzfilm, der an Ed Woods B-Movies erinnert. Darin wird Roman die Welt, also Berlin, von körperfressenden Aliens befreien. Ach so. Die Story basiert angeblich auf einem lange verschollenen Comic aus den 70ern. Ja, klar. Die Premiere im Kino Babylon ist echt und die sollte man sich nicht entgehen lassen. Wer als Teil der Performance dabei sein will, der kommt einfach als Roman-Groupie und fällt beim Anblick des Helden in Ohnmacht. So einfach ist das mit dem Theater. Das Leben ist eine Bühne.

Der Artikel ist erschienen in Blond Ausgabe 04/06.