Game Tipp: Angry Birds Space (iOS, Android)

Bereits seit zwei Jahren hält der Hype nun an und es ist kein Ende in Sicht. Die knuffigen ‚wütenden Vögel‘ des Entwicklerstudios Rovio Entertainment dürften mittlerweile auf keinem Smartphone, Tablet oder PC dieser Welt mehr fehlen. Angestoßen durch den grafischen Entwurf eines kugelrunden, mächtig böse dreinblickenden Vogels ohne erkennbare Beine oder Flügel entwickelten die Finnen 2009 das aktuell wohl erfolgreichste Download-Puzzlespiel für Mobiltelefone und der Siegeszug der Angry Birds konnte beginnen.

Schweine jagen

Die Story ist leicht erzählt: die Birds wollen eigentlich nur in Frieden leben und ihre Eier ausbrüten, als das Undenkbare geschieht und ihre Eier gekidnappt werden. Fiese, grüne Schweinen stehlen den Bird-Nachwuchs und machen sich damit auf und davon! Es versteht sich von selbst, dass die Birds das nicht auf sich sitzen lassen und zum Gegenangriff übergehen. Da die Schweine sich feige in selbstgebauten Verschlägen verstecken, müssen die Birds sie mit Kraft ihrer Körper erledigen. Eine große Schleuder ermöglicht es, die Birds auf die Schweine zu schießen und so jedes Schwein in seinem Versteck zu erledigen. Fertig ist das Puzzlespiel, denn es gibt hunderte von Leveln mit verschanzten Schweinen und tausende Möglichkeiten, die unterschiedlichen Vögel (und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten) mit der Zwille im Kamikaze-Stil abzuschießen.

 Der Weg ins All

Mit dieser einfachen Story und einem simplen Gameplay (am Vogel in der Zwille ziehen, loslassen und Crash abwarten, wiederholen) konnte Angry Birds 2010 den mobilen Spielemarkt erobern. Neben den kontinuierlichen Updates entwickelte Rovio schnell zwei weitere Ableger: Angry Birds Seasons (neue Level auf Feiertage abgestimmt) und Angry Birds Rio (zum Animationsfilm gleichen Namens), die mit ein paar Ergänzungen der Spielmechanik und jeder Menge weiterer Level aufwarten konnten. Im März diesen Jahres erschien mit Angry Birds Space nun endlich ein komplett neu gestalteter Teil der Reihe, bei dem die Birds den Weg ins All finden.

Wurmlöcher und extraterrestrische Schweine

Wiederum kümmern sich die Birds nur liebevoll um ihre Eier, als sich ein Wurmloch auftut und ein sehr wütender Spacebird auf die Erde herabschießt, der ein goldenes Ei bei sich hat und auf der Flucht zu sein scheint. Nur wenig später erscheint eine große mechanische Klaue aus dem Wurmloch und greift sich das Ei – mitsamt dem Nest der Birds! Natürlich müssen die hinterher und gelangen so, dank Wurmloch und einer Verwandlung in interstellare Spacebirds ins All, wo sie wiederum die fiesen Schweine bekämpfen und Eier retten müssen.

Spacebirds in schicken Outfits

Und genau in dieser Verwandlung liegt eine der Neuerungen des Spiels, denn aus den heimatlichen Birds werden jetzt wütende Spacebirds mit futuristischen neuen Outfits, deren Fähigkeiten sich ebenfalls leicht verändern. So wird „Yellow“ zum Beispiel zu „Purple“ und schießt nicht mehr nur mit Turbo auf sein Ziel sondern neu eben auch mit Zielfunktion, so dass man hinter Hindernisse gelangen kann. Ganz neu zum Ensemble gesellt sich der an einen Eiswürfel erinnernde Spacebird „Ice“, der auf Knopfdruck alles umliegende Material zu Eis werden lässt, wodurch danach zum Beispiel die drei „Blues“ ideal ans dahinter liegende Ziel gelangen können.

Planeten, Monde und Gravitation

Aber die eigentliche Neuerung des Spiels findet sich nicht in den Protagonisten wieder, sondern im Setting. Dank des schwerelosen Weltalls und der Gravitation kleinerer Planeten und Monde ist es den Birds nun möglich völlig neuartige Flugbahnen zu erreichen. Man kann dabei Umlaufbahnen, Vakuum und Anziehungskräfte nutzen und so völlig neue Leveldesigns genießen. Im ersten Levelbereich sind dies noch recht große Planeten aus Gestein, während im zweiten Level vor allem Eisplaneten vorkommen. Der dritte Mini-Level besteht aus kleinen Monden und viel Weltall. Und um das ganze ein wenig aufzulockern gibt es sogenannte „Eggsteroids“, die in Form von goldenen Eiern in den Leveln versteckt sind und Minispiele freischalten, in denen im Angry Bird-Stil Videospielklassiker persifliert werden: Pong, Asteroids, Space Invaders und Co.

Was wir mögen

Die neuen Spielmechaniken, die auf das Weltall ausgelegt sind, bieten eine tolle Neuerung und sind teils echte Herausforderungen für den Puzzlewütigen. Gerade die unterschiedlich starken Anziehungskräfte der Planeten, Monde und Meteoriten liefern viel Neues zu entdecken. Und auch die Eggsteroid-Minispiele sind witzige Auflockerungen in einem ansonsten bekannten Puzzle-Konzept.

Was wir nicht mögen

Insgesamt bietet Angry Birds Space zur Zeit nur 70 Level (ein Update ist angekündigt), die ein erfahrener Spieler schnell durchgespielt hat. Danach muss man sich auf das Sammeln der Sterne (für besonders punktreiche Spielzüge) beschränken oder die Level mit Hilfe von Space Eagle-Federn (eine spezielle Form von Zerstörung) noch einmal durchspielen, was nur ein überflüssiges Gimmick ist und keine neue Taktik oder Spielmechanik fordert.

Fazit

Angry Birds Space ist ein rundum gelungener Nachfolger für die Angry Birds-Reihe, der mit neuer Story, neuen Animationen und gelungenen (auch in HD erhältlichen) Setdesigns zu überzeugen weiß. Die Level sind interessant gestaltet, bieten eine Herausforderung und geben dem sich langsam auslaufenden Franchise einen neuen Twist, der gut gefällt. Leider dürfte das aber auf Dauer auch nicht genug sein, um die Angry Birds noch lange in den Top Ten der Spiele-Apps zu halten, dafür ist die Innovation nicht groß genug.

Name: Angry Birds Space

Genre: Puzzle

Wertung: Gut

System: iOS, Android, Mac, PC

Hersteller: Rovio Entertainment

Publisher: Rovio Entertainment

USK-Freigabe: Ab 0 Jahren

Preis: variiert – Android 0,75 Euro; iOS 2,39 Euro; Mac 3,99 Euro; PC: 5,95 Euro

Release-Termin: Im Handel

Ähnliche Spiele: Angry Birds, Angry Birds Seasons, Angry Birds Rio, Cut the Rope

Ursprünglich erschienen auf t-online.de