Von Rebellen und Rabauken

Namen sind Schall und Rauch. Wer braucht die schon? Und doch gibt es einige, die einem den Tag vermiesen können. Wer möchte schon Heinz Arsch heißen? Oder wer nennt seine Band Anadrinksdogpiss? Naja, Herrn Arsch kennen wir nicht, aber die fünf Jungs aus Hamburg haben eingesehen, dass man mit dem Namen keine Bookings bekommt, nicht mal als Punk-Band. Und somit war klar, der Name wird geändert. In ANA, das ist kurz und gut: „Wir sind bei ANA geblieben, damit wir nicht völlig neu anfangen müssen,“ erklärt Gitarrist Mirko.

Und mit dem neuen Namen kam auch der nächste große Wurf: ein Plattenvertrag beim Hamburger Indie Rebel Recordings. „Slowly Sinking Deeper“ heißt das Debüt und bietet 15 schicke Songs zwischen Punkrock, Emo, Alternative und allem was rockt, auch wenn der Begriff Punk in der Band kontrovers ist. „Naja, Punk hört für mich da auf, wo es in Richtung Mainstream geht.“ Mirko ist Überzeugungstäter, Punk sei Rebellion, müsse zur Revolte anstacheln. Aber das ist nicht so sehr ANA, da sei die Musik privater. „Wir wollen keine Platitüden verbreiten. Unsere Songs sind persönlicher, kleiner. Die haben eine Geschichte, aber ohne die dicke Message mitzuschwingen.“ Soviel Bodenständigkeit tut gut, insbesondere angesichts der sonst so verbreiteten Ruhmessucht bei Musikern. ANA sind anders, sie sind echt. Vom Kiez in Hamburg. Auf der Bühne und auch auf dem Album merkt man das. Authentizität, mit dem Charme des Rabauken – Punk auch ohne große Rebellion.

Ursprünglich erschienen im Piranha 09/2008.