Revival der 80er Jahre

Eine Band betritt die Bühne. Der Zuschauer bemerkt das lässig vor die langen, mit Spray auftupierten Haare geschobene Stirnband, die engen Jeans und die Accessoires klischeehafter Rockertums: Nietengürtel, Pornobrille, Aufnäher. Die Musik erklingt und im Zuschauerraum macht sich diese wohlige Nostalgie breit: das ist noch echter Hard Rock, mit purer Energie, guter Laune und jede Menger Sleaze. Doch dort oben steht kein faltiger, verlebter Tommy Lee und auch nicht die Scorpions auf Dauertournee. Dort stehen vier Jungs, keiner älter als 20 Jahre, die noch nicht mal geboren waren, als Mötley Crüe in Kalifornien die Hotelzimmer zerlegten. „Wir haben die Musik durch unsere Eltern kennen gelernt“, erklärt Jannick die Vorliebe zu anachronistischem Rock, „und die gefiel uns besser als der Rock von Heute. Im Hard Rock steckt Lebensfreude, da kann man Gas geben und auf der Bühne jede Menge Spaß haben.“ Rebellious Spirit wollen den Rock’N’Roll wieder aufleben lassen, mit all den Gesten, die dazu gehören, ohne die Fehler zu wiederholen: „Wir stylen uns auf, aber wir übertreiben es nicht. Auffallen ist gut, damit stechen wir raus, aber ohne den Karneval. In den 80ern haben die es übertrieben, mit dem Styling, mit den Drogenexzessen. Das brauchen wir nicht. Wir lieben die Musik, das Handgemachte, die Echtheit – darin steckt unsere Begeisterung.“ Und die ist ansteckend – ganz egal ob man das Original nun live erlebt hat oder die Musik gerade erst für sich entdeckt.

 

Rebellious Spirit – „Gamble Shot“

 

Ursprünglich erschienen im Piranha 07/2013