Es ist der finale Betatest, eine Woche bevor das Spiel in den Handel geht, und er dauert genau ein Wochenende. In Scharen finden sich deshalb Hyur Krieger, Elezen Magier und Miqo’te Waldläufer auf den Servern ein, um einen Blick auf das neue, alte »Final Fantasy XIV: A Realm Reborn« zu werfen. Wir haben einen ersten Eindruck von der Neuauflage gesammelt…

Das Rad der Zeit weitergedreht

Alles beginnt fünf Jahre nach dem Fall des Mondes Dalamut und der Zerstörung des zentralen Hochlandes von Eorzean – also fünf Jahre nach den Ereignissen der alten Version von »FF XIV«, die vor etwa einem Jahr von Square Enix von den Servern genommen wurde. In der Zwischenzeit hat das Entwicklerteam die alte Version aufgebohrt, vieles erneuert und eben auch die Zeit um fünf Jahre in die Zukunft gedreht – das Reich einer Neugeburt unterzogen. Eorzean ist im Wiederaufbau, doch die Bedrohung durch das Garleische Kaiserreich besteht und der Krieg ist nicht vorbei. Die Helden des letzten Konfliktes, so dringend sie jetzt benötigt würden, sind verschollen – oder nicht? Als unbeschriebenes Blatt – aber mit jeder Menge ominöser Träume und Visionen, die auf Großes für die Zukunft deuten – stürzt sich der Spieler ins Getümmel von Eorzean.

Spiegelbilder

Die Charaktererschaffung ist umfangreich, und doch steht zur Zeit nur eine begrenzte Option an Kleidung zur Verfügung, so dass meine Miqo’te Waldläuferin im Abenteurertreff von Gridania sich plötzlich einer Heerschar von Spiegelbildern gegenüber sieht, die um sie herumwuseln. Insgesamt ist die Waldstadt – Start der Handlung – überlaufen: an jeder Ecke stehen Charaktere, reden mit Bewohnern und erledigen die selben kleinen Aufgaben. Ein schizophrenes Erlebnis, bei dem ich später den Wald und die zu erledigenden Monster vor lauter Waldläufern nicht mehr sehe. Entsprechend schwierig ist auch die Serverlast, die am Wochenende mehrfach zusammenbricht und mich zur Pause zwingt.

Stummes Neuland

Grafisch sieht die Welt beeindruckend aus, wie eine Popcorn- und Glitzervariante des düsteren Tamriel. Und man würde sicher auch schnell in die schicke, mitunter verspielt wirkende Atmosphäre eintauchen, würde da nicht etwas Wesentliches fehlen: der Ton. Habe ich mich an das spieltechnische Schweigen meines Selbst in RPGs schon gewöhnt, so fällt hier doch auf, dass auch meine Gegenüber äußerst still sind. Kein Mucks kommt über die sich eifrig bewegenden Lippen. Da helfen natürlich auch nicht die unzähligen Optionen, mit denen ich Teil der Welt werden kann: von der schieren Anzahl der Questen, über die neuen FATE-Events, die für einen Sieg ganze Heldentruppen in Kooperation erfordern, bis hin zur verbesserten beruflichen Entwicklung – für Abwechslung ist gesorgt und auch die Story verspricht viel Neues. Aber bis dahin muss Square Enix sich noch ranhalten, denn mit der Atmosphäre des Spiels steht und fällt der Spaß. Vor allem die Sprachausgabe und die allzu überfüllten Orte sollten bis dahin besser geklärt sein. Wir sind gespannt.

Geschrieben für www.ps3m.de