Mehr als nur eine Stimme

Skye Edwards liebt die Dualität ihrer Karriere. Auf „Head Up High“, dem neuesten Morcheeba-Album, hat sie mehr musikalischen Einfluss als je zuvor und das obwohl sie mit „Back to Now“ gerade erst letztes Jahr ihr drittes Solo-Album gemacht hat. „Ich habe schon immer gesagt, dass Morcheeba aus uns dreien besteht“, sagt Skye „aber Paul und Ross haben lange Zeit geglaubt, ich sei nur die Stimme, nur die Sängerin. Morcheeba wäre ihre musikalische Schöpfung. Doch mit meinen Solo-Alben haben sie bemerkt, dass ich eigenständig bin. Jetzt herrscht in der Band viel Respekt für meine Arbeit. Viel von meiner Experimentierfreudigkeit ist auf ‚Head Up High‘ zu hören, weil Ross jetzt meinen Teil der Musik anerkennt.“ Und so entstand das Album in einer Schleife zwischen den drei Teilen, zwischen den Beats von Paul Godfrey, den Arrangements seines Bruders Ross und der Melodie von Skye. „Wir haben uns die Musik hin und her geschickt und dann schließlich zusammen abgemischt. Das hat super funktioniert. Wir sind alle nicht mehr so versessen, recht zu haben. Ich bin glücklich in der Band, denn ich habe ja auch noch mein Solo-Projekt und brauche mich nicht in jeder kleinen Entscheidung durchsetzen.“ Das Ergebnis ist ein Album voller warmer, gefühlvoller Songs, das viele neue Einflüsse mitnimmt: Steel-Guitar, Reggae-Rhythmus, Charangos und Jazz-Anleihen vereinen sich mit HipHop, Blues und Soul. So bunt und vielseitig waren Morcheeba eigentlich noch nie – danke, Skye!

 

Morcheeba – „Head up High“

 

Ursprünglich veröffentlicht im Piranha 10/2013