Smartphones gehören heute zur Grundausstattung der mobilen Kommunikation. Da wundert es nicht, dass ein Defekt des Geräts so schnell wie möglich behoben werden soll. Doch lässt man für teures Geld den Profi reparieren oder versucht man sich besser selbst daran?

Generell gilt für Smartphones, dass sie immer komplexere Technik beinhalten und deswegen immer teurer werden – auch und vor allem in Reparaturfragen. Je neuer ein Gerät, desto schwieriger ist aber auch die Selbstreparatur, gerade weil die Hersteller es dem Nutzer verdammt schwer machen.

  • Spezielles Werkzeug: Wer sein Handy selbst reparieren will, der benötigt dafür spezielle Schraubenzieher und anderes Werkzeug, das die fragile Technik beim Eingriff nicht beschädigt. Solches Tools gibt es einzeln schon für wenige Euro im Internet zu kaufen, als Sets kosten sie etwa 16 Euro (u.a. PCFX Werkzeug bei Amazon)
  • Garantie: Man sollte bei der Selbstreparatur darauf achten, dass jegliche Öffnung des Geräts einen Garantiebruch darstellt. Also, vorher die Garantieleistung checken und das Gerät zur Not lieber zum Hersteller bringen.
  • Montage: Bei manchen Herstellern bzw. Geräten ist die Montage von Komponenten absichtlich erschwert, etwa durch Verkleben von Bauteilen. Hier ist dringlich zu behutsamer Vorgehensweise geraten. Unbedingt mit dem richtigen Werkzeug und ganz langsam die Reparatur angehen.
  • Youtube: Der Online-Kanal Youtube ist eine wahre Fundgrube für Anleitungen. Geben Sie einfach Ihre Suchbegriffe ein (etwa iPhone 4s, Display austauschen) und sehen Sie sich in aller Ruhe die Reparaturanleitungen an.
  • Daten sichern: Vor jeder Reparatur sollte man seine Daten einmal per PC mit einem Backup sichern. Sollte bei der Arbeit etwas schief gehen, sind dann nicht auch noch die Daten weg.
  • Ersatzteile: Im Internet finden sich bei Ebay oder auf Bastler-Seiten Ersatzteile für fast alle Komponenten. Aber Achtung, meist sind diese nicht Original vom Hersteller, dafür aber deutlich günstiger.

(1)  Selbstreparatur

Selber reparieren ist die kostengünstigste Alternative, die einem bares Geld sparen kann. Bis zu 75% der Kosten von Reperaturservices sind hier einsparbar.

* Einfache Reparaturen wie Backcover kann jeder für kleines Geld ausführen

* Mittlere Reparaturen wie Akku-Austausch sind komplexer, weil die Hersteller die Akkus „verbauen“ oder „verkleben“, aber mit Geduld auch machbar.

* Schwere Reparaturen wie etwa das Austauschen des Displays erfordern Übung und sind nur Fortgeschrittenen zu empfehlen.

Tipp: Wenn Sie sich selbst die Reparatur nur unter Anleitung vorstellen können, dann suchen Sie doch eine Selbsthilfe-Werkstatt oder eine Nachbarschaftshilfe in Ihrer Nähe. Dort wird Ihnen dann bei der Reparatur unter die Arme gegriffen. Link: http://repaircafe.org/de/

(2) Handy-Doktor

Ob Handydoktor, Handyreparatur oder Phonecare-Services – kleine Werkstätten, die sich auf Handys und ihre Defekte spezialisiert haben gibt es in jedem größeren Ort. Meist kann eine einfache Reparatur binnen weniger Stunden erfolgen.

* Einfache Reparaturen wie Backcover kosten hier zwischen 30-50 Euro

* Mittlere Reparaturen wie Akku-Austausch sind hier unkompliziert und günstig zu haben, weil die Läden Routine haben: zwischen 50-70 Euro

* Schwere Reparaturen wie etwa das Austauschen des Displays erledigen die Läden souverän, aber nicht ganz günstig: zwischen 70-200 Euro, je nach Modell

Tipp: Neben den Vor-Ort-Lösungen gibt es auch Online-Anbieter wie www.fixxoo.de, bei denen man das Gerät einschickt. Vorteil: man muss nicht in einer Stadt wohnen – der Service ist überall erhältlich.

(3)  Hersteller

Zweifelsohne die beste Lösung für alle Probleme jenseits „normaler“ Reparaturen. Gerade im Falle eines Platinenbruches, eines Wasserschadens oder massiver Fehler bei der Stromversorgung sollte man sich an den Hersteller wenden.

* Einfache Reparaturen wie Backcover sind hier am teuersten und nicht zu empfehlen, da oftmals selbst für Kleinigkeiten „eingeschickt“ wird.

* Mittlere Reparaturen wie Akku-Austausch kosten im Vergleich zu Handy-Doktoren mehr Geld und sind komplizierter zu handhaben.

* Schwere Reparaturen wie etwa das Austauschen des Displays können vom Original-Hersteller gerne mal teurer sein als der Handy-Doktor

Tipp: Fragen Sie beim Hersteller nach – manchmal geht mit Kulanz doch einiges. Oder man tauscht defektes Altgerät gegen ein neues zum „subventionierten“ Preis. Beim Neugerät lohnt sich dann vielleicht sogar eine Versicherung für evtl. weitere Reparaturfälle.

Erschienen auf Arcor.de