Die Rock-Songs von Laetitia Shériffs neuem Album klingen melancholisch und dunkel, stecken dabei aber voller Energie und offenbaren so einen unterschwelligen Wunsch zur Erneuerung. „Der Titel des Albums repräsentiert für mich eine imaginäre Welt. Ich habe mich von aktuellen Filmen und Büchern inspirieren lassen, die allesamt eine düstere Zukunft prognostizieren – aber daran wollte ich nicht glauben. Meine Songs handeln deswegen von der Komplexität der menschlichen Natur, und von den Krisen, in denen wir feststecken. Ich wollte Alternativen in dieser anderen Welt erkunden, andere Landschaften, aber auch einen Ausdruck finden für die Revolution, die nötig sein wird – eine Revolution gegen Konditionierung und Konformität. In den Songs schwingt das Thema der Hoffnung mit, Freiheit, Freundschaft und Liebe.“ Verpackt hat sie das Ganze in wunderschön variable, rockige Songwriterperlen, die mal an eine verkarterte Heather Nova erinnern, mal an einen charmanten, weiblichen Nick Cave, die immer aber eine unglaubliche Poesie an den Tag legen. „Das habe ich William Butler Yeats zu verdanken. Ich bin ohne meinen Vater aufgewachsen und das hat mich sehr verletzt. Ich habe ihn vermisst. In Yeats fand ich einen Ersatzvater. Seine Poesie war für mich die Inspiration Musik zu schreiben. Er hat mir die Welt gezeigt, die Schönheit der Natur und wie ich meinen Schmerz in Liebe verwandeln kann.“

Laetitia Shériff – „Pandemonium, Solace and Stars“

Ursprünglich erschienen im Piranha 07/2015