Novelists

Was braucht es damit man als Metalband heutzutage Erfolg hat? Ein Plan für die Zukunft und jede Menge Fleiß – zu dieser Erkenntnis sind die französischen Prog-Metaller von Novelists schon mal gekommen.

Bassist Nicolas Delestrade ist etwas im Stress mit der Promotion des Zweitwerks seiner Band Novelists. Dabei ist er gerade erst aus dem Urlaub aus Südfrankreich zurück gekommen, allerdings gemeinsam mit seinen Bandkameraden: „Wir haben über ein Jahr an dem Album gearbeitet und hatten dabei keine Zeit für uns. Deswegen haben wir als Band beschlossen, dass wir Zeit brauchen, in der keiner dem anderen sagt, was zu tun ist. Also sind wir los und haben Zeit als Freunde miteinander verbracht. Das hat die Batterien wieder aufgeladen.“

Die Energie werden sie brauchen, denn die Promo-Maschinerie ist in vollem Gange, das neue Album wird Anfang September veröffentlicht. Und was hat sich verändert zwischen Debüt und Zweitwerk? Nicolas meint, dass sie vor allem mehr über das Business gelernt hätten: „In unserem Produktionsprozess sind wir recht autark. Ich selber bin Produzent, wir haben einen Grafiker in der Band – all das haben wir im Griff. Nur in Sachen Distribution, da könnten wir selbständiger werden. Wir haben in den letzten Monaten viel darüber gelernt, wie die Industrie funktioniert. Theoretisch würden wir da was verändern wollen, damit wir als Musiker auch wirklich von der Band leben können. Aber das ist natürlich mit einem Risiko behaftet. Mal sehen, wenn das Album erfolgreich ist, vielleicht geht es dann ja.“

In Sachen Produktion scheint es aber rund zu laufen. Zwölf fette, moderne Metalsongs haben sie in den letzten Monaten entwickelt und als „Noir“ unter einem Konzept versammelt. „Wir sind mit der Musik gestartet und schreiben dann die Lyrics dazu. Mateo, unser Sänger, ist da relativ düster veranlagt und so war es recht einfach einen roten Faden zu sehen. Es geht um die Dunkelheit und den Versuch davon wegzukommen und wieder Licht zu sehen.“ Das neue Album ist dabei musikalisch eine direkte Weiterentwicklung ihres Debutalbums „Souvenirs“ – ein Mix aus harten Riffs, eingängigen Melodien und viel Power im Rhythmusbereich. Das die Alben aufeinander aufbauen ist kein Wunder, wie Nicolas erklärt: „Wenn wir etwas fertig gestellt haben, dann ist da für uns ein Schnitt und wir fangen an, etwas Neues zu suchen. Als wir ‚Souvenirs’ für die Veröffentlichung fertig hatten, da haben wir direkt angefangen neues Material für ‚Noir’ zu schreiben. Entsprechend ist da eine Kontinuität gegeben.“

Den Erfolg, so scheint es, haben die Novelists als Licht am Ende des dunklen Tunnels schon fest eingeplant. Zielstrebig arbeiten sie daran, die Band aufzubauen und bekannt zu machen. Klar, dass es jetzt auf Tour geht, um „Noir“ vorzustellen. Und parallel arbeiten sie natürlich schon am nächsten Album.

Fazit: Sie kommen aus Frankreich und klingen doch wie die internationalen Größen der progressiven und modernen Metalszene. Fans von In Flames und Co. sollten unbedingt mal bei den Novelists reinhören.