Nicht umsonst fängt für die meisten Menschen der Tag mit einer erfrischenden Dusche an. Eine Reinigung des Körpers steht für die Wiederbelebung der Sinne, für ein Gefühl von Erneuerung. Und das ist eigentlich universell so, in jeder Gesellschaft dieser Welt. Zwar sind die Details unterschiedlich, doch die Verbreitung von Badekulturen zeigt, wie eng unser Bedürfnis nach Reinheit mit unserem Wohlbefinden verbunden ist. Badezimmer und Toilette können für den Menschen zum Rückzugsort werden, zu einem Ort der Ruhe und der Beschäftigung mit sich selbst.

In Europa etwa startet die Badekultur in der Antike mit den ersten öffentlichen Bädern, die zugleich auch Orte des Zusammentreffens waren. Der Körper und die sozialen Kontakte wurden bei den Waschungen zugleich gepflegt. Die Römer waren für heutige Verhältnisse dabei sehr offenherzig und verrichteten sogar ihr Geschäft ins Gespräch vertieft gemeinsam auf langen Marmorbänken sitzend, die geschickt über rauschenden Wasserläufen positioniert waren. Die Reinigung erfolgte mit der Hand oder mit Holzstöcken, an denen Schwämme befestigt waren und die in Salzwassereimern gesäubert wurden.

Spezielle Orte zum Sitzen oder Reinigungsutensilien hatten aber gerade die meist ärmeren Landbewohner nicht. Hier waren praktischere Gesichtspunkte wichtiger, so dass Körperpflege immer dann und dort stattfand, wo es sinnvoll erschien und etwa Wasser zur Waschung vorhanden war. In Sachen Hygiene danach mussten Stroh, Laub, Gras, Stoff oder später auch Papier (aus Zeitungen gerissen) herhalten. Das blattweise abzureißende Klopapier kam erst Ende der 1920er Jahre dank des schwäbischen Industriellen Hans Klenk auf den Markt und prägt seither den westlichen Reinigungsstil.

Im Gegensatz dazu setzten andere Kulturen ausschließlich auf Wasser als natürliches und schonendes Reinigungsmittel. In der arabischen Kultur etwa, aber auch in vielen Teilen Asiens wurde lange Zeit fast ausschließlich auf diese Art gereinigt. Die (meist linke) Hand und Wasser werden bis heute in diesen Ländern zur Körperreinigung nach dem Geschäft genutzt. In den westlichen Kulturkreisen rümpft man darüber zwar die geruchsempfindliche Nase, doch in den arabischen Ländern etwa ist der in der Nähe der Toiletten angebrachte Wasserschlauch Usus. Auch in Indien oder Japan bevorzugt man die Reinigung mit Wasser, was als deutlich hygienischer empfunden wird. Hier gilt die westliche Nutzung von trockenem Papier als unrein.

Überhaupt verbinden viele Kulturen Wasser und Reinlichkeit geradezu rituell miteinander, was etwa die religiöse Körperreinigung gläubiger Muslime oder Buddhisten vor dem Gebet erklärt. Körperliche und spirituelle Reinigung sind hier symbolisch eng miteinander verknüpft. Eine Einsicht, die auch im Westen immer häufiger vertreten ist und im Wasser Reinigung, Heilung und Wohlbefinden verortet. Der anhaltende Boom von Wellness-Zentren und Spas dürfte dies belegen, auch wenn letzterer Begriff auf das belgische Heilbad Spa zurückgeht und nicht auf die nachträglich eingeführte lateinische Formel „sanus per aquam“ – also „Gesundheit durch Wasser“.

Wie wohltuend und entspannend das Baden sein kann, wissen auch die Japaner, in deren Badekultur es bereits seit der Nara-Zeit (ca. 710-780) öffentliche Badehäuser gab, die zuerst religiösen, später auch weltlichen Nutzen fanden. Nach Geschlechtern getrennt konnten hier Bürger baden, die selber aufgrund enger Wohnverhältnisse kein eigenes Bad zur Verfügung hatten. In Sentō, kleineren Badehäusern, die überall platziert werden konnten und Onsen, die durch natürliche Heißquellen gespeist wurden, dienten die Bäder aber auch zum sozialen Austausch und zur Kräftigung der Gemeinschaft. Die physische Nähe und Intimität der üblicherweise nackt genutzten Bäder führe zu einer emotionalen und spirituellen Nähe.

Als besonders wichtig gilt in der japanischen Kultur die Trennung von reinen und unreinen Bereichen, was sich unter anderem darin zeigt, dass vor Betreten einer Privatwohnung unbedingt die unreinen Straßenschuhe zu entfernen sind. Auch in der Badekultur ist diese Trennung dringend zu beachten. Ein Bad wird in Japan nämlich nicht zur körperlichen Reinigung genutzt, sondern dient der inneren, seelischen Reinigung und Entspannung. Entsprechend sind Badende aufgefordert sich vor der Nutzung des Sentō abzuduschen und gründlich abzuseifen. Im Bad selbst ist Seife verpönt, vielmehr werden Öle oder andere Zusätze genutzt, um zu noch größerer Entspannung zu verhelfen.

Mit dem finanziellen Aufstieg der Mittelklasse in den 1970er Jahren wuchs auch in Japan das Interesse an privaten Badezimmern, in denen Familienangehörige ihren eigenen intimen Rückzugsraum finden konnten. Vor allem das Fehlen von Türen und die relative Enge der Wohnungen machten Badezimmer zum idealen Refugium der Einsamkeit. Da Bäder aber reine Räume, Toiletten hingegen unreine Räume darstellen, sind diese in Japan eigentlich immer getrennt. Der Wunsch, auch an diesen Orten Reinheit und Wohlbefinden zu verspüren, führte in Japan zu einer regelrechten Innovationswelle in Sachen Toilettenkultur, die im Westen oft als eigentümlich oder gar lächerlich missverstanden wird.

So erklärt sich etwa die Nutzung von Toilettenpantoffeln durch die Trennung von reinen und unreinen Räumen und die traditionell im Boden eingelassenen WCs, die eine kauernde Hocke verlangen (und die wir etwa auch aus öffentlichen Räumen in Frankreich oder Italien kennen). Um reine und unreine Räume von einander zu trennen, betritt man entsprechend nur mit unreinen Pantoffeln das WC und streift diese sofort nach Verlassen wieder ab.

Weil ein Besuch auf einer öffentlichen Toilette schambehafteten Japanerinnen als zu intim gilt, und diese Angst vor vom Körper produzierten Geräuschen haben, die in der Öffentlichkeit akustische Aufmerksamkeit erregenkönnten, haben die Damen dauerhaft bei der Nutzung gespült. Der hohe Wasserverbrauch (von bis zu 20 Litern extra) führte zur Erfindung der sogenannten ‚Geräuschprinzessin‘ als Gegenmaßnahme. Die Otohime, nach der Tochter des Meeresgottes Ryūjinbenannt, sorgt für ein dauerhaftes Wasserrauschen, das aktiviert werden kann, um die potentiell peinliche Akustik zu übertönen.

Die größte sanitärtechnische Innovation stellen aber wohl die sogenannte Washletsdar, die in Deutschland unter dem Namen Dusch-WCs bekannt sind, und die in Japan heutzutage in fast 80% aller Haushalte und sogar im öffentlichen Raum Verwendung finden.

Bei diesen Wunderwerken der Technik stehen Hygiene, Wohlbefinden und erschwinglicher Luxus im Vordergrund. Zentrales Element der praktischen Körperpflege ist ein ausfahrbarer Duschkopf, der sanft und ohne die Notwendigkeit von Klopapier reinigt. So bestimmt der Benutzer per Knopfdruck (digital gesteuert) den Druck, die Temperatur und den Abspritzwinkel des Wassers. Moderne Geräte wie das GROHE Sensia können sogar Wunscheinstellungen für die Nutzer speichern. Zusätzlich verfügen die Dusch-WCs über eine Warmluftdüse, die nach der Reinigung eine Trocknung und somit den höchsten hygienischen Standard ermöglicht.

Die Japaner, glaubt man den Expertenmeinungen von hiesigen Proktologen, machen in Sachen Körperpflege und Reinlichkeit alles richtig. Das Dusch-WC, so die Meinung vieler Fachärzte, böte die hygienischste, reizärmste und gründlichste Reinigung. Die komfortablen technischen Lösungen des GROHE Sensia bieten rundum Wohlgefühl für Jedermann, die dabei hilft sich gesund, rein und frisch zu fühlen.