Mit ihrem neuen Album „Erase the Pain“ machen sich die fünf Jungs von Palisades auf, eine psychologische Analyse unserer Zeit zu liefern. „Es ging uns auf dem Album darum, über die Probleme zu sprechen, die wir alle haben. Den Schmerz, der uns alle verbindet. Jeder hat ihn und jeder findet Wege, ihn abzutöten. Egal ob du spielst, Drogen nimmst, dich besäufst … alles, was dir selbst eigentlich schadet ist nur dazu da, den Schmerz loszuwerden.“ Sänger Louis Miceli geht hart mit unserer Gesellschaft ins Gericht, zeigt etwa auf der Single „War“, wie stark wir im Konflikt mit uns selbst stehen: „Die Welt ist so schnell geworden, dass wir alle nicht mehr hinterherkommen und nach Auswegen suchen. Nur, dass dieses zerstörerische Verhalten uns noch weiter von den anderen Menschen entfremdet.“ Dabei ist es gerade die eigene Erfahrung, die im Mittelpunkt steht und die 10 in bester Post-Hardcore-Manier produzierten Stücke prägt. So wie etwa beim Song „Fragile Bones“, in dem es um die Erwartung an die Künstler geht: „Es gibt eine Menge Druck, der auf uns lastet. Man erwartet ständig, dass wir irgendwelche Rollen übernehmen, in die wir eigentlich nicht passen. Das ist stressig und kann einem die ganze Energie zum Leben rauben.“ Entsprechend sind die Songs emotional aufreibend, aber dabei zugänglich, gerade weil sie so persönlich sind. Das Album jedenfalls zeigt Palisades verletzlich und kämpferisch zugleich, also genau der richtige Soundtrack für unsere komplexen und problematischen Zeiten.

 

Palisades – „Erase the Pain“

 

Artikel ist ursprünglich erschienen im Piranha 01/2019