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Game-Tipp: Doom Eternal

Die Hölle auf Erden

Schon im Intro von »Doom Eternal« läuft es einem kalt den Rücken runter. Von oben wird die blaue Murmel Erde gezeigt, rote Infizierungsfäden ziehen sich über das Land, pulsieren in Zentren, wo einst Menschen lebten und jetzt Dämonen die Welt regieren. In Zeiten von Corona wirkt die Bildsprache hier noch drastischer. »Eternal« verlagert die bekannte Story Mensch vs. Dämon von den Marsmonden Deimos und Phobos auf die Erde und bietet dabei wiederum eine Vielzahl unmenschlicher Schlachten, in denen das Spiel einem in atemraubender Geschwindigkeit die Gegner entgegenschleudert. Da rast einem schon nach wenigen Minuten der Puls auf 180 und man leidet Höllenqualen (pun intended!) …

Und hier liegt der Reiz des Spiels, denn Doom stand schon immer für perfekt getimte Shooter-Action. Die Gegner kommen in Wellen und müssen mit immer gezielteren Taktiken kaltgestellt werden. Und wo am Anfang noch einfaches Knöpfchendrücken ausreicht, da verlangt die Horde schon bald gezielt den Einsatz spezieller Waffen, kluge Rückzugsmanöver und sehr gezielte Attacken auf Schwachpunkte in der dämonischen Konstitution. Das Spiel hilft hier weiter, stellt Spielern als Feigenblatt ein paar neue Feature zur Verfügung, die einem helfen, nicht so schnell der Masse zu erliegen. So lassen mit der Kettensäge getötete Gegner Munition fallen und mit dem Flammenwerfer versengte Dämonen zerfallen in Rüstungs-Upgrades – allerdings sollte man schon drauf achten, dass auch diese Waffen mit Benzin versorgt werden müssen. Dumm gelaufen, wenn man auch davon keines mehr hat.

Denn in der brutalen Action liegt auch das Problem des Spiels. Ein Trend unter Actionspielen ist es, Kampagnen so schwer spielbar anzulegen, dass sich einzig Hardcore-Gamer angezogen fühlen. Und die dürften bei »Doom Eternal« auf ihre Kosten kommen. Das Gemetzel ist unendlich, das Tempo grenzenlos – wem das nicht reicht, der setzt den Schwierigkeitsgrad bis ins Schmerzhafte hoch. Und spätestens dann ist allen klar, warum Sony immer noch Epilepsie-Warnungen in den Ladebildschirm packt und warum sich ältere (sprich über 25-jährige) Spielende durchaus mit den hektischen Gegnerbombardements überfordert fühlen. Wer nicht mit blitzartigen Reflexen aufwarten kann, der muss der Frustration widerstehen, auch beim hundertsten Respawn wieder versagt zu haben und somit gilt als Fazit: Alles fährt zur Hölle.

Plattform: PS4

Entwickler: id Software / Bethesda

USK: 18

Preis: 50 Euro