Im Internet wird The Dirt als ‚heiliger Text für Rocker‘ bezeichnet. Warum bloß? Weil wir hier einen Abgesang auf 20 Jahre Karriere, Drogenexzesse, Sexismus und Gewaltorgien haben? Dieses Buch ist eine Selbstbeweihräucherung der widerlichsten Sorte. Der berüchtigte „Sex, Drugs and R’n’R“-Lebensstil wird hier glorifiziert und bis in das kleinste Detail ausgebreitet. Dabei ist egal, wie eklig, erniedrigend oder glattweg schwachsinnig die Geschichten sind. Mötley Crüe ficken jede Frau so richtig durch, nageln nervende Arschlöcher mit dem Ohr an den Tisch und verinnerlichen jede Droge, die man finden kann. Tommy Lee darf seine Sicht der häuslichen Gewalt gegen Pamela darstellen und Vince Neil berichtet, dass er Tommys Mutter flachlegen wollte. Sicherlich hat The Dirt einige echt skurrile Anekdoten zu bieten und für Fans der kalifornischen Rocker gibt es eine Menge Einblicke in völlig vernebelte Hirne. Die reichen aber bei Weitem nicht aus, um damit über 450 Seiten zu füllen, vieles ist einfach langweilig. Die menschlichen Entgleisungen, die uns hier präsentiert werden beweisen es: dieses Buch hält, was es verspricht ‚ es ist Dreck.

Der Artikel ist gekürzt erschienen in WOM Ausgabe 03/06.