Blast from the Past

Was passiert, wenn vier alternde Musikrebellen keinen Bock mehr auf sinnfreie Popmusik haben? Na klar, sie gründen eine Band und machen es besser. „Nachdem ich durch einige DJ-Gigs gesehen hatte, wie gut meine ‚alte’ Musik auch beim jungen Publikum ankam, kam mir die Idee, eine Band zu gründen, die sich den Erhalt der heiligen Tradition des Rock bzw. des Rhythm’n’Blues auf die Fahne geschrieben hat.“ Steve ‚Snips’ Parsons, Sänger von King Mob und ehemaliger Beat-Held der Sharks, wusste sofort, wen er anrufen muss. „Ich fragte Chris Spedding und der kannte Glen Matlock aus den Zeiten, als er die Sex Pistols Demos produzierte hatte. Und Glen kam wiederum mit der Idee Martin Chambers von den Pretenders anzurufen. Und als wir dann alle zusammen in einem Club saßen, da sahen wir Sixteen auf der Bühne. Mann, der war einfach nicht zu stoppen, so dass wir ihn gleich für King Mob als zweiten Gitarristen gewonnen haben.“

Musikalisch klingen die Herren nach zeitlosem R’n’R mit viel Beat, einem Hauch Wave und einer Prise Punkrock – eben alles gute alte englische Traditionsmusik. Doch wichtiger als musikalische Innovation, scheint den Herren die Zurückgewinnung einer gewissen Haltung hinter der Musik, wie Snips etwas bissig erklärt: „Die Musik meiner Jugend, damals Ende der 60er, war der Soundtrack für junge Krieger. Das ist es, was Musik ausmacht. Heutzutage hingegen klingt Musik wie das dämliche Blöken missratener Gören, denen ihr persönlicher emotionaler Erguss wichtiger ist, als die rohe Realität des Lebens.“ Rebellen bis zuletzt.

King Mob – „Force 9“

Ursprünglich veröffentlicht in Piranha 11/2011 und auf Piranha.tv