Schultert die Bazooka, greift zum Schaf und macht euch fertig fürs Gefecht. Die Würmer sind zurück und zerlegen mit Freude und verrückten Waffen erneut das iPhone.

Seit Worms, dem ersten Titel der Reihe von 1995, sind die umtriebigen Regenwürmer nun schon fast 20 mal ins Gefecht gezogen. Bis an die Zähne bewaffnet liefern sie sich erbitterte Kämpfe bis der Gegner vernicht ist. Bereits für ihre letzten Abenteuer sind sie auf mobile Geräte umgezogen und so wird auch der neueste Konflikt exklusiv auf iOS ausgetragen.

Natürlich sind viele beliebte Elemente des Spiels gleich geblieben. Immer noch zieht der Spieler mit vier Würmern ins Gefecht, denen eine ganze Reihe Waffen zur Verfügung stehen, um die gegnerischen Würmer ins Nirvana zu befördern. Die Auswahl der Waffen ist und war schon immer das Highlight des Spiels. Man kann zwar nach wie vor mit der Bazooka gegen das Gewürm vorgehen, doch kreative Vernichtungsmittel sind einfach lustiger.

Von der alten Oma bis hin zum Superschaf sind die Klassiker dabei, doch das Spiel wartet zusätzlich mit sechs neuen Waffen auf, darunter ein fieser Virus, mit dem man den Gegner erledigen kann oder auch das sogenannte „Canned Heat“, eine Art Granatenwerfer, der explodierende Pressfleisch-Dosen verschiesst.

Kartenlegen

Um das Konzept des Spiels aufzumischen, haben sich die Entwickler des Team 17 dazu entschlossen einen neuen Faktor einzubringen. Mittels Goldmünzen, die man im Spiel sammelt, ersteht der Spieler Kartensets, die dann dazu genutzt werden können, die Spielbedingungen einzelner Runden zu verändern.

Es gibt Karten für alles Erdenkliche: man kann den Boden spiegelglatt werden lassen, die Gravitation verändern, Würmer gegen Fallschaden immunisieren oder den Gegner zum Aussetzen zwingen. Durch die Karten erhält das Spiel eine Varianz, die es auch auf längere Sicht interessant hält.

Ebenfalls neu im Spiel ist die Einführung von Wurmklassen: Soldaten, Wissenschaftler, Schläger und Scouts. Jede Klasse hat ihre eigenen Fähigkeiten und sorgt so für einen leicht abgewandelten Spielfluss.

So sind Schläger zwar langsam und können kaum springen, doch verursachen sie größeren Schaden bei Schlägen. Scouts sind beweglicher und können das Gelände leichter erkunden und Wissenschaftler bieten Gesundheitsboni für andere Teammitglieder.

Sozial und Asynchron

‚Social Media‘ ist das Schlagwort mit dem heutzutage jeder Entwickler meint, Scharen von Spielern in einer Art Fan-Gemeinschaft sammeln zu können. Zentrale Aspekte der Strategie sehen dann normalerweise eine Registrierung vor und die Option, gegeneinander antreten zu können.

Und so muss man sich auch bei Worms 3 erst mal anmelden, entweder per Email oder einfacher noch mit einem Facebook-Account. Angesichts der Diskussionen um Online-Zwang und Überwachung sicher keine geschickte Wahl der Entwickler.

Noch ungeschickter jedoch ist die Implementierung eines Multiplayer-Modus auf Basis eines asynchronen Spiels. Zu Deutsch: wenn man gegen einen beliebigen Online-Gegner spielt, macht man einen Zug und wartet auf den Gegenzug des anderen Spielers. Das aber kann dann schon mal ein paar Stunden oder gar Tage dauern, weil dieser inzwischen ja Offline sein könnte und nicht am iPhone auf den nächsten Zug wartet. Das ist unsinnig und stink langweilig.

Sinnvoller ist da schon die „Lokales Spiel“-Option für bis zu vier Spieler, in der man das iPhone einfach nach jedem Zug weiterreicht und so ganz klassisch gemeinsam einen Kampf bestreitet. Wenn man das Gerät dann auch noch auf einem großen TV-Bildschirm koppelt, steht auch dem klassischen Multiplayer mit viel Spaß nichts mehr im Wege.

Fakten:

  • 27 Missionen für Einzelspieler
  • Asynchroner Online-Multiplayer
  • „Pass ‚N‘ Play“-Multiplayer
  • 6 neue Waffen
  • 4 Wurmklassen
  • Kartensystem zur Erhöhung der Variabilität der einzelnen Kämpfe

Meinung

Als langjähriger Fan der Reihe freue ich mich jedes Mal auf einen neuen Teil. Meist verändert sich nicht viel und ich spiele das Spiel nur selten durch. Der wahre Reiz liegt für mich im Multiplayer mit Freunden, da man so schön Gehässigkeiten austauschen kann, während die Bananen über den Bildschirm fliegen. So habe ich schon Stunden verbracht.

In der Kombination mit einem großen TV und dem iPad als „Kontroller“ funktioniert das Spiel ganz wunderbar als Multiplayer-Spaß. Im Singleplayer nutze ich es als aufwendigere und komplexere Variante eines Angry Birds, also hauptsächlich als Zeitvertreib für ein, zwei Missionen zwischendurch. Nur der asynchrone Multiplayer weiß mich so gar nicht zu überzeugen.

Insgesamt ist Worms 3 eine gelunge Fortsetzung von Worms 2: Armageddon, die um neue Spielelemente wie Karten und Wurmklassen erweitert wurde, damit es auch langjährigen Fans nicht langweilig wird.

Ursprünglich erschienen auf www.spieletipps.de