Sie bezeichnen sich selbst als mythische Kreaturen, die einen Sphärenklang erzeugen, wie er sich mit Worten nur schwer fassen lässt. Auf ihrem Debütalbum beschreiben die beiden Instrumentalmusiker Nordic Giants jedenfalls eine atmosphärische, klanggewaltige Reise durch die menschliche Gefühlswelt: „Das Album ist ein Archiv menschliche Emotionen, das die Ausgeglichenheit des Geistes ausdrücken soll – eine Balance von Furcht, Trauer, Wut, Freude, Lust, Schönheit und Wunder. Ziel der Musik ist es, viele Gefühle zugleich aufzurufen und nicht nur eines zur Zeit. Dabei ist der eigentlich einzige Weg an die tieferliegenden Emotionen zu gelangen, die Musik live zu hören – oder zumindest, indem man ein Album von Anfang bis Ende hört, nicht nur einen Teil. Aber das scheinen die meisten Menschen heute vergessen zu haben.“ So sind die Nordic Giants dann auch als Gesamtkunstwerk zu verstehen: Ihre Liveshows sind geprägt von Ritualisierung und Mythologisierung, von Performance und verschiedenen medialen Ebenen, die zusätzliche Bedeutung erzeugen. Das Album mit seinen neun Songs bildet nur den Grundstein dafür. Jeder Song ist unglaublich dicht, erschafft eine Szenerie, die es im Kopf (oder eben auf der Bühne) virtuell zu erkunden gilt. Als Begleiter für diese Expeditionen haben Nordic Giants ihren Hörern für das Album die ätherischen Stimmen ausgewählter Gäste mitgeschickt, die den akustischen Wanderer sicher durch die dunklen und verwinkelten Landschaften leiten.

Nordic Giants – „A Séance of Dark Delusions“

Ursprünglich erschienen im Piranha 06/2015