Genau genommen ist „It All Ends“ kein Debütalbum, denn Black Temple haben bereits 2012 ein Album veröffentlicht und sich damit der Welt vorgestellt. Nur leider haben sie das damals unter dem unglücklichen Namen Odyssey getan. Fortan tauchten Anfragen bei ihnen auf, ob sie ihre alten Disco-Zeiten der späten 70er Jahre wieder aufleben lassen würden. „Das war anstrengend. Es gibt zu viele Bands mit den selben Namen. Und nein, das mit dem Disco sind nicht wir. Irgendwann war uns das zu blöd und wir haben den Namen geändert – direkt vor einer großen Europatour, und mit dem neuen Album im Hinterkopf.“ Gitarrist Marcus Witold meint, der neue Name passe auch viel besser, sei weniger beladen. Dabei klingt Black Temple schon ein wenig nach schwerer Kost, nach Düsternis und skandinavischen Wäldern – Witold lacht: „Naja, unser Sound hat sich entwickelt. Der Namenswechsel kam in einer Phase, in der wir noch nicht wussten wie das neue Album klingen würde.“ Erdig ist es, rockig und schwer wie Blei, aber eben nicht Doom oder Black, sondern Sludge und Grunge: „Stimmt schon, wir lassen uns von Postpunk und Grunge inspirieren und mixen das mit Stonersounds zusammen in den Metal rein. Es ist melodisch und Jonas singt richtig, statt zu schreien. Eine echte Entwicklung zu früher.“ Dabei sieht Witold „It All Ends“ sehr wohl als ihr Debütalbum, mit dem sich Black Temple nun vorstellen: „Sieh das andere als Frühwerk, jetzt mit diesem Album sind wir in der Blüte des Erwachsenseins angekommen. Jetzt geht es richtig los.“

Black Temple – „It All Ends“

Ursprünglich erschienen im Piranha 09/2015.