Schon beim ersten Hören der neuen Platte von Maserati dürfte einem klar werden, wo die Einflüsse der Postrocker aus Georgia, USA liegen. Wabernde Synth-Sounds, frickelnde Gitarren und jede Menge verschrobener Botschaften übersetzt in instrumental monumentale Klänge. Auf „Rehumanizer“ überwiegt ein Sound der 1970er und 80er Jahre, wie Gitarrist Coley Dennis zugibt: „Wir sind stark davon beeinflusst, ja. Aber wir machen auch nicht gerne das Gleiche zweimal, deswegen suchen wir ständig nach neuen Wegen unseren Sound zu verbessern. Wir versuchen nach vorne zu schauen. Wir kombinieren das, was uns von früher beeinflusst, mit dem was wir denken, wo es hingehen soll. Das ist ein Instinkt.“ Und so zeigt das Quartett virtuos, was es von damals zu erhalten gilt: „Insbesondere die Wärme der analogen Synthesizer sind wichtig, dieser Sound war so frisch und anders – es gibt keinen besseren Klang als den, den Vangelis, Jean-Michel Jarre oder Klaus Schulz benutzt haben.“ Hinzu addieren die Musiker drückende maschinelle Klanggebilde aus verzerrten Gitarren, die zwar an Progrock erinnern, aber in die Zukunft orientiert sind. Maserati liefern eine Instrumental-Vision von morgen, in der die Technik dominiert und der Mensch verstummt: „Gibt es daran noch Zweifel? Wir werden alle zu Sklaven der Maschinen, warum also davor weglaufen … in der Zukunft gibt es noch Menschen – aber sie wissen, wenn die Herrscher da sind, sollte man besser schweigen.“

Maserati – „Rehumanizer“

Ursprünglich erschienen im Piranha 11/2015.