Fast vier Jahre hat es gedauert bis die schottischen Post-Harcore-Metaller Yashin ihr drittes Album fertig hatten. Die Hindernisse wurden aus dem Weg geräumt und zugleich zum Thema des neuen Werkes „The Renegades“.

„Der Weg hierher war bittersüß“, erzählt Sänger Harry Radford, „weil wir einerseits immer wieder an die Grenzen unserer Belastbarkeit kamen. Wir wurden immer wieder abgewiesen. Wir haben uns zerfleischt, ob wir das auch alles so schaffen und wie es weitergehen soll. Andererseits haben wir extrem viel getourt, waren unterwegs und haben so viele großartige Menschen kennengelernt. Und letztlich haben wir das beste Album unserer Karriere geschrieben und einen tollen Deal bekommen. Wir sind der lebende Beweis, dass die alles schaffen kannst, wenn du es nur willst.“

Mit „The Renegades“ legt die Band entsprechend ein brachiales Album vor, aus dem die Wut und die Frustration der letzten Jahr spricht. Mit düsteren Shouts, packenden Cleanvocals und jeder Menge heftiger Gitarrenriffs, die aber dennoch eine eingängige Melodiosität nicht vermissen lassen, präsentieren Yashin einen Neuanfang. Gerade auf der Vorabsingle „D.E.A.D.“ ist die Erleichterung aus der Krise umso stärker erwachsen zu sein deutlich zu hören. Doch auch die anderen Songs verarbeiten die Erfahrungen der Band, wie etwa „Dorothy Gale“, das zur neuen Single erkohren wurde und vom Tourleben der Band erzählt. „Der Wizard of Oz ist ein genialer Film, den jeder mal gesehen haben sollte im Leben. Für mich unglaublich inspirierend“, meint Radford, dessen US-Wurzeln in Sachen Identifikation mit Dorothy sicher einen entscheidenden Faktor spielen. „Für mich geht es darin vor allem um die Frage, wie man den richtigen Pfad im Leben findet. Egal wie weit weg du bist, egal wie fremd das Land – du musst nur den richtigen Weg finden und alles wird gut. Für mich ist aber die Straße selbst wie zu Hause, ich bin so viel unterwegs, ständig auf Tour. Da fühle ich mich daheim.“

Ein wichtiger Teil dieses Heimatgefühls unterwegs ist für Radford die Band, die Menschen, mit denen er sein Leben teilt. Doch gerade auch die Fans seien wichtig für die Entwicklung von Yashin und fänden einen Einfluss auf „The Renegades“: „Der Titel verbindet uns mit den Fans, mit all denen da draußen, die gegen das System ankämpfen, die sich gefangen fühlen in einem dumpfen Job, oder die ausgegrenzt werden. Das Album ist unsere Hymne an die Unangepassheit, ein Aufruf an alle, die anders sind, dass sie an sich Glauben und sich nicht unterkriegen lassen sollen. Das sind die Renegades – unsere Fans sind nicht einfach nur Fans, sie sind eine Gang, eine Rebellion. Und wir kämpfen für sie.“

Yashin – „The Renegades“

Ursprünglich erschienen im Piranha 03/2016.