Cowboys und Dämonen

Ein kleiner Ort im Nirgendwo des amerikanischen Westens. Ein Mann und sein Sohn verdingen sich als Farmer und Goldschürfer, um irgendwie doch noch ins gelobte Land Oregon zu gelangen. Sie kämpfen mit mexikanischen Banditen, mit Plünderern und Sklavenhändlern. Der Shoot-out gehört zum Tagesgeschäft, das Repetiergewehr ist immer griffbereit. So weit alles typisch Western, doch dann taucht ein charismatischer Mann an einer Straßenkreuzung in diesem Nirgendwo auf und bietet dem Sohn einen Deal an. Und er schenkt dem Vater ein Medaillon, das Glück bringen soll. Doch das tut es nicht, der Deal platzt. Dunkle Mächte verschwören sich gegen die Farmer. Seltsame Kreaturen fallen über den kleinen Ort her. Okkulte Rituale, finstere Dämonen? Was ist denn hier auf einmal los?

Erzählt vom Sensenmann persönlich ist »Hard West« kein typischer Western, sondern erinnert an die TV-Serie »Supernatural«, an Samuel Colt und die Winchester-Boys – Cowboys gegen Dämonen. In 40 recht variabel gestalteten Missionen müssen Nathan und sein Pa rundenbasiert einige taktisch anspruchsvolle Situationen meistern. Dabei sind mal Heimlichkeit und mal Schießkünste gefragt, und sowohl Ausrüstung als auch Fertigkeiten der Spielfiguren können dabei entscheidend sein. Zwischen den Taktik-Missionen versucht sich »Hard West« in Rollenspiel- und Adventure-Anleihen. Wo schürfe ich nach Gold, wie bilde ich meine Fertigkeiten aus, und wie viel riskiere ich bei der Erkundung fremder Orte. Das Spiel versucht neue Wege zu gehen und ungewöhnliche Kombinationen anzubieten, im Genre, in der Story, in der Spielmechanik. Das mag zwar nicht immer voll und ganz gelingen, aber im Großen und Ganzen ist »Hard West« ein spannendes und gut gemachtes rundenbasiertes Taktikspiel á la »Jagged Alliance«. Sollte man sich unbedingt mal anschauen.   

Plattform: PC

Entwickler: Creative Forge Games

Anbieter: Gambitious Digital Entertainment

USK: 12

Preis: 20 Euro

Ursprünglich erschienen im Kreuzer 01/2016 – hier ist das PDF.