Die Vergleiche mit den großen Namen des Bluesrock dürfte die Kanadierin Colleen Rennison mittlerweile gewöhnt sein. Mit ihrer Band No Sinner fröhnt sie überzeugt und überzeugend einem grandiosen musikalischem Trip in die Zeit von Janice Joplin, Tina Turner, Led Zeppelin oder Creedence Clearwater Revival. „Immer wenn ich nach Inspiration schaue, dann lande ich unmittelbar in der Kiste mit den Platten zwischen `70 und `73. Wenn ich ganz waghalsig bin kommt auch was aus den 50er oder 60er Jahren zum Einsatz, als die Welt brodelte und kurz vor dem Platzen war. Damals war ich zwar zu jung, um dabei zu sein, aber dank der unendlichen Langlebigkeit des Internet kann ich all das auch heute noch genießen.“ Entsprechend könnte „Old Habits Die Hard“ auch eine Ansage zum eigenen Sound sein – denn auf dem Album beweist Rennison das der handgemachte, erdige Sound der vergangenen Zeit sehr wohl noch Relevanz hat. Ihr Blues ist schwer und traurig, ihr Rock ist kräftig und voller Energie und ihr Do-Wop hat Hüftschwung vom Feinsten. „Ich denke, diese Art Musik verliert nie ihre Anziehungskraft – oder zumindest hoffe ich das. Für das neue Album habe ich   eine Art Aggressivität und Zerstörungskraft in mir gefunden, die man heute selten im Rock hört.“ Doch No Sinner sind nicht nur Attitüde. Das Album hat tatsächlich einen so überzeugenden Stil, das die Band mit ihren Songs jedem Rock-Klassiker das Wasser reichen kann. Der ideale Sound, um dem Plastikpop des neuen Jahrtausends einen kräftigen Stinkfinger zu zeigen.

 

No Sinner – „Old Habits Die Hard“