„Everything is fine“ ist bereits das dritte Album der britischen Band Hawk Eyes, und doch konnten die Jungs aus Leeds erst jetzt einen internationalen Deal landen, der ihnen die nötige Aufmerksamkeit beschert.

Zwei Alben sind sang- und klanglos veröffentlicht worden, ohne das jemand etwas gemerkt hätte. Und Nummer Drei drohte das selbe Schicksal. Zwar hat der Kerrang! sie für Ihren Rocksound gelobt und das Album mal in den Reviews besprochen, doch ohne das Engagement der Fans wäre es wohl nie zum internationalen Durchbruch gekommen. „Wir haben viel Arbeit in die Vorgänger gesteckt, das sollten wir auf keinen Fall vergessen. Aber ja, dieses Album ist unser erstes mit großer Aufmerksamkeit. Wir haben „Everything is fine“ selber produziert und leider kein Label für uns gewinnen können. Vielleicht war es der Sound, der nicht in eine einfache Kategorie passen will. Oder vielleicht sind wir auch einfach nicht trendy genug – fallen aus der Mode. Auf jeden Fall haben wir ohne Label veröffentlicht, mit Hilfe der Fans und des Crowdfunding. Eine tolle Chance Leute zu erreichen, die sonst vielleicht nie was von uns gehört hätten. Wir haben überlegt, ob wir warten und hoffen, dass mal ein A&R ‚ja’ sagt, oder uns eben auf die Fans verlassen. Warten ist ein Glücksspiel, und deswegen haben wir letztlich das Album dann selbst rausgebracht.“ Drummer John MacKenzie ist aber überzeugt, dass diese Eigenbemühungen sich jetzt mit einem Labeldeal ausgezahlt haben. „Wir haben einen Gig in Hamburg als Opener der Foo Fighters bekommen und dort haben uns die Leute vom Label dann gesehen. Nach der Show haben die uns sofort einen Deal angeboten. Wir haben quasi eine Audition für die gespielt, und es hat sicher geholfen, dass 20.000 Zuschauern die Show auch gefallen hat.“

Problematisch für die englischen Label war sicher der Sound der Band, der schwer zu kategorisieren ist. Die Songs klingen melodisch, sind aber nicht Pop. Dann wieder ist viel Härte drin, ohne dabei klassischen Metal zu zitieren. Und letztlich experimentieren sie gerne mit Songformaten, sind aber zu klar riff-strukturiert, um als lupenreiner Prog durchzugehen. „Wenn man unsere Geschmäcker zusammentut, dann kommt eine überraschende Mischung raus. Im Tourbus läuft da schon mal was von Genesis oder David Bowie, insgesamt viel 80er Jahre-Zeugs. Und wenn man Tears for Fears mit Metal mixt, dann ist das halt nicht kategorisch leicht zu greifen – es ist aber genau unser Sound. Harte Riffs, ausfeilte Melodien, starke Songstrukturen. Und jede Menge von dem Zeug, was unsere Kindheit geprägt hat.“ In der Tat sind die Songs auf „Everything is fine“ durchzogen von klassischen Stilelementen, ohne dabei retro zu klingen. Lohnend ist der Sound auf jeden Fall und mit Glück bald auch kein Geheimtipp mehr.

Hawk Eyes – „Everything is fine“