CD-Tipp: Puppy – II

Die Musik der britischen Newcomer Puppy ist nur schwer einzuordnen, obwohl die Band sich redlich Mühe gibt, alle Indie-Merkmale auf der mentalen Coolness-Liste abzuhaken. Ein schräges Retro-Bandlogo ist ein Muss, die ironische Haltung zum Popkommerz beweist man am besten mit skurrilen Fastbook-Merchandise-Posts getarnt als zusammengeschnittenen Heimvideos, und im Gesang findet sich ein disaffektiertes Näseln, das klar die Distanz zum Gesungenen ausdrückt. Doch musikalisch wildern die drei Jungs durch alle rockenden Genres, da brummen die Gitarren im an Deftones erinnernden „Entombed“, da knistern analog die Verstärker wie bei den Pixies oder den Pumpkins („Arabella“) oder es zartet in „Here at Home“ mit akustischer Gitarre und viel Atmosphäre. Das alles ist interessant, wirkt aber im Moment noch zu sehr gewollt. Wenn sich Puppy später einmal zwischen Weezer-esker Groteske und ernst gemeintem Indie-Sound entscheiden könnten, dann verspricht das Debüt durchaus einen Blick wert zu sein.

Puppy

Vol. II

Spinefarm/Odyssey

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