Manche Erinnerungen der Jugend sind so einprägsam, das sie selbst Jahrzehnte später noch nachwirken. Für Leigh Kakaty, den Sänger der US-Rockband Pop Evil, war das Leben in einer Kleinstadt am Rande des Lake Michigan so eine Erfahrung. Auch auf dem fünften Album der Band, pendelt Kakaty noch zwischen Lagerfeuer-Klampfen-Eingängigkeit wie er sie liebend gerne am Strand praktizierte und den harten Ich-will-rebellieren-Riffs des Metal, mit dem man als Jugendlicher die Nachbarschaft terrorisieren konnte. Auf dem Album fügt sich das in soliden und sehr eingängigen Rock mit einigen Anleihen im modernen Alternative oder Metal-Sound. Ob „Pop Evil“, wie das Info der Band vollmundig behauptet, nun wirklich „all killer, no filler“ ist, sei dahingestellt. Unterhaltsam und handwerklich einwandfrei rocken können die Jungs aber allemal – und das ist schon viel wert.

Ursprünglich erschienen im PIRANHA 03/2018