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Botschaft an alle

Mit „Ember“ legen die amerikanischen Post-Grunger Breaking Benjamin das wohl härteste Album ihrer Karriere vor. Dabei war der Sound laut Sänger Ben Burnley gar nicht so geplant: „Wir haben keine Vorgaben, wenn wir Musik schreiben. Es passiert einfach so. Die Songs gehen davon, wohin sie wollen. Und als die Songs dann immer härter wurden, sind wir dabei geblieben. Die Fans jedenfalls haben immer wieder bestätigt, dass sie unsere harte Seite mögen.“ Dabei sind nicht alle der elf Songs auf „Ember“ so hart, einige sind sanft und einfühlsam. Aber wie sich die Songs entwickelt haben, dass will Burnley nicht verraten: „Tut mir leid, ich mag es nicht, den Leuten vorzugeben, wie ein Song gemeint ist. Das wäre, weil ich der Autor bin, zu sehr beeinflussend. Jeder kann meine Songs nehmen und für sich eine Botschaft daraus ziehen. Egal, ob meine vielleicht eine andere gewesen ist.“ Burnley ist vehement, verweist auf einen Fan, der vor Jahren zu ihm kam und ihn bedrängt hat, einen Song zu erklären, der ihr sehr viel bedeutet hatte. Als die Bedeutungen komplett konträr zu einander verliefen, war sie am Boden zerstört. „Das will ich nicht, auf keinen Fall. Als Fan sollte man nicht danach suchen, was der Songwriter sagen wollte. Man sollte sich darauf konzentrieren, was man selber in dem Song hört.“ Und so bleibt es also an den Fans, herauszuhören, was genau es ist, dass „Ember“ zum härtesten und zugleich softesten Album der Band macht, was die Extreme zum Vorschein bringt.

Breaking Benjamin – „Ember“

 

Ursprünglich erschienen im PIRANHA 04/18