Kraftvoll rocken mit Attitüde

Das neue Album „Used Future“ der texanischen Rocker The Sword geht den Weg der Band durch verschiedene Jahrzehnte und Musikstile konsequent weiter. Die ersten Alben, geprägt von Doom und Stoner Metal, haben die Jungs aus Austin längst hinter sich gelassen. Und nach den vom Country-Sound inspirierten Alben „High Country“ und „Low Country“ wagen The Sword diesmal den Rückgriff auf die 1970er Jahre. „Used Future“ ist voller Funk, Rock, Glam und Classic Metal – ein Fest der handgemachten Sounds. Der Hang des Jahrzehnts zu epischen Rockhymen, zu schrammeligen Gitarrenriffs und heulenden Vocals ist deutlich spürbar. „Wir wachsen immer weiter. Wir lassen uns inspirieren, sind uns aber immer treu in unserer Kreativität“, so Basser Bryan Richie. „Country ist eine von vielen Inspirationen, die wir ausprobiert und erforscht haben. Jetzt ist sie Teil unseres Sounds geworden, wir haben Country assimiliert. Wie all die anderen Musikstile, mit denen wir in Berührung gekommen sind.“ Das Album bietet Fans einen ausgeprägten Retrosound, irgendwo zwischen Black Sabbath, Led Zeppelin, Pink Floyd und Bootsy Collins, geht aber weiter, wirkt verspielter, moderner und weitläufiger arrangiert. Elektronikeinflüsse, ein bisschen Ambient und auch eine Country-Gitarre schimmern ab und zu unter dem klaren 70s-Sound durch. Das Songwriting ist eindeutig variabler. „Rock wird immer großartig rocken und der Funk bleibt funky, ist doch klar. Aber ja, wir ziehen viel weitere Kreise für unsere Inspiration und diese Bands damals hatten ja nun mal keine Madonna und keinen Prince, der sie beeinflussen konnte. Wir nehmen die Sounds von damals, die bis heute einfach die besten Sounds sind. Warum dagegen ankämpfen? Und dann packen wir das Neue dazu. Future Trash, du verstehst?“ Und so schafft es die Band, sich mit „Used Future“ in einem alten Sound zu kleiden und dabei doch neu zu erfinden. Die Siebziger werden die Zukunft sein.

The Sword – „Used Future“

Ursprünglich erschienen im PIRANHA 04/18