Musikalisch lagen Breaking Benjamin schon immer zwischen Grunge-Sound der 1990er Jahre und Alternative-Metal der 2000er, den sie maßgeblich mitbestimmt haben. Mit „Ember“ wagen sie den nächsten Schritt…

„Das Album hat eine gewisse Härte“, sagt Sänger Benjamin Burnley, „aber die Fans scheinen davon ganz angetan zu sein.“ Zurück von einer Tour mit Avenged Sevenfold ist Burnley überzeugt, konnte er das neue Material doch live austesten. „Aktuell pausieren wir ein wenig, holen Luft“, so Burnley. Dann geht es wieder los, im Sommer mit Five Finger Death Punch durch die USA. Über Inspiration für das neue Album will Burnley nicht reden, nur zögerlich spricht er vom Gefühl der Traurigkeit – eigentlich alle Grunger, die den Sound der Band ursprünglich geprägt haben, haben Verluste hinnehmen müssen, zuletzt den Freitod von Chris Cornell bei Soundgarden. „Das sind Bands, die mich persönlich inspiriert haben. Ich bin Fan und wie andere Fans traurig darüber. Aber musikalisch steckt bei uns auch anderes drin. Ohne Korn zum Beispiel hätten wir unsere Gitarren nie so tief gestimmt.“ Vielleicht ist das zumindest eine plausible Metapher für das Album. Grunge und der rockig-erdige Sound sind nicht mehr da, der harte und direkte Metalsound hingegen tritt in den Vordergrund. Das spiegelt die Musik und es zeigt sich in den Touren der Band, statt mit Rockern wie Puddle of Mudd oder Seether stehen BB nun mit Metalbands wie Avenged auf der Bühne… eine Evolution des Sounds, vom Post-Grunge zum Metal.

Fazit: „Ember“ ist kraftvoll und eindrücklich – ein Metalalbum, das mit Druck nach vorne geht, dabei aber auch sanftere Töne zu bieten hat. Alternative Metal der feinsten Sorte, auch ohne den Grunge-Faktor.

 

Ursprünglich erschienen im START 04/18