Die Grundprämisse von „Live at Bergisel“ klingt ein wenig nach den Herausforderungen, die sich Joko und Klaas beim Duell um die Welt stellen: drei Musiker, reines Handwerk, ganz ohne Elektronik und Schnickschnack, ein leeres Skispring-Stadion im Januar bei -15°C klirrender Kälte und eine perfekt abgestimmte Lightshow (für deren Genuss man aber die BluRay bräuchte). Handwerklich haben sich die drei Österreicher mit dem Album mehr als bewiesen, dass sie auch unter schwersten Bedingungen noch ihren psychedelisch-funkigen Sound abliefern können. Für sie ist „Bergisel“ so eine Art Hommage an die raue Heimat – die Natur und die Reduktion auf das Wesentliche stehen auch beim Sound im Vordergrund. Fans profitieren von diesem Experiment, in dem sie die Songs des Rocktrios aus einer völlig neuen Perspektive betrachten können. Und vielleicht ist sogar die Kälte ein Teil dieses Konzepts – die Klarheit, die eine frostige Nacht am Bergisel eben so mit sich bringt.

Ursprünglich erschienen im Piranha 09/2018