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Nichts zu bereuen

Seit 15 Jahren machen Alex Wesselsky und Noel Pix gemeinsam unter dem Bandnamen Eisbrecher Musik – Zeit einmal über das Geschaffene nachzudenken und ein Album zusammenzustellen… „Die Tatsache, dass es uns nach 15 Jahren noch gibt und wir ungebrochen Lust an der Band haben, beweist für unsere Überlebensfähigkeit. Wir machen weiter solang wir es noch spüren, solange wir uns überraschen können und es für uns Sinn macht.“ Alex Wesselsky muss dieser Tage viele Fragen über seine Vergangenheit und seine musikalische Entwicklung beantworten. Mit „Ewiges Eis“ haben der Sänger und sein langjähriger Freund und Kollege Noel Pix nach 15 Jahren Banderfolg ein Doppelalbum vorgelegt, auf dem sie ihre Karriere Revue passieren lassen: „Ich nenne das Album eine Retrospektive, eine Werkschau“, sagt Wesselsky. „Wir haben pseudodemokratisch unter den Songs alle Singles, fast-Singles und Clubgranaten ausgewählt… ‚Ewiges Eis’ ist eine Visitenkarte, ein eiskalter musikalischer Fussabdruck in der History of Rock made in Germany.“ Damit trifft Wesselsky auf ganz typische Weise den Stil der Band, großkotzig, laut, hart und direkt. Eisbrecher sind keine Kuschelgruppe sondern gehören seit ihrer Gründung zur Neuen Deutschen Härte. Entstanden nach ‚künstlerischen Differenzen’ mit der ebenfalls von Wesselsky gegründeten Band Megaherz war Eisbrecher der Versuch sich neu aufzustellen. „Eisbrecher mussten schon immer den Kopf über Wasser halten. Wir mussten im Haifischbecken überleben“, sagt Wesselsky. Der Blick zurück, den die Songs auf „Ewiges Eis“ bieten, zeigt das volle Spektrum der letzten Jahre. Nostalgie kommt für Wesselsky dabei aber nicht auf: „Nichts zu bereuen, nichts zu verzeihen. Alles sollte so sein, sonst hätten wir es nicht gemacht.“ Dass die Musiker dabei auch mit der Zeit vor Eisbrecher abgeschlossen haben zeigt die 2012er Neuauflage ihres Megaherz-Hits „Miststück“: „Den Song haben Pix und ich geschrieben, und er markiert wie kein anderer Track das ‚sie schlugen und vertrugen sich’. Er ist ein Gruss an die Zeit davor, und an die Zeit danach.“ Die Zeit danach, so Wesselsky, sei nicht sein Fokus, aber es komme noch mehr: „Bis wir keine Lust mehr haben. Wir gehen demnächst wieder ins Studio. Das achte Album – die schwarze Acht, das klingt doch nach mehr …“

Eisbrecher – „Ewiges Eis – 15 Jahre Eisbrecher“

Ursprünglich erschienen im Piranha 10/2018