„Schwarz“ vor Augen — so beschreiben Battle Scream ihre neue Platte. Das bezieht sich spielerisch auf die Szene in der sie sich bewegen, aber auch auf die allgemeine politische Lage …

Zwei Jahre nach dem letzten Album „Virus Mensch“ melden sich die Dresdner Musiker von Battle Scream mit ihrem neuen Werk „Schwarz“ zurück und beweisen damit, wie eingespielt sie mittlerweile als Band geworden sind, wie Alex Pest erklärt: „Ja, der 2 Jahresrhythmus hat sich intern gerade in Bezug auf familliäre und berufliche Verpflichtungen gut eingespielt. Der Arbeitsaufwand für jedes neue Album ist sehr intensiv und wir wollen aus tiefstem Herzen keine ‚Musik vom Band’ machen. Ich denke, dabei würde ein Großteil der Vielfalt und Individualität unserer Musik verloren gehen.“

Musikalisch hat sich die Band mit „Schwarz“ ebenfalls gut in ihrer Szene eingerichtet, wechselt gekonnt das Tempo, lässt mal deutlicher Rockgitarren und dann wieder dunkel Elektronik die Songs bestimmen. Elektro-Industrial im weistesten Sinne, oft mit deutschen dunklen Vocals. „Der Albumtitel soll in erster Linie die Verbundenheit zur Szene zum Ausdruck bringen, in der wir uns seit sehr vielen Jahren bewegen. Wenn wir von der Bühne hinab schauen, sehen wir eine schwarze Wand von Fans vor uns, was dem Album-Titel so eben sehr gut entspricht. Aber im namensgebenden Song geht es auch darum, dass wir mit voller Kraft wieder zurück sind, ‚zurück um zu berauschen…’ und die Welt trotzdem eben nicht ‚schwarz’ zu sehen.“

Dabei ist das Album bestimmt von eher dunklen Einschätzungen darüber, was alles schiefläuft in der Welt. Die Dresdner sehen mit Sorge, dass sich die Probleme seit „Virus Mensch“ noch vergrößert haben: „Es klingt abgedroschen, aber dieses Album ist mit Abstand die persönlichste Platte, die wir je gemacht haben. Im Privaten waren die letzten zwei Jahre für uns keine Zeit der ausufernden Glückseligkeit. Das Verarbeiten wir in den Lyrics verstärkt mit dem Thema ‚Loslassen’ und ‚Fesseln sprengen’. Aber auch die Gesellschaft hat sich in Bezug auf die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen in der Welt sehr verändert. Die Probleme sind noch immer allgegenwärtig. Wir wissen auch, dass wir die Welt nicht verändern werden, aber wir möchten mit unseren Liedern zum Nachdenken anregen.“

Fazit: Mit dem Album gehen Battle Scream ihren Weg konsequent weiter, mahnen in eindrücklicher Weise vor den Problemen der Welt und drücken dabei musikalisch kräftig auf die Elektro-Industrial-Tube.

Ursprünglich erschienen im START 11/2018