Arlington sind drei California-Boys mit einem Hang zur musikalischen Ironie. Musikalisch bieten sie auf „A Walk Through Jackson County“ locker flockige Indie-Rock-Perlen, mit denen sie sich hinter Bands wie The Strokes oder den Artic Monkeys nicht verstecken müssen, wobei immer ein wenig ur-amerikanischer Rock bzw. Blues-Anteil zur Erkennen bleibt. Doch in Sachen Lyrics neigen Arlington weniger zur Sonnigkeit des Sounds sondern liefern ein mal düsteres, mal melancholisches Porträt der aktuellen amerikanischen Gesellschaft. Alltagsgeschichten über das Leben mit Mindestlohn und persönliche Momente, wie das Verlassenwerden wechseln sich ab und verstärken das Gefühl einer größeren Reife, als es ein Debüt erwarten lassen würde. Man sollte sich diese Band merken, hier könnte was richtig Großes entstehen.

 

Ursprünglich erschienen im Piranha 11/2018