Crossover war in den 1990er Jahre das große Ding — doch mit ihrer neuen EP „Brand New Breed“ beweisen die vier Jungs aus New Jersey, dass beim ihrem Ska-Punk-Rap-Metal-Mix die Luft noch lange nicht raus ist.

Eigentlich hätte man annehmen können, dass es Dog Eat Dog gar nicht mehr gibt. Die großen Hits wie „No Fronts“, „Isms“ oder auch „Rocky“ liegen nun bereits über zwanzig Jahre zurück und viel Neues kam nicht von der Band. „Wir waren nicht untätig“, meint Basser und Alpha-Doggie Dave Neabore dazu, „wir haben ständig getourt und waren fast jedes Jahr in Europa auf Festivals und kleineren Clubs. Nur haben wir eben länger gebraucht, um Material für ein neues Album zusammen zu bekommen.“ Und tatsächlich ist „Brand New Breed“ kein Album, sondern sozusagen eine Vorgeschmack-EP auf ein zukünftiges Album. „Es ist eine EP, die zeigen soll, dass wir noch da sind. Wir schreiben und 2020 spätestens wird es ein Album geben. Die vier neuen Songs auf der EP zeigen, wo es hin geht und die Live-Versionen als Bonus machen einfach nur Spaß!“

Das neue Material zeigt die Band in vollem Crossover-Modus. Mit „XXV“ wird der Metal-Rap zelebriert, „Vibe Cartel“ spielt mit Punkanleihen und auf „Lumpy Dog“ hört man konsequent die Ska-Einflüsse der Band, während mit „Emoji Baby“ dann alles zum typischen DED-Style vermengt wird. Spannend sind aber auch die Live-Variationen, die die EP ergänzen, da die Band hier erstmals den Unplugged-Versuch gewagt hat. „Das hat live so gut funktioniert, dass wir ein paar Songs für die EP aufgenommen haben.“ Mit „Isms“ und „Rocky“ sind neben zwei der neuen Songs auch Klassiker in dem ungewohnten Gewand zu hören und mit leichten Anpassungen an die neue Zeit: „Rassismus, Sexismus und Co haben uns schon immer gestört und sind ein Problem in dieser Gesellschaft. Als wir den Song live gespielt haben, da machte es einfach Sinn, das aufzunehmen. Trumpism ist die neueste Ausprägung solchen Denkens. Warum also nicht die Liste ergänzen? Der Song ist so relevant wie eh und je.“ Die 1990er Jahre sind wieder voll da, warum also nicht auch den Crossover eines Facelife unterziehen und noch einmal mit Spaß die Probleme der Zeit bearbeiten. Mal sehen, was die Jungs sich bis 2020 ausgedacht haben…

Dog Eat Dog – „Brand New Breed“

Ursprünglich erschienen im Piranha 11/2018