„Broken“ heißt das neue und sechste Album der Texaner Memphis May Fire und es scheint fast, als sei es für Sänger Matthy Mullins so etwas wie ein therapeutisches Konzeptalbum. „Ja, stimmt schon. Die meisten Songs beziehen sich konkret auf meine Reise, meine Kämpfe und meine Siege. Die paar, die nicht von mir handeln sind von Freunden und Familie inspiriert.“ Die Zerbrochenheit, damit meint Mullins die Fehler, die Probleme, die jeder von uns hat. Es ist Mullins großes Thema, dass er mit seinen Metalcore-Songs in die Welt hinaus schreit. „Ich denke, jeder von uns ist auf die eine oder andere Art zerbrochen, weil das Leben nun einmal nicht perfekt läuft. Aber darin kann eine gewisse Schönheit liegen. Die Herausforderungen vor die wir gestellt werden und der Schmerz, den wir durchleben können uns eine Menge beibringen. Wir können zu einer besseren Version unserer selbst dadurch werden.“ Damit meint Mullins, dass man sich akzeptieren sollte – mit allen Fehlern – und in der Akzeptanz einen Weg finden kann, sich dem Gefühl der Zerbochenheit zu stellen. „Für viele Menschen ist Therapie ein guter Weg, dem Gefühl zu begegnen. Aber jeder Mensch braucht seinen eigenen Weg, seine Zeit. Deswegen spreche ich so deutlich über geistige Gesundheit – mir geht es in der Therapie besser. Und die Musik ist mein Weg anderen zu sagen, dass es ok ist, wenn es mal nicht ok ist.“ „Broken“ setzt genau diesen Ansatz um, es bietet dem Zuhörer ein Outlet, wenn es mal nicht ok ist, brachial und verärgert, aber immer ehrlich mit sich selbst.

 

Memphis May Fire – „Broken“

 

Artikel ist ursprünglich erschienen im Piranha 12/2018